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San Jose: Stark in der Spitze, weniger Tiefe

NHL.com/de 31 in 31: Sharks setzten auf wichtige Vertragsverlängerungen statt auf hochkarätige Neuzugänge

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die San Jose Sharks.

Wohin führt der Weg der San Jose Sharks 2019/20? Zwar können die Nordkalifornier auf ein Gerüst aus hochkarätigen Spielern bauen, doch ging im Sommer viel Tiefe verloren. Ob die neue Spielzeit eine erfolgreiche wird, dürfte nicht nur vom Gesundheitszustand der Spieler sondern auch von neuen Talenten abhängen.

Meier unter den Schlüsselspielern

Über Qualität in der Spitze kann sich San Jose wahrlich nicht beklagen: Mit Brent Burns (34) und Erik Karlsson (29) stehen zwei Norris-Trophy-Gewinner an der blauen Linie, die für jede Menge Firepower sorgen. Im Sturm sind Leistungsträger wie Logan Couture (30), Tomas Hertl (25) oder Evander Kane (28) im besten Eishockey-Alter. Ein Schweizer zählt ebenfalls zum Kreis der Schlüsselspieler: Hinter Timo Meier (22) liegt die beste Saison seiner NHL-Karriere - in 78 Spielen markierte er 66 Scorerpunkte (30 Tore, 36 Assists). Auch in den Playoffs lieferte der in Herisau geborene Power Forward zuverlässig ab und sammelte 15 Scorerpunkte (fünf Tore, zehn Assists) in 20 Partien. Meiers Dienste waren den Sharks sechs Millionen Dollar per annum wert - der auslaufende Vertrag des Linksschützen wurde um vier Jahre bis 2023 verlängert.

Video: CGY@SJS: Meier erzielt seinen 30. Saisontreffer

Verlängerungen statt Neuzugänge

Vertragsverlängerungen standen in San Jose ohnehin ganz oben auf der Agenda: Neben Meier setzten auch Erik Karlsson (11,5 Mio. p.a., bis 2027), Kevin Labanc (1,0 Mio p.a., bis 2020) ihre Unterschrift unter neue Kontrakte. Damit schöpften die Sharks ihren Gehaltsspielraum nahezu komplett aus. Alleine die drei Verteidiger Karlsson, Brent Burns (8,0 Mio.) und Marc-Edouard Vlasic (7,0 Mio.) nehmen 26,5 Millionen US-Dollar an Capspace in Anspruch. Hinzu kommen hochpreisige Stürmer wie Couture (8,0 Mio.), Kane (7,0 Mio.), Meier (6,0) und Hertl (5,625 Mio.). Für Neuzugänge fehlte somit schlichtweg der Gehaltsspielraum. Neu in der Bay Area sind daher Spieler, die zunächst in der AHL beim San Jose Barracuda eingeplant werden dürften. Darunter mit Lean Bergman (Adler Mannheim) auch ein deutsches Stürmer-Talent.

 

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Der fehlende Capspace brachte aber noch weit schwerwiegendere Nachteile mit sich: Die Verträge von Gustav Nyquist (Columbus Blue Jackets), Joonas Donskoi (Colorado Avalanche), Joakim Ryan (Los Angeles Kings) und vor allem Kapitän Joe Pavelski (Dallas Stars) konnten nicht verlängert werden. Eine Verlängerung von Routinier Joe Thornton gab es noch nicht - gleichwohl gilt sein Verbleib als wahrscheinlich.

Stärken und Schwächen

In der Spitze sind die Sharks nach wie vor gut besetzt: Mit Bruns und Karlsson tragen zwei der besten Verteidiger der Welt das Trikot in Teal. Das Duo steht für einen guten Spielaufbau und sorgt für viel Gefahr von der blauen Linie sowie im Powerplay. Im Sturm haben sich bereits vielversprechende Pärchen wie Couture/Meier oder Hertl/Kane gefunden. Hier gilt es nun, die richtigen Partner für ein effizientes Sturmtrio zu finden. Labanc, Marcus Sorensen, Barclay Goodrow und Melker Karlsson streben danach, tragendere Rollen als im Vorjahr einzunehmen.

Allerdings könnte fehlende Tiefe durch die Abgänge zum Problem werden: Nicht nur Pavelski hinterlässt eine klaffende Lücke als Führungsspieler und Leistungsträger, sondern auch Thornton, dessen Rolle als Drittlinien-Center nicht Eins-zu-eins zu ersetzen ist. Kann San Jose trotzdem Secondary Scoring kreieren?

Erneut ein gutes Händchen mit Talenten?

Das wird auch davon abhängen, wie viele Talente die Nord-Kalifornier erfolgreich in den NHL-Kader integrieren können. Schon in der Vergangenheit zauberten die Sharks Rohdiamanten aus der AHL aus dem Hut und schliffen diese zu Leistungsträgern (Meier, Labanc, Sorensen, Lukas Radil, Radim Simek, Tim Heed). In dieser Saison könnte die Stunde für die Stürmer Antti Suomela (25), Dylan Gambrell (22), Jayden Halbgewachs (22) oder Alexander True (22) sowie Verteidiger Ryan Merkley (19) schlagen.

 

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Playoff-Chancen stehen gut

San Jose ist über den Sommer nicht stärker geworden und zählt somit nicht mehr zu den Titel-Favoriten. Dennoch haben die Sharks einen starken Kader, der es in die Playoffs schaffen wird. Dann wird viel davon abhängen, ob die Talente liefern und ob die Fins gesund bleiben. Letzteres war in den letzten Jahren bereits der große Bremsklotz auf dem Weg zum ersten Stanley Cup der Franchise-Geschichte.

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