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Penguins mit Vollgas-Taktik erfolgreich

Titelverteidiger Pittsburgh begeistert gegen die Predators in Spiel 5 mit Blitzstart und Offensivfeuerwerk

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

PITTSBURGH - Die Stellungnahmen aus den Reihen der Pittsburgh Penguins nach den zwei Niederlagen bei den Nashville Predators wirkten auf manche wie das berühmte Pfeifen im Walde. Man sei nicht verunsichert, man habe gut gespielt und nur die Chancen nicht genutzt, man konzentriere sich voll und ganz auf Spiel 5 und werde dieses wichtige Match gewinnen, wiederholte die gesamte Belegschaft mantramäßig. Mit dem glanzvollen 6:0 am Donnerstagabend strafte der Titelverteidiger tatsächlich all jene Kritiker Lügen, die zuletzt an der Leistungsfähigkeit des Teams um Kapitän Sidney Crosby gezweifelt hatten. Durch den Erfolg in der PPG Paints Arena führen die Penguins in der Finalserie mit 3:2 und sind nur noch einen Sieg vom erneuten Gewinn des Stanley Cups entfernt. 

Für die Begegnung vor heimischen Publikum hatte Pittsburghs Trainerstab eine Taktik ausgetüftelt, die vom ersten Moment an voll auf Attacke ausgerichtet war. Das Konzept ging auf. Die Gäste aus Nashville wurden vom Angriffswirbel zu Beginn regelrecht überrumpelt.

Nach 50 Sekunden handelte sich Predators-Verteidiger Ryan Ellis eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Haltens gegen Crosby ein. Weitere 41 Sekunden später nutzen die Gastgeber das Powerplay zur Führung. Pittsburghs Mannschaftsführer bediente den an der blauen Linie postierten Verteidiger Justin Schultz. Dessen Direktabnahme bahnte sich den Weg durch die Schoner von Schlussmann Pekka Rinne hindurch ins Netz.

In der Folge dominierten die Einheimischen die Partie nach Belieben. Vor allem die Superstars Crosby, Evgeni Malkin und Phil Kessel traten das Gaspedal des Penguins-Boliden bis zum Anschlag durch. Zusammen verbuchten sie an diesem Abend acht Scorer-Punkte. Darüber hinaus wies der Spielberichtsbogen sechs unterschiedliche Torschützen auf Seiten des amtierenden Champions aus.

Video: NSH@PIT, Sp5: Crosby trifft nur den Pfosten

Matt Murray parierte 24 Schüsse und feierte seinen zweiten Shutout in den Playoffs. Nachdem er in den vergangenen beiden Partien acht Gegentreffer hinnehmen musste, war im Vorfeld von Spiel 5 über einen Torwartwechsel spekuliert worden. Doch Coach Mike Sullivan hielt an dem 23-Jährigen fest. Eine Maßnahme, die sich auszahlte. "Matt versteht sein Handwerk. Er weiß, wie er spielen muss, um dem Team zu helfen. Er glaubt an sich und wir an ihn", würdigte der Trainer seinen Torhüter im Anschluss an die Begegnung.

Das Endergebnis stand bereits nach 40 Spielminuten fest. Aufgrund der klaren Verhältnisse ließen es beide Teams im letzten Abschnitt etwas ruhiger angehen. Nashvilles Goalie Rinne hatte die Lust an seiner Arbeit schon nach 20 Minuten verloren. Der Finne machte nach dem 0:3 seinem jungen Landsmann Juuse Saros Platz. Der musste im weiteren Verlauf ebenfalls dreimal hinter sich greifen, hielt aber trotzdem tapfer durch.

Video: NSH@PIT, Sp5: Schultz haut ihn im PP rein

"Das war heute unser bestes Spiel in der Finalserie", sagte Pittsburghs Coach bei der Pressekonferenz. Als Schlüssel für den Erfolg machte er den unbedingten Siegeswillen seiner Schützlinge aus. "Wenn wir so inspiriert und entschlossen auftreten wie heute und unsere Chancen konsequent nutzen, sind wir ein sehr gefährliches Team", fügte er hinzu. Die Spieler seien sich der enormen Bedeutung des Matches bewusst gewesen und hätten das Vertrauen gerechtfertigt.

Ganz besonders heraus stellte Sullivan die Leistung von Kapitän Crosby. "Sid ist nicht nur ein überragender Akteur auf dem Eis, sondern eine in allen Bereichen verantwortungsvolle Persönlichkeit. Er will immer der Beste sein. Mit dieser Einstellung ist er ein Vorbild für die gesamte Mannschaft."

Der Gepriesene war froh, dass die Penguins nach zwei Niederlagen den Bock umstoßen konnten und in der Serie wieder vorne liegen. "Unser Sieg war vollkommen verdient. Wir haben davon profitiert, dass wir früh in Führung gegangen sind und gleich nachgelegt haben. Jetzt gilt es, auf den Erfolg aufzubauen und die gleiche Leistung in Nashville abzurufen", sagte er in den Katakomben der PPG Paints Arena zu NHL.com/de.

Nach seinen drei Assists vom Donnerstag liegt Crosby in den aktuellen Playoffs auf Platz zwei der NHL-Scorer-Wertung. Nach 23 Einsätzen hat er 27 Punkte (8 Tore, 19 Vorlagen) auf dem Konto, einen weniger als der derzeit Führende in dieser Rangliste, Teamkollege Evgeni Malkin. Das 6:0 war das 56. Playoff-Match in Crosbys Laufbahn, in dem er mehr als einen Scorer-Punkt verbuchte.

Nach ihrer grandiosen Vorstellung sind die Penguins drauf und dran, als erste Franchise seit den Detroit Red Wings 1998 den Stanley Cup erfolgreich zu verteidigen. Die Chancen dafür stehen - rein statistisch gesehen - gut. Denn in 17 von 24 Fällen holte die Mannschaft den Pokal, die in der Best-of-Seven-Finalserie das fünfte Duell für sich entschied. Egal ob sie gebraucht wird oder nicht: Die berühmte Silberschüssel steht am Sonntag auf jeden Fall in der Bridgestone Arena in Nashville bereit

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