Bereits vor dem ersten Bully herrschte Gänsehaut-Stimmung am Montag im Madison Square Garden. Mika Zibanejad von den New York Rangers wurde für sein 1000. Spiel in der NHL geehrt. Der 32-Jährige stand mit seiner Frau, seiner Tochter und seinen Eltern auf dem Eis und lächelte gerührt, als per Video die Höhepunkte seiner beeindruckenden Karriere eingeblendet wurden. Es passte zu seiner Geschichte, dass ausgerechnet die Ottawa Senators der Gegner waren. Hatte Zibanejad doch die ersten fünf Jahre seiner NHL-Karriere dort verbracht, ehe er 2016 nach New York wechselte.

Gastgeschenke von seinem Ex-Verein hatte Zibanejad allerdings nicht zu erwarten. Während die Rangers nämlich als punktschwächstes Team im Osten ohnehin keine reale Chance mehr auf die Stanley Cup Playoffs haben, galt es für die Senators, den Rückstand auf die Wildcard-Plätze zu verkürzen – mit Erfolg.

OTT@NYR: Die Rangers ehren Zibanejad für sein 1000. NHL-Spiel mit einer besonderen Würdigung und Geschenken.

Ottawa kämpft sich an Playoff-Plätze heran

Die Senators feierten mit dem 2:1 ihre fünfte Siegesserie von mindestens drei Spielen in dieser Saison. Dadurch rückte die Mannschaft von Tim Stützle erstmals seit dem 3. Januar bis auf zwei Punkte an einen Wildcard-Rang heran, nachdem sie am 30. Januar noch zehn Punkte zurücklagen.

Ottawa nutzte in der 7. Spielminute ein Powerplay zum Führungstreffer. Nach einer Vorarbeit von Claude Giroux und Jordan Spence landete der Puck bei Shane Pinto, der aus mittlerer Distanz den Puck ins Tor beförderte. Im zweiten Spielabschnitt baute Warren Foegele (27.) die Führung auf 2:0 aus. Er setzte Rangers-Verteidiger Connor Mackey in dessen Defensivzone unter Druck, sodass dieser einen Fehlpass auf Lars Eller spielte. Foegele skatete zum Tor, bekam den Puck dort zugespielt und traf aus kürzester Distanz. Stützle blieb diesmal ohne Torbeteiligung. Der Deutsche stand 22:16 Minuten auf dem Eis, gab einen Torschuss ab und verteilte einen Hit.

13 Minuten vor Spielende verkürzten die Rangers durch einen Treffer von Conor Sheary auf 1:2. Dennoch gelang es den Rangers nicht, einen echten Offensivdruck zu entfachen. Beeindruckend: Die Senators ließen über das gesamte Spiel lediglich zehn Torschüsse zu. Dies ist der niedrigste Wert in der Franchise-Geschichte. Diese Leistung ist besonders beachtlich, wenn man die Verletzungsausfälle in der Defensive berücksichtigt. Jake Sanderson fiel ohnehin aus, zudem verloren sie im Verlauf des Spiels mit Thomas Chabot und Lassi Thomson noch zwei weitere Verteidiger.

OTT@NYR: Giroux legt Pinto den Führungstreffer im Powerplay auf

Das Erfolgsgeheimnis der Senators-Defensive

Torwart James Reimer hatte auf den ersten Blick wenig zu tun, gab aber zu bedenken: „Solche Spiele sind manchmal schwieriger, als wenn du 30 oder 40 Schüsse auf dein Tor bekommst. Du bist nicht im Rhythmus, hast nicht so richtig ein Gefühl für das Spiel. Daher musst du darauf vertrauen, dass dein Körper instinktiv das Richtige macht.“

Trainer Travis Green war rundum zufrieden: „Das war heute einfach eine großartige Teamleistung. Wenn zwei Verteidiger ausfallen, müssen die anderen Verteidiger natürlich mehr leisten. Die Stürmer halfen ihnen dabei. Das war ein Teamsieg.“ Auffällig ist, dass die Defensive der Senators insgesamt gut funktioniert. Über die gesamte Saison ließen sie im Schnitt nur 23,9 Schüsse auf das eigene Tor zu. Dies ist der beste Wert der gesamten Liga.

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Green erklärt das Erfolgsgeheimnis. „Es geht um das Engagement der gesamten Mannschaft. Es geht nicht nur um die Verteidigung, sondern auch darum, ein 200-Foot-Spiel zu spielen.“ Damit ist die Fähigkeit gemeint, die komplette Eisfläche abzudecken. „Wenn man die Anzahl der Schüsse des Gegners gering hält, verbringt man viel Zeit in der Zone des Gegners“, so die einfache Rechnung des Coaches.

Verteidiger Spence fügte hinzu: „Das Verteidigen ist nicht nur eine Aufgabe der Defensivspieler. Wir sind eine Einheit mit fünf Männern auf dem Eis. Speziell in den letzten zehn Spielen war festzustellen, dass wir alle als Team funktionieren – sowohl in der Defensive wie auch in der Offensive. Wir haben noch 12 Spiele übrig und kämpfen um die Playoffs. Ich hoffe, dass wir weiter unsere beste Leistung abrufen können.“

OTT@NYR: Eller legt Foegele den Puck auf, der die Führung ausbauen kann.

Zibanejad ist für dankbar für die Zeremonie

Und wie war nach Spielende die Gefühlslage bei Zibanejad? Der Rangers-Star bedauerte den Spielausgang, wusste aber dennoch die Zeremonie zu schätzen. „Abgesehen von dem Spiel selbst, dem Ergebnis und der Art und Weise, wie wir gespielt haben, ist das etwas, woran man sich gerne zurückerinnert“, sagte er. „All die Gefühle und Emotionen mit den Jungs in der Kabine, meiner Familie und meinen Freunden teilen zu können, ist etwas Besonderes. Ich bin sehr dankbar und muss das alles erst einmal verarbeiten.“

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