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Die Tampa Bay Lightning haben mit dem zweiten Stanley-Cup-Sieg in Folge Geschichte geschrieben. Angesichts dieses Erfolges blickt NHL.com/de auf die besten Meisterschaftsteams aus jedem Jahrzehnt der Post-Expansion-Ära zurück.

In dieser Folge: 1991 bis 2000 - Die Pittsburgh Penguins von 1992
Als die Spieler der Penguins am 1. Juni 1992 den Stanley Cup nach einem hart umkämpften 6:5-Sieg bei den Chicago Blackhawks in ihren Händen hielten, fiel der Jubel ganz besonders groß aus. Sie hatten mit dem Erfolg in Spiel 4 der Finalserie und der Titelverteidigung den glorreichen Schlusspunkt unter eine von mancherlei Ungemach geprägten Saison gesetzt. Sportlich lief es für den amtierenden Champion in der Hauptrunde alles andere als rund. Hinzu kamen Verletzungsprobleme von Kapitän und Superstar Mario Lemieux.
Der schwerste Schlag war jedoch der Tod von Bob Johnson im November 1991. Er hatte die Mannschaft sechs Monate zuvor als Trainer zum ersten Titelgewinn in der Klubgeschichte geführt. Nachdem die Ärzte bei ihm einen Gehirntumor diagnostiziert hatten, gab er sein Amt ab. Nachfolger wurde Scotty Bowman, der vorher als Sportdirektor bei den Penguins fungierte.

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"Niemand dachte, dass wir gewinnen könnten. Außer Bob. Er ließ uns glauben, dass alles möglich ist. Er hat uns beigebracht zu siegen und ist der Hauptverantwortliche gewesen, dass wir den Stanley Cup geholt haben", sagte Lemieux über die erste Meisterschaft der Penguins.
Der Weg zum zweiten Triumph war ebenso wenig vorgezeichnet. Pittsburgh landete in der Patrick Division mit einer Matchbilanz von 39-32-9 und 87 Punkten aus 80 Spielen lediglich auf dem dritten Platz. Als größtes Sorgenkind entpuppte sich die Defensive. Die Penguins handelten sich 308 Gegentore ein, was den drittschlechtesten Wert aller 22 NHL-Teams bedeutete. Nichts zu mäkeln gab es dagegen an der Offensive. Sie sorgte für 343 Tore und trug entscheidend dazu bei, dass es nach Ende der regulären Saison für einen Platz in den Stanley Cup Playoffs reichte.
Das Maß aller Dinge in Sachen Scoring war einmal mehr Lemieux. Der Center brachte es auf 131 Punkte (44 Tore, 87 Assists) und führte damit die NHL-Scorerwertung an. Auf Rang zwei landete sein Teamkollege Kevin Stevens mit 123 Zählern (54 Tore, 69 Assists).

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Der Start in die Postseason verlief wenig verheißungsvoll. Im Patrick Division Halbfinale lag Pittsburgh gegen die Washington Capitals nach vier Begegnungen in der Best-of-7-Serie mit 1:3 hinten. Doch die Mannschaft stemmte sich mit aller Macht gegen das Ausscheiden. Sie gewann die drei verbleibenden Partien und zog ins Divisionsfinale gegen die New York Rangers ein.
Dort stand der Titelverteidiger erneut unter Druck. In Spiel 2 zog sich Lemieux bei einem Stockschlag von Adam Graves einen Handbruch zu und fiel für den Rest der Serie aus. Aber auch ohne ihren besten Angreifer bogen die Penguins den 1:2-Rückstand nach drei Duellen noch um. Nach einer erneuten Siegesserie von drei Spielen erreichten sie das Finale der Prince of Wales Conference. In dem fegten sie die Boston Bruins mit einem Sweep nach vier Partien vom Eis.
Zu Spiel 1 des Stanley Cup Finales gegen die Blackhawks kehrte Lemieux ins Team zurück. Das sollte sich bezahlt machen. Zwischenzeitlich lagen die Penguins vor eigenem Publikum mit 0:3 und 1:4 hinten. In einem wahren Kraftakt gelang es den Hausherren jedoch, das Match umzubiegen. Rick Tocchet, den Pittsburgh spät in der Saison von den Philadelphia Flyers verpflichtet hatte, verkürzte auf 2:4. Lemieux erzielte den 3:4-Anschlusstreffer. Es folgte der große Auftritt eines 20-jährigen Stürmertalents namens Jaromir Jagr. Nach einem Sololauf setzte er den Puck zum 4:4 in die Maschen. Wiederum Lemieux gelang 13 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit das Siegtor zum 5:4.

1992 Pittsburgh Penguins Stanley Cup

Im weiteren Verlauf der Finalserie ließen sich die Penguins die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit einem Doppelpack legte Lemieux den Grundstein für das 3:1 in Spiel 2. Garant des 1:0 in Spiel 3 war Torhüter Tom Barrasso, der 27 Schüsse bei seinem Shutout parierte. In Spiel 4 mussten die Penguins zwar bis zuletzt zittern, sie retteten aber das 6:5 ins Ziel und sicherten sich dadurch den zweiten Cupsieg.
Lemieux ging als erfolgreichster Scorer der Postseason von 1992 in die Annalen der NHL ein. Er sammelte 34 Punkte (16 Tore, 18 Assists) in 15 Einsätzen. Darüber hinaus bekam er zum zweiten Mal nacheinander die Conn Smythe Trophy als Playoff-MVP überreicht.
Jagr beendete die Endrunde mit 24 Punkten (11 Tore, 13 Assists) aus 21 Auftritten. Es sollte die höchste Playoff-Ausbeute in seiner langen und ruhmreichen NHL-Karriere bleiben.