Washington Capitals v Detroit Red Wings

In den kommenden Tagen werden die nationalen Verbände der teilnehmenden Nationen ihre endgültigen Kader für die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 bekanntgeben, die im Februar kommenden Jahres in Italien ausgetragen werden. Erstmals seit zwölf Jahren werden dabei wieder NHL-Profis um Olympisches Gold kämpfen. Ein Umstand, der die Vorfreude auf das Turnier enorm steigert. Entsprechend aufmerksam wird in diesen Wochen verfolgt, welche Spieler im Ligaalltag besonders herausragen und sich rechtzeitig vor der Nominierung in den Fokus spielen.

Dass es dabei vor allem jene Akteure sind, denen auch auf der ganz großen Olympischen Bühne eine Schlüsselrolle zugetraut wird, überrascht kaum. Vielmehr scheint es, als würden zahlreiche Stars genau jetzt noch einmal einen Gang höher schalten. Der gestrige NHL-Sonntag lieferte dafür ein eindrucksvolles Beispiel.

Crosby schreibt Geschichte in Pittsburgh

Sidney Crosby, Kapitän der Pittsburgh Penguins und vielleicht herausragendster kanadischer Eishockeyspieler seiner Generation, rückte einmal mehr ins Rampenlicht. Beim 4:3-Sieg seiner Penguins nach Shootout gegen einen hartnäckigen Gegner, die Montreal Canadiens, sammelte der Veteran zwei Scorerpunkte (ein Tor, ein Assist) und schrieb damit Franchise-Geschichte.

Vor den Augen der Fans in der PPG Paints Arena überholte Crosby Klub-Ikone Mario Lemieux als punktbesten Spieler der Penguins-Historie. In seiner mittlerweile 21. NHL-Saison steht Crosby nun bei 1724 Punkten (645 Tore, 1079 Assists) in 1387 Spielen. Lemieux hatte in seiner legendären Karriere 1723 Zähler (690 Tore, 1033 Assists) in lediglich 915 Partien gesammelt. Ligahistorisch kletterte Crosby damit auf Rang acht der ewigen Bestenliste.

Abseits aller Zahlen unterstrich der Penguins-Kapitän einmal mehr, warum er auch für das kanadische Olympiateam als unverzichtbarer Führungsspieler gilt: ruhig, effizient und mit dem Gespür für den entscheidenden Moment.

Seider: Deutschlands Hoffnungsträger liefert ab

Auch Moritz Seider nutzte den Sonntag, um ein klares Zeichen in Richtung Olympia zu senden. Der Verteidiger der Detroit Red Wings, der im Februar die DEB-Auswahl anführen wird, krönte seine aktuell starke Form mit dem entscheidenden Treffer beim 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen die Washington Capitals.

In der Little Caesars Arena erzielte Seider den umjubelten Siegtreffer in der Overtime. Es war bereits sein dritter OT-Gamewinner in der NHL. Damit zog er in der klubinternen Statistik mit Danny DeKeyser und Jake Walman gleich und belegt nun Rang drei unter den Verteidigern der Red Wings mit den meisten Overtime-Treffern. Nur Nicklas Lidstrom und Niklas Kronwall stehen mit jeweils vier Toren noch vor ihm.

Auch im deutschen Kontext rückte Seider weiter nach vorne: In der Rangliste der deutschen Spieler mit den meisten Overtime-Toren in der NHL liegt vor ihm nur noch Christian Ehrhoff.

Für den 24-Jährigen unterstreicht dieser Meilenstein seinen Status als Führungsspieler und Schlüsselakteur, nicht nur in Detroit, sondern auch für das deutsche Nationalteam.

WSH@DET: Seider mit einem Tor gegen Lindgren

MacKinnon erreicht als Erster die 30-Tore-Marke

Doch damit war der ungewöhnlich dicht besetzte NHL-Sonntag mit zehn angesetzten Spielen noch längst nicht erschöpft, was potenzielle Olympia-Helden betrifft. Nathan MacKinnon von den Colorado Avalanche setzte ebenfalls ein dickes Ausrufezeichen.

Beim souveränen 5:1-Auswärtssieg seiner Avalanche gegen die Minnesota Wild erzielte der Kanadier gleich zwei Treffer und wurde damit zum ersten Spieler der Saison 2025/26, der die Marke von 30 Toren erreicht. Gleichzeitig führte er Colorado zum fünften Sieg in Serie und festigte die ligaweite Tabellenführung (26-2-7, 59 Punkte).

„Er findet immer neue Wege, um sich weiter zu verbessern“, lobte Teamkollege Cale Makar. „Es ist ziemlich spektakulär, ein Teil davon zu sein.“ Historisch ordnete sich MacKinnon ebenfalls ein: Mit 35 Spielen ist er nach Michel Goulet (34 Spiele in der Saison 1985/86) der zweitschnellste Spieler der Franchise-Geschichte von Avalanche und Quebec Nordiques, der 30 Saisontore erzielte.

COL@MIN: MacKinnon verwandelt Direktschuss in Überzahl

McDavid übernimmt die Spitze – und zieht historisch gleich

Besonderen Grund zur Freude hatte am Sonntag auch Connor McDavid von den Edmonton Oilers. Im mit Spannung erwarteten Duell gegen die Vegas Golden Knights setzten sich die Oilers mit 4:3 durch. McDavid, der ebenfalls eine feste Größe in der kanadischen Auswahl ist, hatte daran maßgeblichen Anteil. Mit einem Tor und zwei Assists (1-2-3) war er an drei Treffern direkt beteiligt.

Der Kapitän der Oilers traf damit im vierten Spiel in Folge und baute seine Punkteserie auf zehn Partien aus (zwölf Tore, 14 Assists). Mit nun 62 Punkten (23 Tore, 39 Vorlagen) aus 37 Spielen hat McDavid die Führung in der NHL-Scorerliste inne, knapp vor MacKinnon (61 Punkte aus 35 Spielen).

Zwar verspielte Edmonton beinahe eine zwischenzeitliche 4:0-Führung, doch angeführt von seinem Kapitän brachte das Team den Sieg im Rogers Place über die Zeit. Für McDavid war es zudem ein historischer Meilenstein: Im Kalenderjahr 2025 steht er nun bei 141 Punkten (41 Tore, 100 Assists inklusive Playoffs) und erreichte damit zum fünften Mal die Marke von 140 Punkten in einem Jahr. Damit zog er mit Mario Lemieux und Phil Esposito gleich und liegt nun hinter Rekordhalter Wayne Gretzky (13-mal) auf Rang zwei der NHL-Geschichte.

VGK@EDM: McDavid baut Punkteserie mit dem 1:0 auf zehn Spiele aus

Vorfreude auf das Olympische Eishockey-Fest

Nach diesem spektakulären NHL-Sonntag wächst die Vorfreude auf die Olympischen Winterspiele in Milano Cortina noch einmal spürbar. Die Spieler, die im Februar zu den Hauptdarstellern des Olympischen Eishockeyturniers zählen dürften, präsentieren sich derzeit teilweise schon in herausragender Form. Ihr immenses Leistungsvermögen stellen sie in dieser Saisonphase schon eindrucksvoll unter Beweis und liefern damit die beste Werbung für ein Turnier, das schon jetzt das Potenzial hat, eines der hochklassigsten in der Geschichte des Olympischen Eishockeys zu werden. Die jüngsten Ereignisse vom Sonntag unterstreichen dies eindrucksvoll.

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