Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Seattle Kraken und den Toronto Maple Leafs

Gavin McKenna ist gerade einmal 18 Jahre alt, doch bei den Toronto Maple Leafs hinterlässt der Nummer-eins-Pick des NHL Draft 2026 bereits deutliche Spuren. In seinem erst 15. NHL-Spiel gelang dem Stürmer beim Gastspiel bei den Seattle Kraken am Mittwoch erstmals ein Doppelpack. Dass Toronto am Ende dennoch mit 4:5 gegen die Kraken verlor, konnte den persönlichen Meilenstein zwar nicht überschatten, machte den Abend für den jungen Angreifer aber auch zu einer schmerzhaften Erfahrung.

Besonders bemerkenswert war die Verbindung, die McKenna (fünf Tore, 6 Assists zu elf Punkten aus 15 Spielen) mit Auston Matthews auf dem Eis entwickelte. Der Kapitän der Maple Leafs bereitete beide Treffer seines jungen Mitspielers vor. Vor allem im Powerplay harmonierten die beiden Angreifer hervorragend. Matthews fand mit seinen Pässen immer wieder die richtigen Räume, während McKenna die sich bietenden Chancen konsequent nutzte.

Für McKenna war das Zusammenspiel mit einem der besten Torjäger der Liga eine willkommene Unterstützung. „Wenn man mit einem Spieler wie Matthews zusammenspielt, macht er es einem ziemlich leicht“, erklärte der Youngster. Matthews sei ein außergewöhnlicher Spieler, der das Eis hervorragend überblicke. Weil sich gegnerische Mannschaften stark auf dessen Schuss konzentrierten, entstünden für ihn selbst zusätzliche Freiräume. „Er macht Spaß als Mitspieler, und ich finde, wir haben gut zusammengespielt“, bilanzierte McKenna.

TOR@SEA: McKenna erzielt sein zweites Powerplay-Tor des Abends

Historische Zahlen für einen 18-Jährigen

Wie außergewöhnlich McKennas Einstand in Toronto bislang verläuft, zeigen die Zahlen. Mit seinen beiden Treffern gegen Seattle erzielte er als erst dritter 18-jähriger Spieler der Maple Leafs in den vergangenen 80 Jahren mindestens zwei Tore in einer Partie. Vor ihm war dies lediglich Vincent Damphousse am 15. November 1986 sowie Wendel Clark am 13. und 19. Oktober 1985 gelungen.

Zudem ist McKenna seit Jack Hamilton im Februar 1944 der jüngste Spieler Torontos mit einem Spiel mit mehreren Toren. Hamilton war damals 18 Jahre und 262 Tage alt. McKenna verpasste diese Marke nur knapp, denn er stand beim historischen Doppelpack im Alter von 18 Jahren und 312 Tagen auf dem Eis.

Doch damit nicht genug: Durch einen weiteren Assist verbuchte McKenna insgesamt drei Scorerpunkte. Einen derart jungen Maple-Leafs-Spieler mit einem Drei-Punkte-Spiel hatte es seit Ted Kennedy im März 1944 nicht mehr gegeben. Auch einen Hattrick hätte McKenna beinahe geschafft. In der Geschichte Torontos war dies einem 18-Jährigen zuvor lediglich Hamilton gelungen.

Seine schnelle Eingewöhnung in die NHL unterstreichen weitere Statistiken. McKenna ist der elfte Teenager in der Geschichte der Maple Leafs, der innerhalb seiner ersten 15 NHL-Spiele mindestens zehn Scorerpunkte gesammelt hat. In den vergangenen 40 Jahren gelang dies lediglich Auston Matthews und Mitch Marner. Matthews benötigte dafür 2016/17 nur sechs Partien, Marner zwölf.

Matthews sieht die Gründe für den Erfolg

Auch Matthews zeigte sich von der Zusammenarbeit angetan. Für ihn lag der Schlüssel zum erfolgreichen Powerplay vor allem in der richtigen Positionierung und der Fähigkeit seines jungen Mitspielers, freie Räume zu erkennen. McKenna habe sich wiederholt in gefährliche Abschlusspositionen gebracht. Seine Aufgabe sei es dann gewesen, die Passwege zu finden und den Puck dorthin zu spielen.

Torontos Trainer Jim Hiller bestätigte diesen Eindruck zumindest mit Blick auf das Überzahlspiel. Die beiden Treffer seien hervorragend herausgespielt gewesen. Bei gleicher Spielerzahl auf dem Eis habe er dagegen weniger offensive Durchschlagskraft bei dieser Kombination gesehen. Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass die vielversprechende Verbindung zwar bereits funktioniert, aber noch nicht in allen Spielsituationen gleichermaßen gefestigt ist.

Für McKenna dürfte die Zusammenarbeit mit Matthews dennoch ein wichtiger Entwicklungsschritt sein. An der Seite eines etablierten Topstars kann der junge Angreifer nicht nur von dessen Übersicht profitieren, sondern auch lernen, wie sich auf höchstem Niveau Räume öffnen und Torchancen vorbereiten lassen.

Dabei versucht McKenna, die Erwartungen an seine Person nicht zu groß werden zu lassen. Der erste Doppelpack sei zwar gut für sein Selbstvertrauen gewesen. Entscheidend sei aber, weiterhin die richtigen Gewohnheiten und Details auf dem Eis umzusetzen. Er wolle nicht allein auf die erzielten Tore schauen, sondern den Ansatz beibehalten, der überhaupt erst zu diesen Möglichkeiten geführt habe.

Trotz persönlicher Glanzleistung bleibt die Enttäuschung

Dass die individuelle Ausbeute nicht automatisch für einen Mannschaftserfolg sorgt, bekam McKenna in Seattle unmittelbar zu spüren. Toronto lag zwischenzeitlich mit zwei Toren zurück, kämpfte sich im Schlussdrittel aber zurück und schien nach dem Ausgleich von Matthews kurz vor dem Ende zumindest einen Punkt mitzunehmen. Dann traf Brandon Montour 32,7 Sekunden vor der Schlusssirene zum 5:4 für Seattle.

„Wir haben im dritten Drittel hart gespielt“, sagte McKenna anschließend. Beide Mannschaften hätten eine gute Partie gezeigt, letztlich sei die Entscheidung aber in den letzten 30 Sekunden gefallen. „Das ist frustrierend, denn das ist ein Spiel, das wir definitiv gerne zurückhaben würden.“

Auch Matthews ärgerte sich über den späten Rückschlag. Nach einer starken Aufholjagd sei es bitter, am Ende ohne Punkt dazustehen. Für Toronto war es bereits die zweite Niederlage in Folge nach zuvor vier Siegen.

McKenna will sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen lassen. Er versuche, nach guten Spielen nicht abzuheben und sich nach schwächeren Leistungen nicht zu sehr herunterziehen zu lassen. Statt sich mit vergangenen Ergebnissen aufzuhalten, richte er seinen Blick lieber auf die nächste Aufgabe. Dabei orientiere er sich auch an erfahrenen Mitspielern, die durch Ruhe und Konstanz vorangingen.

Für die Maple Leafs ist das eine vielversprechende Mischung: McKenna bringt außergewöhnliches Talent mit, Matthews bietet ihm sportliche Orientierung. Ob aus der auffälligen Verbindung tatsächlich eine dauerhafte Offensivwaffe wird, muss sich noch zeigen. Die ersten Zahlen liefern allerdings reichlich Anlass zur Hoffnung.

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