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Bis zum Start der NHL-Saison 2021/22 dauert es noch eine Weile. Um die Wartezeit zu verkürzen, präsentiert NHL.com/de eine Serie über die besten NHL-Spieler und -Manager des 21. Jahrhunderts.
In dieser Folge: Die zehn besten Linksaußen

Der Aufgabenbereich eines Flügelstürmers ist vielseitig. Er sollte schnell und wendig sein, aber auch robust genug, um nicht an der Bande, ob seitlich oder hinter dem Tor, den Kürzeren zu ziehen. Zudem muss er stets ein Auge für seine Mitspieler in der Mitte haben und auch ein guter Torabschluss steht im Anforderungsprofil.
Winger sind immer mit 100 Prozent Speed unterwegs, ob im Spiel nach vorne oder nach hinten, wo sie als erste Verteidigungslinie den Angriff oder Spielaufbau des Gegners stören.
Ähnliches: [Die besten Center des 21. Jahrhunderts]
1. Alex Ovechkin, Washington Capitals (730 Tore, 590 Assists, 1320 Punkte)
Für Alex Ovechkin bräuchte man eine Sonderkategorie in diesem Ranking, analog dem HC bei Bergetappen im Radsport, so dominant verweist der russische Torjäger die Konkurrenz auf die Plätze.
Ovechkin schoss in diesem Jahrhundert die meisten Tore aller NHL-Spieler, lieferte die zweitmeisten Vorlagen aller Linksaußen und sammelte die meisten Punkte aller Flügelstürmer. Er erzielte mindestens 50 Tore in acht seiner 16 Spielzeiten seit 2005/06, gewann neunmal die Maurice "Rocket" Richard Trophy als bester Torschütze der Liga, dreimal den Ted Lindsay Award und die Hart Memorial Trophy sowie in seinem Rookie-Jahr die Calder Memorial Trophy.
2017/18 holte er als Kapitän der Capitals den Stanley Cup und wurde mit der Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet. Es kann keine andere Nummer 1 geben!

NYR@WSH: Ovechkin trifft aus spitzen Winkel

2. Daniel Sedin, Karriereende (373 Tore, 634 Assists, 1007 Punkte)
Zusammen mit Henrik war Daniel Sedin über eineinhalb Jahrzehnte das Gesicht der Vancouver Canucks. Mit ihm auf der Linksaußen-Position und seinem Zwillingsbruder als Center stand den Westkanadiern eine erste Angriffsformation zur Verfügung, die regelmäßig lieferte. Und sie hatten mit den Sedins zwei von zehn NHL-Stürmern in ihren Reihen, die die 1000-Punkte-Marke knacken konnten.
Daniel Sedin wurde beim NHL Draft 1999 an Nummer 2 von den Canucks ausgewählt und blieb bis zu seinem Karriereende nach der Saison 2017/18 dem Klub treu. Kein anderer Linksaußen war in diesem Jahrhundert an mehr Torvorbereitungen beteiligt. Er schoss elfmal mindestens 20 Tore pro Spielzeit und ihm wurde mit 104 Punkten in der Saison 2010/11 die Art Ross Trophy als Topscorer der Liga und der Ted Lindsay Award überreicht. Sedin führt seit der Saison 2015/16 die ewige Torschützenliste der Canucks an.

3. Rick Nash, Karriereende (437 Tore, 368 Assists, 805 Punkte)
Rick Nash schnürte von der Saison 2002/03 bis 2017/18 seine Schlittschuhe für die Columbus Blue Jackets, New York Rangers und die Boston Bruins. Er erfüllte in jedem Jahr die in ihn gesetzten Erwartungen, sei es als Torjäger oder Teamleader.
2002 von den Blue Jackets an Nummer 1 gedraftet, gelang es ihm mit 41 Toren bereits in seiner zweiten NHL-Saison, die Maurice "Rocket" Richard Trophy abzuräumen. Weitere sieben Mal knackte er die 30-Tore-Marke. Mit Nash als Teamkapitän qualifizierten sich die Blue Jackets 2008/09 erstmals in ihrer Franchise-Geschichte für die Stanley Cup Playoffs. 2013/14 verhalf er den Rangers zu ihrem ersten Einzug ins Stanley Cup Finale seit ihrem Titelgewinn 1993/94.

