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In dieser Ausgabe: Der SC Bern hofft auf einen baldigen Umschwung
Der Schweizer Serienmeister SC Bern hat in jüngster Vergangenheit schwierige Zeiten durchlebt. 2019/20 und 2020/21 reichte es in der National League jeweils nur für Platz 9 nach der Hauptrunde und in der aktuellen Spielzeit sieht es nicht besser aus. Zu Beginn der Olympia-Pause rangiert der 16-fache Titelträger mit 53 Punkten aus 42 Spielen sogar lediglich auf Rang 10. Diese Position würde gerade noch für die Teilnahme an den Pre-Playoffs reichen. Trotzdem herrscht bei den Verantwortlichen des Klubs nach außen hin keine Unruhe. General Manager Andrew Ebbett ist fest davon überzeugt, dass der Umschwung in Kürze gelingt und das Team im weiteren Saisonverlauf noch für positive Schlagzeilen sorgt.
Der Optimismus des Sportchefs, der von 2015 bis 2020 selbst die Schlittschuhe für den SCB schnürte, speist sich in erster Linie aus den drei Auftritten des Teams vor der Unterbrechung der Liga für die olympischen Spiele. Dabei gelangen zwei Siege vor eigenem Publikum. Vor allem beim 4:1 gegen den amtierenden Champion EV Zug zeigten die Berner, zu was sie an guten Tagen in der Lage sind.

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Nach Ansicht von Ebbett war diese Vorstellung ein Lebenszeichen, das nachhält. "Der Titelverteidiger kommt und wir haben ein großartiges Spiel abgeliefert. Was unsere Torhüter in den letzten drei, vier Spielen geleistet haben und wie die Mannschaft aufgetreten ist, hat mir gefallen. Zwar wurden wir manchmal überlaufen und ausgespielt, aber der Kampfgeist war da. Von daher glaube ich fest, dass das Team nach der Pause etwas Besonderes leisten kann", sagte er in einem auf der vereinseigenen Webseite veröffentlichten Interview.
Der General Manager verhehlt jedoch nicht, dass es auch weniger geglückte Vorstellungen in dieser Saison gab. "Wir hatten einige gute und einige schlechte Teile", lautet sein Zwischenfazit. "Wir hatten einen schlechten Start. Danach haben wir uns neu gruppiert und im Dezember begonnen, nach oben zu kommen. Wir sind auf den 8. Platz geklettert und dann kamen leider wieder Verletzungen, Verschiebungen und Corona", erläuterte Ebbett. "Der Januar war ein extrem harter Monat für uns. Wir hatten einige Partien, in denen wir ein oder zwei individuelle Fehler gemacht haben, die uns am Ende das Spiel gekostet haben. Wir waren frustriert. Aber ich denke, die Jungs haben in den letzten drei Spielen wirklich Charakter gezeigt. Zwei von drei möglichen Siegen zu holen und mit positiver Energie in die Pause zu gehen, fand ich gut."
Obwohl die Tendenz in den zurückliegenden Partien nach oben zeigte, kommt dem SCB die knapp vierwöchige Verschnaufpause keineswegs ungelegen. Die sportliche Führung hofft, dass sich in dieser Zeit das Lazarett weiter lichtet und einige Stammkräfte beim Wiederbeginn am 25. Februar im Heimspiel gegen die SCL Tigers aufs Eis zurückkehren können. Dass zum Beispiel Angreifer Tristan Scherwey über zusätzliche Zeit zur Rekonvaleszenz verfüge, sei hilfreich, meinte Ebbett. Gleiches gelte für Christian Thomas, der sich unmittelbar vor Olympia eine Blessur zugezogen habe und nun die Möglichkeit besitze, sich in Ruhe auszukurieren. "Und hoffentlich haben wir nach der Unterbrechung auch Dustin Jeffrey zurück", fügte der General Manager des SCB hinzu.
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Ein weiterer Vorteil ist es nach Einschätzung von Ebbett, dass diesmal nur vier Akteure aus Bern in den Olympia-Kader der Schweiz berufen worden sind. "Das ist gut für uns. Der Rest kann normal trainieren. Es ist eine günstige Gelegenheit, die Batterien aufzuladen und ein paar Dinge aufzubauen und an unseren Special Teams zu arbeiten, um für den Sprint bis zum Saisonende bereit zu sein", sagte der Sportchef.
Als guter Griff von Ebbett hat sich die Verpflichtung des deutschen Nationalspielers Dominik Kahun im Sommer erwiesen. Der 26 Jahre alte Angreifer brachte seine mehrjährige NHL-Erfahrung voll zur Geltung und führt die teaminterne Scorerwertung mit 41 Punkten (13 Tore, 28 Assists) aus 37 Einsätzen an. Gerade auf Spielern wie ihm ruhen die Hoffnungen, dass der SCB über die Pre-Playoffs den Einzug in die Endrunde schafft und dort vielleicht an alte Glanzzeiten anknüpft.