Als Fan der New York Rangers hat man es in diesen Tagen nicht leicht. Die Mannschaft ist aktuell Schlusslicht in der Eastern Conference. Folglich muss man sich an kleinen, singulären Erfolgen erfreuen. Zum Beispiel am Montagabend (Ortszeit) am 4:3-Heimsieg nach Verlängerung gegen die vom Deutschen Marco Sturm trainierten Boston Bruins. Im Madison Square Garden verdarben die Rangers dabei zusätzlich noch Bruins-Stürmer David Pastrnak das Feiern.
Rebuild – dieses Wort liest im englischen Sprachraum kein Fan gerne, wenn es um seine Lieblingsmannschaft geht. Bei den New York Rangers hat General Manager Chris Drury vor wenigen Tagen aber genau diesen ausgerufen. Per Brief hatte er sich an die Anhänger der Rangers gewandt. Die Botschaft: Die Saison ist quasi abgehakt. Die Fans sollten nicht überrascht sein, wenn man sich von Spielern trennen werde, die über lange Zeit das Gesicht des Teams waren.
Also wird Geduld gefragt sein rund um den Madison Square Garden. Und das in einer Sportstadt wie New York, in der alles außer der Meisterschaft nicht zählt. Da wird es den Rangers-Anhängern gefallen haben, was sie gegen die Boston Bruins von ihrem Team gesehen haben. Womöglich war das auch etwas, an das sie sich in den kommenden Jahren mehr gewöhnen müssen. Es sind dann wohl andere, neue Namen, die sie nach einem Treffer bejubeln dürfen.
Viel Platz für Robertson
Einer dieser neuen Namen ist Matthew Robertson. Der 24-jährige Kanadier hat sich in dieser Saison in der Verteidigung der Rangers festgespielt. Er hatte vor der Partie gegen die Bruins auch schon Erfahrung in Sachen Toreschießen gesammelt. Sein Treffer zum 4:3 in der Overtime war allerdings sein erstes Tor auf NHL-Niveau in einer Verlängerung und gleichzeitig auch sein erstes siegbringendes Tor. Kein Wunder also, dass er danach ein breites Grinsen im Gesicht hatte, als er den Reportern Rede und Antwort stand. Er habe gesehen, dass er viel Platz habe und sei dann einfach in Richtung Tor gezogen, beschrieb er die entscheidende Szene. „Ich freue mich riesig.“
Da war er nicht alleine. Auch der Coach war sehr angetan von der Leistung seines Schützlings: „Wir haben ihn im Kader ein bisschen herumgeschoben. Die Tatsache, dass er in der Verlängerung auf dem Eis war, zeigt das Vertrauen, das wir in ihn haben. Wenn wir das Gefühl haben, dass ein Spieler einen Abend erwischt hat, an dem er etwas reißen kann, belohnen wir ihn auch“, sagte Mike Sullivan. Für sein Team war es nach drei Pleiten hintereinander in Kalifornien wieder mal ein Erfolgserlebnis. Und das auch noch vor heimischer Kulisse. Ein seltenes Ereignis, war es doch erst der sechste Sieg im 23. Heimauftritt in dieser Saison.
„Wir brauchen Jungs wie Robertson und Perreault, die jetzt Verantwortung übernehmen. Gabe hatte viele gute Aktionen abseits des Pucks. Ich freue mich für die beiden. Sie sind wichtige Faktoren für unser Team“, lobte auch Rangers-Kapitän J.T. Miller. Perreault bereitete seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 vor.





















