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Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.

In dieser Ausgabe: San Jose Sharks.
Das Championship-Fenster bei den San Jose Sharks ist zugefallen. Der einstige Dauergast in den Stanley Cup Playoffs schaffte es zuletzt in zwei Jahren in Folge nicht mehr in die Endrunde: 2019/20 schlossen die Sharks auch aufgrund zahlreicher verletzter Spieler als Letzter in der Pacific Division ab. Doch auch 2020/21 reichte es nur zum vorletzten Rang in der Honda West Division. Wie ein roter Faden zieht sich die Torhüter-Leistung durch diese schweren Jahre.
Die eigenen Stanley-Cup-Ambitionen muss San Jose künftig hintenanstellen, zumal ein großer Umbruch im Sommer auch aufgrund vieler hochdotierter Spielerverträge ausblieb. Immerhin gingen die Verantwortlichen in der Bay Area die Großbaustelle im Tor an, die sich wie ein roter Faden durch die letzten schweren Jahre zog.

5 für 5: Tolle 5 Tore aus Meiers 5. NHL-Saison

Bilanz 2020/21:21-28-7, 7. Platz in der Honda West Division
Postseason 2021: Nicht qualifiziert
Trainer: Bob Boughner, 3. Saison
Zugänge: G Adin Hill, G James Reimer, F Nick Bonino, F Andrew Cogliano, F Jonathan Dahlen, F William Eklund, F Nick Merkley, F Lane Pederson
Abgänge: G Martin Jones, G Josef Korenar, D Christian Jaros, D Greg Pateryn, F Ivan Chekhovic, F Ryan Donato, F Kurtis Gabriel, F Maxim Letunov, F Marcus Sorensen, F Alexander True
Als San Joses General Manager Doug Wilson dem damaligen Starter Martin Jones am 1. Juli 2017 einen Sechsjahresvertrag über 34,5 Millionen US-Dollar (im Schnitt 5,75 Mio. p.a.) anbot, war die Hoffnung groß, einen hochqualifizierten Stammtorwart langfristig gebunden zu haben. Mit Jones zwischen den Pfosten hatten die Sharks das Stanley Cup Finale 2016 erreicht (2:4 gegen die Pittsburgh Penguins). Überhaupt wusste der Keeper in seinen ersten drei Jahren in Nord-Kalifornien durchaus zu überzeugen. Danach aber kam es zum Bruch: In den folgenden drei Spielzeiten blieb Jones immer unter einer Fangquote von 90 Prozent, verlor Vertrauen und auch seinen Stammplatz.

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Wilson erklärte das mit Überlastung: "Ich denke, er hat viel Hockey gespielt, vielleicht auch zu viel. Ich denke, dass das Spuren bei ihm hinterlassen hat", erklärte Wilson. "Das gab es schon in der Vergangenheit, dass Torhüter gegen eine Wand fahren, vielleicht ist das auch mit Martin passiert." Jones absolvierte 65, 65, 60 und 62 Spiele in seinen ersten vier Jahren bei den Sharks. Hinzu kamen noch einmal 24, 6, 10 und 20 Spiele in den Playoffs.
Jones muss gehen - Hill wird die neue Nummer 1
Weil aber auch die Vertreter Aaron Dell oder Devan Dubnyk nicht vollends überzeugen konnten, war der Platz zwischen den Pfosten die Problemposition in den letzten Jahren. "Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir etwas ändern mussten und haben diese Pläne vorangetrieben", sagte Wilson, der sich via Buyout von Jones trennte (jetzt Philadelphia Flyers) und Goalie-Talent Josef Korenar (und ein Zweitrunden-Pick 2022) im Austausch für Adin Hill (und ein Siebtrunden-Pick 2022).
Hill unterschrieb daraufhin einen Zweijahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 4,35 Millionen US-Dollar (im Schnitt 2,175 p.a.) bei den Sharks. Der 25-jährige Kanadier soll künftig der zuverlässige Starter werden, den sich Wilson schon 2017 gewünscht hatte. "Adin ist ein extrem kompetitiver und athletischer Torwart, der trotz seines Alters schon viele Spiele gemacht hat. Wir sind beeindruckt von der Entwicklung seines Spiels, insbesondere seine Fähigkeit, gefährliche Großchancen des Gegners zu entschärfen", so Wilson.
Das Goalie-Tandem komplettiert James Reimer (zuletzt Carolina Hurricanes), der als Free Agent ebenfalls einen Zweijahresvertrag über 4,5 Millionen Dollar (2,25 Mio. p.a.) unterschrieb. Für den 33-jährigen Kanadier ist es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Bereits in der Saison 2015/16 wechselte Reimer kurz vor der Trade Deadline zu den Sharks und war als Backup von Jones ein Teil des Teams, das es bis ins Stanley Cup Finale geschafft hatte. "James ist ein erfahrener NHL-Torhüter, den wir noch gut aus seiner ersten Amtszeit in San Jose kennen. Seine Verpflichtung wird uns helfen, die Goalie-Position in unserem Klub zu stärken", sagte Wilson.

Reimer-FA

Positive Auswirkungen auf Karlsson, Bruns & Co.?
Das neue Gespann soll den Sharks dabei helfen, mehr Stabilität und Vertrauen in die Defensive zu bekommen. Trotz großer Namen in der Abwehr wie Erik Karlsson, Brent Burns, Marc-Edouard Vlasic oder Top-Talent Mario Ferraro waren die Kalifornier zuletzt anfällig und die Verteidiger im Formtief. Die beiden neuen Goalies sollen als Rückgrat der Defensive also auch einen positiven Effekt auf ihre Vorderleute haben.
Nur wenn das gelingt, werden sich die Sharks rehabilitieren und auch wieder um einen Playoff-Spot kämpfen können. Hill und Reimer sind also nicht weniger als die großen Hoffnungsträger auf eine bessere Zukunft in San Jose.