Nashville Predators defenseman Roman Josi (59) adjusts his neck gear that assists with his POTS disorder in the third period against the Washington Capitals at Bridgestone Arena on January 11, 2026 in Nashville, Tennessee. (Photo by Casey Gower/NHLI via Getty Images)

Roman Josi jagt in diesen Tagen von Höhepunkt zu Höhepunkt: Erst erlebte er mit den Nashville Predators sein 1000. Spiel in der NHL, übernächste Woche wird er mit der Schweizer Nati bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 im Einsatz sein.

Wettrennen mit Freund Niederreiter

Am 22. Januar, im Heimspiel gegen die Ottawa Senators, durchbrach Josi als zweiter Schweizer überhaupt die Schallmauer von 1000. Spielen in der NHL. Schneller erreichte diesen Meilenstein nur Nino Niederreiter, der diese beachtliche Marke genau 40 Tage früher, am 13. Dezember 2025 mit den Winnipeg Jets erreicht hatte.

„Wir haben uns in diesen Sommer gesehen und gesagt, dass es cool wäre, die 1000 im gleichen Spiel zu schaffen. Ich habe mich dann Anfang des Jahres verletzt, also war Nino der Erste“, sagt Josi in einem Mediengespräch am Mittwoch, an dem auch NHL.com/de Fragen stellte. „Als er es geschafft hat, war es auch für mich ein megacooler Tag. Wir kennen uns ewig, schon seit der U16 und sind gute Freunde. Wir haben so viel zusammen erlebt, sowohl in der Nationalmannschaft als auch in Nashville. Dass wir es beide im selben Jahr schaffen konnten, ist sicher sehr speziell, weil wir eine sehr enge Freundschaft haben.“

Wie Niederreiter bekam auch Josi am Tag des Jubiläums symbolisch einen „Silver Stick“, also einen silberfarbenen Hockeyschläger überreicht.

„Bis jetzt habe ich noch keinen Ehrenplatz für ihn gefunden“, sagt Josi. „Es war sehr stressig mit dem Schneesturm in Nashville und schon am Montag sind wir nach Boston geflogen. Er wird aber einen besonderen Platz bekommen.“

WPG@NJD: Niederreiter schließet einen 2-auf-1-Konter zum 4:1 ab

Mit viel Konstanz zu vielen Highlights

Besonders beeindruckend ist die Konstanz, mit der Josi seit Jahren in der besten Liga der Welt performt. Der 35-jährige Verteidiger kommt in mittelweile 1002 Partien auf 755 Scorerpunkte (199-556-755), zählte dreimal zu den drei Finalisten für die Norris Trophy (2020, 2022, 2024) und gewann den prestigeträchtigen Award, der an den Abwehrspieler mit den besten Allround-Fähigkeiten verliehen wird, in der Saison 2019/20.

„Es sind verschiedene Faktoren, die da reinspielen“, erklärt der 1,87 Meter große Linksschütze. „Wenn ich so zurückschaue, dann ist das Wichtigste die Freude am Spiel. Das ist es, was dich immer wieder motiviert. Wir haben sehr viele Spiele, da ist Erholung extrem wichtig. Du musst auf deinen Körper schauen. Ich versuche alles zu machen, um bereit für die Spiele zu sein. Hinzu kommt das Vertrauen der Organisation und der Trainer, das ich immer bekommen habe.“

So verwundert es nicht, dass der gebürtiger Berner schon viele Karriere-Highlights miterleben durfte. Darunter zwei NHL-Freiluftspiele (Winter Classic 2020 in Dallas & Stadium Series 2022 in Nashville), drei Spiele mit den Predators in Europa (Global Series Challenge in Bern & Global Series in Prag/Tschechien gegen die San Jose Sharks) und sogar ein Stanley Cup Finale (2017, 2:4 in der Serie gegen die Pittsburgh Penguins).

„Ein Stanley Cup Finale noch einmal zu erleben, wäre natürlich das Größte“, sagt Josi. „Das war eine unglaubliche Atmosphäre in Nashville. Es gab viele Highlights. Das Spiel in Bern war sehr emotional und unglaublich, zu Hause vor Familie, Freunden und Fans zu spielen. Wenn ich etwas wählen müsste, würde ich nochmal ein Stanley Cup Finale spielen wollen - hoffentlich mit einem anderen Resultat.“

NSH@BOS: Josi wird im Powerplay gesucht und verkürzt per Direktabnahme auf 1:2

Geteilte Führungsaufgaben in der Nati

Bei den anstehenden Olympischen Spielen 2026 in Italien wartet schon das nächste Highlight. Die Schweiz ist gespickt mit zehn NHL-Profis, darunter zwei NHL-Kapitäne mit Josi und Nico Hischier von den New Jersey Devils.

„Ich bin eher ein ruhiger Leader und versuche, mit gutem Beispiel voranzugehen. Nico sehe ich nicht jeden Tag, aber auch er ist ein ruhiger Anführer und ein super Spieler. Wenn du siehst, wie er spielt, super in der Defensive, super in der Offensive - er macht alles für das Team und wird auch genau so in der Nati wahrgenommen. Wir haben gute Führungsspieler mit Nico und Nino. Die Führungsaufgaben sind etwas, was wir mit anderen Spielern teilen werden.“

Am 12. Februar startet die Schweiz gegen Frankreich ins Olympische Turnier. Die weiteren Gegner in der Gruppe A lauten Kanada und Tschechien.

„Die Erwartungen sind sicher höher als in den letzten Jahren, auch bei uns im Team“, weiß Josi angesichts von zwei WM-Silbermedaillen in Folge. „Wir waren zweimal nah dran. Es war sehr schmerzhaft, dass wir es nicht geschafft haben, Gold zu holen. Bei Olympia ist der Stellenwert noch einmal höher. Die Schweiz hat viel Momentum. Eine Final-Teilnahme wäre am größten. Aber wir sind realistisch und wissen, dass es schwer wird und wir nicht in der Favoritenrolle sind. Trotzdem wollen wir uns nicht verstecken. Alles ist möglich. Wir wollen unser bestes Hockey spielen - egal ob gegen Frankreich oder Kanada.“

Josi, Seider und Kasper zur Prime Time in Europa

Nach Olympia richtet sich Josis Fokus wieder voll auf die Predators (24-23-5), die aktuell vier Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz haben. Sollte dies nicht klappen wäre eine Heim-WM in der Schweiz ein Trostpflaster.

„Eine Heim-WM ist sehr speziell“, sagt Josi, aber: „Das ist noch kein Thema für mich. Erstmal wollen wir es in die Playoffs schaffen, dann sehen wir weiter.“

Fans aus der Heimat sollten sich den 2. März schon jetzt im Kalender anstreichen, denn das NHL-Spiel zwischen Nashville und den Detroit Red Wings wurde extra für den europäischen Markt vorverlegt (1 p.m. CT; 20 Uhr MEZ). Josi auf der einen sowie Moritz Seider und Marco Kasper auf der anderen Seite können also zur Prime Time verfolgt werden.

„Das ist cool, für alle Fans ins Europa, aber auch für Familie und Freunde, die das Spiel somit anschauen können“, freut sich auch Josi. „Sie (Detroit) spielen sehr gut dieses Jahr, haben ein super Team und auch viele Spiele aus Europa im Kader. Wir spielen eigentlich immer lieber am Nachmittag, dann kommst du rechtzeitig ins Bett und meine Familie kann zum Spiel kommen.“

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