4. Ilya Kovalchuk, nicht mehr in der NHL aktiv (443 Tore, 433 Assists, 876 Punkte)
Er war der erste russische Eishockeyspieler, der bei einem NHL Draft an Nummer 1 ausgewählt wurde. Die Atlanta Thrashers, jetzt Winnipeg Jets, entschieden sich 2001 für Ilya Kovalchuk. Sie sollten ihre Wahl nicht bereuen.
Von 2001/02 bis 2009/10 traf er für sie in 594 Partien 328 Mal ins Schwarze. 2003/04 erzielte er wie Rick Nash und Jarome Iginla 41 Treffer und teilte sich mit ihnen die Torjägerkrone. Seine Saison-Bestwerte mit 52 Toren stellte er in den Spielzeiten 2005/06 und 2007/08 auf.
Im Februar 2010 wurde Kovalchuk zu den New Jersey Devils getradet, für die ihm in der Folgesaison sieben Game Winner und elf Tore im Penaltyschießen gelangen, womit er jeweils einen NHL-Rekord aufstellte. Im Anschluss an die Saison 2012/13 verließ Kovalchuk die NHL und kehrte erst 2018/19 wieder zurück. Seine drei Stationen bis 2019/20 waren die Los Angeles Kings, Montreal Canadiens und Washington Capitals.
Kovalchuk ist der zweitbeste Torschütze und der drittbeste Scorer dieses Jahrhunderts. Mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 21:10 Minuten führt er alle linken Flügelstürmer an, die in den vergangenen 20 Jahren zu Einsätzen kamen.
5. Brad Marchand, Boston Bruins (319 Tore, 396 Assists, 715 Punkte)
Für all jene, die es nicht mit den Bruins halten, dürfte Brad Marchand das Schreckgespenst in dieser Liste sein, aber auch ein Spieler der äußerst effektiv ist, wie sie sich eingestehen müssten. Obwohl die NHL-Karriere von Marchand erst zur Saison 2009/10 begann, steht er bereits unter den zehn besten Linksaußen nach Scorerpunkten, Toren und Punkte pro Spiel (0,89).
Von den Bruins beim NHL Draft 2006 erst in der dritten Runde an Nummer 71 ausgewählt, gewann Marchand in seiner zweiten NHL-Saison 2010/11 bereits den Stanley Cup.
Der 33-Jährige ist mittlerweile nicht mehr aus Boston wegzudenken, auch weil er kräftig nach hinten mitarbeitet. Mit einem +/-Wert von +247 führt er alle linken Außenstürmer der letzten zwei Jahrzehnte deutlich an (den zweiten Platz belegt Chris Kunitz mit +184). Zuverlässig punktete Marchand auch in der Postseason. In 132 Playoff-Partien gelangen ihm 45 Tore und 62 Assists, womit er jeweils den dritten Rang unter den Spielern seiner Position einnimmt.

NYI@BOS, Sp5: Marchand trickst und trifft

6. Ray Whitney, Karriereende (239 Tore, 470 Assists, 709 Punkte)
Mit der Jahrhundertwende ging Ray Whitney fast schon in die zweite Hälfte seiner NHL-Karriere, die 1991/92 bei den San Jose Sharks begann. Im Zeitraum ab 2001/02 war der aus Alberta stammende Außenstürmer für die Blue Jackets, Detroit Red Wings, Carolina Hurricanes, Phoenix/Arizona Coyotes und Dallas Stars aktiv.
845 seiner 1330 NHL-Partien bestritt Whitney in diesem Jahrhundert. Nach Punkten rangiert er auf Platz elf und nach Assists auf Platz vier. Er war einer von wenigen Außenstürmern in der NHL, der über herausragende Spielmacherqualitäten verfügte.
Im Alter von 39 Jahren schrammte Whitney mit 77 Punkten in der Saison 2011/12 ganz knapp an seiner Saison-Bestleistung von 83 Punkten aus 2006/07 vorbei. Seinen größten Erfolg feierte er 2006, als er mit den Hurricanes den Stanley Cup gewann. Anfang 2015 gab Whitney das Ende seiner aktiven Laufbahn bekannt.
7. Zach Parise, UFA (393 Tore, 417 Assists, 810 Punkte)
Ursprünglich lief das Arbeitspapier des 37-jährigen Stürmers mit den Minnesota Wild noch vier Jahre bis zur Saison 2024/25, doch die Wild kauften ihn aus dem Kontrakt heraus und somit ist einer der besten Linksaußen dieses Jahrhunderts noch zu haben.
Ob als Vollstrecker oder Vorbereiter, auf Parise war stets Verlass. In zehn seiner 16 NHL-Saisons mit den Devils, die ihn beim NHL Draft 2003 in der ersten Runde an Nummer 17 ausgewählt haben, und den Wild erzielte er mindestens 25 Tore, siebenmal gelangen ihm mindestens 60 Punkte und in der Summe ist er der viertbeste Scorer unter den Linksaußen der vergangenen zwei Jahrzehnte.

