JJ Peterka #10 of the Boston Bruins skates against the Utah Mammoth during the third period at TD Garden on October 8, 2026 in Boston, Massachusetts. The Bruins won 6-1. (Photo by Richard T Gagnon/Getty Images)

Im TB Garden lief am Samstag die 38. Minute in der Partie zwischen den Boston Bruins und den Philadelphia Flyers, als die Gastgeber einen schulmäßigen Gegenangriff aufs Eis zauberten. JJ Peterka löste sich auf der linken Seite von seinen Gegnern, nahm ein Zuspiel von Fraser Minten auf und leitete den Puck direkt auf den von hinten aufgerückten Mason Lohrei weiter. Der Verteidiger vollendete sehenswert zum 2:0 für die Bruins.

PHI@BOS: Peterka wird für Zuspiel auf Lohrei mit seinem 200. NHL-Punkt belohnt

Während alle anderen Bostoner Akteure auf dem Spielfeld die Arme hochrissen und einen Jubelschrei ausstießen, freute sich Peterka eher nach innen. Ohne erkennbare äußere Regung drehte er nach dem Treffer in Richtung Bank ab. Vielleicht war ihm in diesem Moment gar nicht bewusst, dass er bei der Aktion einen Meilenstein in seiner NHL-Laufbahn erreicht hatte. Mit der Vorlage auf Lohrei verbuchte er nämlich seinen 200. Scorerpunkt in der Liga.

Der gebürtige Münchener ist der drittschnellste deutsche NHL-Spieler, der diese Marke erreicht hat. Er benötigte dafür 326 Einsätze in der regulären Saison. Von seinen Landsleuten kamen lediglich Tim Stützle (229 Partien) und Leon Draisaitl (260) mit weniger Auftritten an dieser Wegmarke an als der Flügelstürmer der Bruins.

Beim Tor zum 5:1-Endstand im Schlussdrittel leistete Peterka ein weiteres Mal die Vorarbeit. Er chippte den Puck in der neutralen Zone auf Minten, der ihn nach einem unnachahmlichen Sololauf ins Netz beförderte. Durch die zwei Torbeteiligungen stockte Peterka sein Scorerkonto auf vier Punkte (zwei Tore, zwei Assists) aus sechs Begegnungen auf. Damit belegt er im teaminternen Ranking den dritten Platz hinter David Pastrnak, der sieben Zähler auf dem Konto hat, und Minton, für den fünf Punkte registriert sind. Alles in allem hat Bostons Rechtsaußen nunmehr 201 Punkte (94 Tore, 107 Assists) in 326 Partien der regulären Saison gesammelt.

Mit der starken Vorstellung gegen die Flyers beendete Peterka eine Mini-Flaute von drei punktlosen Spielen. In den ersten beiden Begegnungen der Bruins gegen die New York Rangers (3:0) und die Winnipeg Jets (4:3 n.V.) hatte er jeweils einmal ins Schwarze getroffen.

In diesen zwei Duellen stand der 24-Jährige noch in der Top-Reihe von Boston. Im Anschluss an die Niederlagen gegen die Minnesota Wild (1:4) und die Ottawa Senators (1:4) änderte Trainer Marco Sturm die Zusammensetzung der Angriffsformationen. Peterka bildete fortan mit Minten und Marat Khusnutdinov die zweite Reihe.

Marco Sturm head coach of the Boston Bruins looks on during a game between the Boston Bruins and the Ottawa Senators on October 5, 2026, at TD Garden in Boston, Massachusetts. (Photo by Fred Kfoury III/Icon Sportswire via Getty Images)

Die Entscheidung des Coaches vor dem Aufeinandertreffen mit den Utah Mammoth (6:1) am Freitag erwies sich als goldrichtig. Das neu zusammengestellte Trio harmonierte von Anfang an prächtig. Gegen die Flyers schlug sich das auch in Scorerpunkten nieder. Peterka mit seinen zwei Assists, Minten mit einem Tor und zwei Assists sowie Khusnutdinov mit einem Treffer steuerten zusammengerechnet sechs Zähler zum Triumph gegen Philadelphia bei. Folgerichtig räumten sie bei der Verleihung der „Three Stars of the Game“ alles ab. Minten avancierte zum First Star, Khusnutdinov zum Second Star und Peterka zum Third Star.

Die Entwicklung von Minten freut den Trainer der Bruins ganz besonders. „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe den Eindruck, dass er sich viel wohler führt als in der vergangenen Saison. Er hat mehr Kraft in den Beinen und skatet besser. Es ist eine Kombination aus allem. Letztes Jahr wirkte er fast noch wie ein Teenager, jetzt tritt er wie ein gestandener Mann auf“, lobte Sturm den Center der zweiten Sturmreihe. Ein Jahr mache manchmal einen gewaltigen Unterschied aus. Es sei toll zu sehen, wie überzeugend Minten derzeit auftrete und dass er sich dafür belohne.

Minten sieht sein gestiegenes Selbstbewusstsein ebenfalls als Schlüssel für seine mitreißenden Darbietungen an. „Ich habe das Gefühl, dass ich meine beste Leistung bringe, wenn ich eine gewisse Selbstsicherheit verspüre. Das ist etwas, worauf ich achte, und ich fühle mich ziemlich gut dabei. Ich werde versuchen, das beizubehalten“, sagte der 22 Jahre alte Angreifer.

In der nächsten Woche begeben sich die Bruins auf einen vier Stationen umfassenden Roadtrip. Die Gegner auf dieser Dienstreise heißen San Jose Sharks, Anaheim Ducks, Los Angeles Kings und Dallas Stars.

Verwandte Inhalte