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Dennis Seidenberg bleibt positiv gestimmt

Der deutsche Verteidiger im Interview über seinen Rekord, die Zukunft und Thomas Greiss

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Dennis Seidenberg ist glücklich. Das merkt man ihm an. Er genießt es noch in der NHL zu spielen, nachdem das im vergangenen Sommer lange in den Sternen stand und noch dazu bei einer Mannschaft, die um den Einzug in die Playoffs mitspielt.

Erst Ende September während des World Cup of Hockey bei dem er für Team Europa glänzte, unterschrieb er einen Vertrag für die neue Saison bei den New York Islanders, nachdem ihn die Boston Bruins Ende Juni aus dem laufenden Vertrag herausgekauft hatten und damit die Fortsetzung seiner NHL-Karriere auf der Kippe stand.

Persönlich läuft es für ihn gut, denn seine bisher 16 Punkte in 44 Spielen sind so gut wie seit einigen Jahren nicht mehr. Für die Islanders heißt es weiter kämpfen, denn das Bild in der Eastern Conference ist es sehr eng. Zwischen dem Letzten Tampa Bay Lightning und dem zweiten Wild Card Platz, den die Philadelphia Flyers innehaben, liegen gerade einmal fünf Punkte. Dazwischen mit drei Punkten Rückstand, aber drei absolvierten Spielen weniger, die Islanders.

Dieses und einiges mehr waren die Themen unseres Telefoninterviews mit dem 35-jährigen Seidenberg:

Du hast jetzt 802 NHL-Spiele, die meisten eines deutschen Verteidigers aller Zeiten. Was sagst Du zu der Zahl?

"Ja definitiv eine schöne Zahl. Eine Statistik, an der viele schöne Erinnerungen hängen, aber gleichzeitig Ansporn für die Zukunft ist."

Muss Marco Sturm schon Angst haben vor Dir, dass du ihm den deutschen Rekord mit 938 Spielen streitig machst?

"938 hat er? Ich spiele diese Saison auf jeden Fall zu Ende, aber dann fehlen bis dahin noch ein paar. Deswegen muss ich sehen, was danach passiert, aber momentan spiele ich gut und dann sollte es auch weitergehen. Ich fühle mich sehr gut und sehe momentan keinen Grund, warum es nicht weiterhin klappen sollte."

Video: EDM@NYI: Prince trifft nach Seidenberg Pass

Wie siehst Du Deine Entwicklung, dass du wieder mehr Punkte in dieser Saison machst?

"Das System das wir spielen ist ein bisschen anders als in Boston. Wir spielen offensiver. Das hilft mir dabei und liegt mir. Dazu kommt natürlich auch das gewisse Quäntchen Glück. Am Anfang hatte ich ein paar leichte Punkte gemacht. Wenn du in der Saison so eine Phase hast, dann wird das mit den Punkten auch leichter."

Es nähert sich die Trading Deadline und hast nur einen Vertrag bis Juni, bist also potenzieller Kandidat für einen Trade. Wie groß siehst du die Gefahr wieder gehen zu müssen?

"Kandidat ist man immer in der Konstellation, aber bislang gab es keine Anzeichen dafür. Das ist mir aber im Moment auch ziemlich egal. Es wäre Verschwendung sich darüber zu viele Gedanken zu machen. Wenn es passiert, passiert es, da kann ich nicht viel machen. Aber ich würde gerne bleiben, denn mir gefällt es hier sehr gut."

Wäre in der neuen Saison Las Vegas mit dem neuen Team Golden Knights eine Option?

"Ich möchte auf jeden Fall weiter NHL spielen und das weitere Team eröffnet natürlich mehr Optionen für die Spieler. Von daher ist es gut und eine Möglichkeit."

Würdest Du auch noch in die DEL gehen, falls es in der NHL nicht mehr klappt oder stünde das nicht mehr zur Debatte?

"Ich denke darüber nicht nach, denn ich gehe fest davon aus, dass ich in der NHL wieder einen Vertrag bekomme. Doch falls es soweit kommt, dann schaue ich weiter und dann wäre ich auch für alles offen."

Thomas Greiss hat die Chance dauerhaft die Nummer 1 bei den Islanders zu werden. Wie schätzt Du ihn ein?

"Er ist unglaublich. Ich hatte bisher noch nicht mit ihm zusammengespielt. Seitdem ich hier bin, weiß ich ehrlich zu schätzen, wie gut er ist. Das wusste ich vorher nicht. Er ist ruhig, aber unglaublich aggressiv im Tor. Es gibt nicht viel, was ihn aus der Bahn wirft, denn es ist unheimlich gelassen. Seine Ruhe, die er ausstrahlt ist fantastisch. Wenn es mal nicht so läuft, dann klopft er sich auf die Schulter und sagt 'Wird schon wieder besser'. Dann macht er einfach seine Sachen weiter, wie er es gewohnt ist. Das ist schon bemerkenswert. Er hilft uns so in fast jedem Spiel zu gewinnen."

In der Eastern Conference geht es äußerst eng zu. Ihr ward schon Letzter, jetzt seid Ihr in Reichweite der Wild Card Plätze. Wie siehst Du die Situation?

"Rosig ist es bestimmt nicht. Aber wir haben nur drei Punkte Rückstand auf den zweiten Wild Card Platz. Der Vorteil ist, dass wir in einem Aufwärtstrend sind. Jedes Spiel und jeder Punkt zählt, muss aber hart erkämpft werden. Ich hoffe, dass wir so weiterspielen, wie in den letzten Wochen, dann bin ich zuversichtli

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