DAL@MIN: Parise haut im PP den Puck zum Remis rein

8. Dany Heatley, Karriereende (372 Tore, 419 Assists, 791 Punkte)
Mit einem Paukenschlag startete die Karriere des in Freiburg geborenen Dany Heatley. Von den Thrashers beim NHL Draft 2000 an Nummer 2 gezogen, räumte Heatley mit 67 Punkten (26 Tore, 41 Assists) in seiner Debüt-Saison 2001/02 als bester Rookie die Calder Trophy ab.
Seine stärksten Saisons lieferte er 2005/06 und 2006/07 bei den Ottawa Senators ab, als er jeweils 50 Tore markierte und mit 103 sowie 105 Punkten die 100-Punkte-Marke überbieten konnte. In den folgenden fünf Spielzeiten mit den Senators, Sharks und Wild erzielte er jeweils über 50 Punkte, dreimal kam er über 70 Punkte.
In den letzten drei Jahren seiner NHL-Karriere bei den Wild und Ducks ließ die Produktivität des Deutsch-Kanadiers etwas nach, dennoch rangiert er bei den erzielten Scorerpunkten auf Platz sechs unter den Linksaußen.
9. Jamie Benn, Dallas Stars (311 Tore, 412 Assists, 723 Punkte)
Jamie Benn ist der Jüngste unter den hier aufgelisteten Top-Linksaußen, und es ist durchaus wahrscheinlich, dass er bei einem ähnlichen Ranking in fünf Jahren, rückblickend auf die vergangenen zwei Jahrzehnte, mehrere Plätze gut gemacht haben wird.
Der Kapitän der Stars, die ihn beim NHL Draft 2007 erst in der fünften Runde an Nummer 129 ausgewählt hatten, entwickelte sich zu deren Führungsspieler. Seit mittlerweile acht Jahren trägt er das 'C' der Stars auf der Brust.
Neunmal schoss er mehr als 20 Tore in einer Saison, achtmal erzielte er mehr als 50 Punkte und mit 87 Punkten gewann er in der Saison 2014/15 die Art Ross Trophy. Zudem ist Benn für einen Außenstürmer ein außergewöhnlich guter Bullyspieler. Unter den 50 besten Linksaußen nach Punkten weisen nur fünf (Jussi Jokinen 53,5 Prozent; Gabriel Landeskog 53,0; Michael Cammalleri 51,9; Vinny Prospal 51,6; Keith Tkachuk 51,4) eine bessere Gewinnquote am Bullypunkt aus als Benn mit seinen 50,2 Prozent.
10. Thomas Vanek, Karriereende (373 Tore, 416 Assists, 789 Punkte)
Der in Baden bei Wien geborene Thomas Vanek kam in der NHL weit herum. Für acht verschiedene Teams ging er auf Tore- und Punktejagd. Seine ersten acht NHL-Saisons war er für die Buffalo Sabres aktiv. Weitere Teams, die von seinem Torinstinkt profitierten, waren die New York Islanders, Canadiens, Wild, Red Wings, Florida Panthers, Canucks und Blue Jackets.
Vanek belegt bei den erzielten Toren den sechsten, bei den Assists den achten und bei den Punkten den siebten Platz. 137 Mal traf Vanek bei Überzahl und rangiert damit auf Platz vier hinter Ovechkin (269), Kovalchuk (144) und Heatley (143).

NSH@DET: Red Wings ehren Vanek für 1.000. Spiel