crosby 12-13

Die Pittsburgh Penguins haben am Mittwochabend im Bell Centre einen Shootout-Krimi in der 12. Runde mit 3:2 n.P. bei den Montreal Canadiens gewonnen. Dabei zeigten sich die Penguins stark verbessert im Powerplay (2/3), was ein Comeback im Mitteldrittel zur Folge hatte. Pittsburghs Kapitän und Superstar war an allein drei Treffern seiner Mannschaft beteiligt (2-1-3) und traf zudem im Penaltyschießen. Für die Entscheidung sorgte dort aber ein 26-jährige US-Amerikaner, der in der laufenden Saison noch ohne eigenen Treffer ist.

Harkins erlöst Pittsburgh als 24. Schütze

Es war das achtlängste Shootout in der NHL-Geschichte und das längste seit über sieben Jahren: Am 22. November 2016 hatte es 14 Runden gedauert, ehe die New York Islanders bei den Anaheim Ducks gewinnen konnten.

An diesem Abend entschied in der 12. Runde der 24. Schütze die Partie: Dann trat ein gewisser Jansen Harkins an und verwandelte per Flachschuss.

PIT@MTL: Penguins sammeln zwei Punkte nach einem wilden Penaltyschießen

„Ehrlich gesagt hatte ich gehofft, dass die Jungs vor mir treffen“, lachte Harkins. „Ich habe einfach geschossen. Unsere Väter waren ja heute hier und meiner hat mir immer gesagt, ich solle mehr schießen. Jeder hier hat schon einmal Penaltyschüsse gemacht. Es geht immer an die Nerven. Ich hatte zuletzt nicht oft gespielt, also wollte ich es einfach hinter mich bringen.“

Vor Harkins hatten bereits Kris Letang, Sidney Crosby und Lars Eller im Shootout verwandelt. Doch jeweils direkt davor waren auch Montreals Nick Suzuki, Cole Caufield und Sean Monahan erfolgreich. Die Spannung wuchs also von Runde zu Runde.

„Es macht immer Spaß, je länger es dauert“, grinste Penguins-Verteidiger Erik Karlsson, der mit seinem Versuch an Sam Montembault gescheitert war. „Die Jungs auf der Bank werden ein bisschen panisch und hoffen, dass jemand für uns trifft, damit es vorbei ist und sie nicht selbst als Schütze ausgewählt werden. Auf der anderen Seite ist so ein Penaltyschuss auch immer eine Chance, die man normalerweise nicht bekommen würde. Heute hat ‚Harks‘ das Tor für uns geschossen. Ich weiß gar nicht, ob er jemals einen Penaltyschuss ausführen durfte. Es war ein großer Moment für ihn persönlich aber auch für uns als Mannschaft.“

Penguins Powerplay im Aufschwung

Zuvor hatte sich Pittsburgh in einem Back-to-Back-Spiel schwergetan, in die Partie zu finden und lag zur ersten Pause bereits mit 1:3 zurück. Den einzigen Treffer lieferte bis dahin Kapitän Crosby (14.).

„Wir hatten nicht den Start, den wir wollten, aber wir haben weitergekämpft und uns in dieses Spiel zurückgearbeitet“, sagte Penguins-Trainer Mike Sullivan. „Ich glaube auch, dass das Powerplay mal wieder den großen Unterschied für uns gemacht hat. Insgesamt hat ‚Ned‘ ein paar gute Saves zur richtigen Zeit für uns gezeigt. Ich bin einfach stolz auf die Mannschaft. Es war ein Back-to-Back-Spiel, die nie leicht sind.“

PIT@MTL: Guentzel trifft per Direktabnahme im Powerplay gegen Montembeault

Mit Ned meinte Sullivan Torwart Alex Nedeljkovic, der 36 von 42 Schüssen entschärfte (92,9 Prozent). Das Powerplay sollte im zweiten Drittel mit zwei Überzahl-Treffern für den Ausgleich sorgen.

Zwischen dem 14. November und 8. Dezember 2023 gelang Pittsburgh in 13 Spielen kein einziges Powerplaytor (0/36). In den letzten zwei Partien aber sollten gleich mehrere Überzahltreffer fallen (4/7). Die erste Formation mit Crosby, Evgeni Malin, Jake Guentzel, Valtteri Puustinen und Karlsson scheint also eine gute Chemie zu haben.

Crosby-Show mit drei Scorerpunkten

Natürlich war es Superstar Crosby, der seine Mannschaft zum Comeback verhalf: Erst als Vorbereiter bei der Direktabnahme von Guentzel (26.), dann traf er selbst per Handgelenksschuss aus der Distanz durch den Verkehr hindurch zum 3:3 (32.).

Für Crosby war es das 172. Drei-Punkte-Spiel seiner NHL-Karriere. Er liegt damit gleichauf mit Steve Yzerman für Rang sieben in den NHL-Geschichtsbüchern. Wayne Gretzky führt diese Statistik übrigens mit 459 Drei-Punkte-Spielen vor Mario Lemieux (272), Marcel Dionne (202), Jaromir Jagr (195), Mark Messier (183) und Phil Esposito (183) an.

PIT@MTL: Crosby erzielt im Powerplay seinen zweiten Treffer des Abends

Crosby überholte während des Spiels Paul Coffey (1531) und zog im weiteren Verlauf mit Mark Recchi (1533) für Platz 13 der NHL-Allzeit-Scoringliste gleich. Der 36-jährige Kanadier steht jetzt ebenfalls bei 1533 Punkten (566-967-1533).

„Die Zeit vergeht so schnell. Jetzt neben ‚Rex‘ zu stehen, nachdem ich selbst schon mit ihm gespielt und ihm hier zugesehen habe, ist ein Kompliment für mich. Ich weiß, was für eine Karriere er hatte und wie gut und konstant er war“, so Crosby.

Die Nummer 87 verzückte auch einmal mehr den Gegner. „So ist er schon in seiner ganzen Karriere: Er ist ein konstanter, ein großartiger Spieler und jemand, zu dem die Jungs noch immer aufblicken“, sagte Canadiens-Stürmer Sean Monahan über Crosby.

Härtetest in Toronto

Pittsburgh (13-12-3) bleibt damit im breiten Verfolgerfeld in der Eastern Conference und hat derzeit zwei Punkte Rückstand auf einen Wildcard-Platz. Mit dem Auswärtsspiel bei den Toronto Maple Leafs steht nun ein echter Härtetest auf dem Spielplan, danach folgen zwei Heimspiele gegen die Minnesota Wild und Carolina Hurricanes für die nicht gerade sehr heimstarken Penguins (6-6-1 auf fremdem Eis).

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