Patrick Kane #88 of the Detroit Red Wings plays against the Vancouver Canucks at Little Caesars Arena on January 08, 2026 in Detroit, Michigan. (Photo by Gregory Shamus/Getty Images)

So richtig freuen mochte sich Patrick Kane von den Detroit Red Wings am Dienstagabend nicht. Dabei hätte er allen Grund dazu gehabt. Durch einen Assist im Heimspiel gegen die Los Angeles Kings ist er jetzt der beste in den USA geborene NHL-Scorer aller Zeiten. Noch muss er sich diesen Titel mit Mike Modano teilen, doch beim nächsten Zähler gebührt ihm diese Ehre ganz alleine. Was Kane die Festtagsstimmung verleidete, war der Umstand, dass die Partie gegen die Kalifornier mit einer 1:3-Niederlage endete.

„Im Moment fällt es mir schwer, über den erreichten Meilenstein nachzudenken, geschweige denn in Jubel auszubrechen. Dafür lief es bei uns heute Abend einfach zu schlecht. Hoffentlich wird es nächstes Mal besser und ich kann Mike mit einem Sieg von uns hinter mir lassen“, sagte Kane nach dem missglückten Duell mit den Kings.

Der Flügelstürmer leitete die Aktion ein, die zweieinhalb Minuten vor dem Ende zum einzigen Treffer der Red Wings führte. Kane eroberte den Puck an der rechten Bande und passte ihn zu Moritz Seider an der der blauen Linie. Der Deutsche wiederum legte für Alex DeBrincat auf, der die Scheibe per Handgelenkschuss zum 1:2-Anschlusstreffer im Netz versenkte. Die Hausherren drängten zwar danach mit aller Macht auf den Ausgleich, doch nach dem dritten Gegentor, einem Empty-Netter von Corey Perry, war die Begegnung entschieden.

Der Secondary Assist von Kane war dessen 1374. Punkt im 1341. Einsatz in einer regulären Saison. Erst vor 19 Tagen hatte der dreifache Stanley Cup Champion mit dem 500. NHL-Tor eine bemerkenswerte Wegmarke in seiner ruhmreichen Karriere erreicht.

LAK@DET: Kane liefert den sekundären Assist für seinen 1374. NHL-Punkt und zieht mi Modano gleich

Modano war seit etwas mehr als 18 Jahren der Rekordmann unter den US-Scorern in der NHL. Er hatte den ersten Platz in dieser Kategorie am 7. November 2007 mit einem Doppelpack für die Dallas Stars im Match gegen die San Jose Sharks erobert. 2010/11 hängte der Center mit 1374 Punkten auf dem Konto die Schlittschuhe an den Nagel. Seine letzte NHL-Spielzeit absolvierte er übrigens im Trikot der Red Wings.

Viele Gedanken an die Rekordjagd verschwendete Kane nach eigener Aussage in den vergangenen Tagen und Wochen nicht. „Ab und an schwirrt es einem natürlich im Hinterkopf herum, zum Beispiel, wenn man zwischen den Partien mal aufs Handy schaut und eine Information dazu findet. Aber sonst konzentriert man sich voll und ganz auf die bevorstehenden Spiele. Ich bin froh, dass ich nun einen Haken daruntersetzen und mich ab sofort auf die wirklich wichtigen Dinge fokussieren kann“, erläuterte er.

Von der Leistung der Red Wings gegen die Kings zeigte sich Kane alles andere als angetan. „Wir mussten dem Puck viel zu oft hinterherjagen. In der Offensive haben wir zu ungenau gespielt. Defensiv standen wir meiner Meinung nach ganz gut. Aber nach vorne müssen wir mehr kreieren, wenn wir gewinnen wollen. Diese Kritik richte ich als Stürmer auch unmittelbar an mich selbst“, betonte er.

Moritz Seider nahm bei seiner Matchanalyse ebenso wenig ein Blatt vor den Mund. „Wir haben uns ein paar Fehler zu viel erlaubt. Diese führten zu einfachen Gegentreffen. Unser Gegner brauchte sich seine Tore gar nicht selbst erarbeiten. Das ist nach meinem Dafürhalten die Botschaft des heutigen Spiels“, gab der Blueliner zu Protokoll. Zugleich attestierte Seider dem Kontrahenten durchaus ein starkes Auftreten. „Die Kings haben gerade im Forechecking gut gearbeitet und dann clever in der neutralen Zone die Räume eng gemacht. Wir hatten darauf keine Antwort parat“, erklärte er.

Am Donnerstag hat Kane die Gelegenheit, an Modano vorbeizuziehen. Dann haben die Red Wings vor eigenem Publikum die Washington Capitals mit Alex Ovechkin zu Gast. Dieses Duell steht unter einem ganz besonderen Vorzeichen. Zum ersten Mal seit dem 24. März 1997 begegnen sich nämlich der punktbeste US-Scorer und der erfolgreichste Torschütze der Liga wieder direkt in einer Partie. Seinerzeit trafen Joe Mullen von den Pittsburgh Penguins und Wayne Gretzky von den New York Rangers in dieser Konstellation aufeinander.

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