Am Freitag mussten die Utah Mammoth eine besonders bittere Niederlage einstecken. Zu Hause im Delta Center sorgte gegen die New York Islanders ein überaus unglückliches Gegentor für die Verlängerung, ehe Rookie Matthew Schaefer das entscheidende 3:2 für die Gäste erzielte und dabei Geschichte schrieb. Einen kleinen persönlichen Erfolg konnte JJ Peterka feiern, der zu seiner gewohnten Form zurückgekehrt ist.

Peterka legt nach

Utah kassierte zwar das erste Tor des Spiels durch Emil Heineman, dominierte aber insgesamt das erste Drittel mit 13:6 Torschüssen. In der 14. Minute nutzte Peterka das, um die Partie wieder auszugleichen. Der Stürmer aus München zog vor das Tor und lenkte einen schönen Pass von Lawson Crouse aus nächster Nähe ins Tor.

Peterka zeigte so, dass er wieder auf dem richtigen Weg ist. Nach zehn Punkten (vier Tore, sechs Assists) in den ersten elf Spielen der Saison, machte er eine Durststrecke von fünf punktlosen Partien durch. Erst im vorherigen Spiel gegen die Buffalo Sabres, von denen er diesen Sommer nach Utah gewechselt war, schaffte er mit einem Tor und einem Assist den Befreiungsschlag. Jetzt legte er im zweiten Spiel in Folge einen Treffer nach. Vor dem Spiel gegen die Sabres wurde Peterka in eine neue Reihe mit Crouse und Jack McBain gesteckt.

„JJ hat sich perfekt in unsere Reihe eingegliedert“, lobte Crouse. „Ich und Jack haben eine Identität entwickelt, wie wir spielen wollen und JJ ergänzt das super. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie wir spielen. Er macht einen super Job und wird dafür mit Toren belohnt.“

NYI@UTA: Peterka schießt das Erste der Mammoth

Das ist nicht nur für Peterka persönlich eine Erleichterung, sondern auch für die Mammoth. Auf dem Neuzugang lasten hohe Erwartungen. Vergangene Saison erzielte der 23-jährige Außenstürmer 68 Punkte (27 Tore, 41 Assists) in 77 Spielen. Im Moment ist Peterka mit 13 Punkten und sechs Toren der sechstbeste Scorer und fünftbeste Torjäger in Utah. Mit seinem Durchschnitt von 0,88 Punkten pro Spiel aus der vorherigen Saison würde er in der teaminternen Scorerliste Platz drei hinter Nick Schmaltz und Clayton Keller belegen.

Ungenutzte Chancen

Die Begegnung war eng, schien aber lange zu Gunsten der Gastgeber zu laufen. Guenther drehte das Spiel noch im ersten Drittel mit einem Powerplaytor und Utah behielt die Oberhand in Sachen Torschussverhältnis. Am Ende brachten die Mammoth 29 Schüsse aufs gegnerische Tor, New York nur 21.

„Das war eine bittere Niederlage“, gab Crouse zu. „Du führst so lange mit 2:1. Dann kommt der späte Ausgleich und dann passiert in der Verlängerung, was eben passiert. Bitter, aber daraus muss man lernen und es abhaken.“

Die Islanders nahmen hingegen immer wieder Strafen und gaben ihren Kontrahenten Chancen in Überzahl. Das Powerplay strauchelt mit einem Tor bei sechs Gelegenheiten aber weiter. Mit einer Erfolgsquote von 15,7 Prozent belegt die Überzahl der Mammoth nur Platz 27.

„Wir haben im Powerplay ein wichtiges Tor geschossen“, hob Trainer Andre Tourigny zunächst das Positive hervor. „Wir hatten in Überzahl aber auch die Chance uns abzusetzen, haben es aber nicht geschafft. Das war entscheidend... Im Powerplay hatten wir einige gute Szenen, in denen wir Chancen hatten, da müssen wir den Sack zumachen.“

Unglücklicher Ausgleich

Für Utah bewahrheitete sich wie so oft im Sport, dass es sich rächt, wenn man zu viele Chancen liegen lässt. Im Schlussabschnitt kassierte Peterkas Team ein kurioses Eigentor. Islanders-Stürmer Jonathan Drouin kickte den Puck mit dem Schlittschuh Richtung Tor, Verteidiger Nate Schmidt beförderte die Scheibe aber selbst über die Linie. Das Tor wurde zunächst aberkannt, da die Schiedsrichter dachten, Drouin hätte den Puck direkt ins Tor getreten. Nach dem Videobeweis wurde die Entscheidung aber geändert und es stand 2:2.

NYI@UTA: Drouin bezwingt Karel Vejmelka zum 2:2 im 3.

„Das war bitter“, haderte Schmidt mit der Szene. „Das war einfach Instinkt. Im Nachhinein wünschte ich mir natürlich, dass ich meinen Schläger einfach weggehalten hätte, dann wäre das Tor nicht gegeben worden. Aber es ist schwer, das zu tun.“

Schaefer wird jüngster OT-Torschütze

In der Verlängerung kam dann der große Auftritt von Schaefer. Der erste Pick im NHL Draft 2025 wurde im rechten Bullykreis von Matthew Barzal bedient, schloss direkt ab und brachte den Islanders den Sieg ein. Schaefer wurde dabei zum jüngsten Spieler (18 Jahre, 70 Tage) der NHL-Geschichte, dem ein Siegtor in der Verlängerung gelang

„Er ist ein unglaublicher Spieler“, schwärmte Islanders-Torwart David Rittich. „18 Jahre alt und spielt so selbstbewusst, das sagt schon viel.“

Für den Rookie-Verteidiger war es bereits der siebte Treffer der Saison und sein 15. Punkt. Damit führt er alle Rookies nach Toren und Punkten an und ist der beste Torschütze unter allen Abwehrspielern der NHL. In der Scorerliste der Verteidiger liegt er auf Platz vier.

„Er ist ein echter NHL-Spieler, kein Zweifel“, zollte Tourigny seinem Gegner Respekt. „Er hat gut gespielt. Er hat das Tor geschossen, hatte aber auch den ganzen Abend über viel Einfluss auf das Spiel.“

Die Islanders zogen durch den Sieg mit 22 Punkten (9-6-2) mit den Pittsburgh Penguins gleich, die den dritten Platz der Metropolitan Division belegen. Dank des einen Punkts für das Erreichen der Verlängerung überholten die Mammoth in der Central Division mit 21 Punkten die Winnipeg Jets und stehen nun auf Platz drei.

Für New York geht es am Sonntag mit einem Auswärtsspiel bei den Colorado Avalanche weiter. Utah hat zwei Tage Zeit, um die Enttäuschung abzuschütteln, ehe am Montag das nächste Spiel in Kalifornien bei den Anaheim Ducks ansteht.

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