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Minnesotas Nino Niederreiter zeigt sein Potenzial

Der Schweizer Außenstürmer der Wild traf im Powerplay und hofft auf die nächste Erfolgsserie

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

Die Stimmung im Xcel Energy Center war am Samstagabend gedrückt. Die Minnesota Wild hatten gerade ihr Heimspiel gegen die Detroit Red Wings mit 2:5 verloren und mussten ein Torschussverhältnis von 18:37 hinnehmen. Trainer Bruce Boudreau war verständlicherweise enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft und machte daraus kein Geheimnis.

"Das war unser schlechtestes Spiel seit ich hier Trainer bin", ließ Boudreau seinem Ärger Luft. "Das war einfach keine Arbeitshaltung und kein Kampfgeist. Ich bin einfach nur enttäuscht von diesem Auftritt."

Dabei sah es noch zu Beginn des zweiten Drittels ganz gut für die Wild aus. Nach dem 1:0 für Detroit durch Tyler Bertuzzi glich Luke Kunin aus und Nino Niederreiter traf im Powerplay zur Führung der Hausherren. Kapitän Mikko Koivu bediente von neben dem Tor Niederreiter im Slot und er jagte den Puck direkt unter die Latte. Anschließend waren die Wild jedoch nicht mehr präsent und Detroit durfte nach Lust und Laune agieren. Der Österreicher Thomas Vanek drehte das Spiel mit einem Doppelpack und Bertuzzi komplettierte im Schlussabschnitt den ersten Hattrick seiner jungen NHL-Karriere.

Video: DET@MIN: Niederreiter trifft bei Überzahl oben rein

Sucht man aus Sicht der Wild nach etwas Positivem, das man aus diesem Spiel mitnehmen kann, bleibt neben Kunins erstem Saisontor nur Niederreiters erster Treffer seit dem 13. Dezember. Dieses Tor könnte sich als ein gutes Omen für die Mannschaft erweisen.

Niederreiters bis dato letztes Tor schloss eine erfolgreiche Phase von vier Treffern und fünf Punkten in drei Spielen ab, von denen die Wild zwei gewannen. Ein erneuter Triumphzug des Schweizers könnte den Anspruch der Wild auf einen Platz in den Stanley Cup Playoffs unterstreichen.

Vor der Niederlage gegen die Red Wings standen zuletzt vier Siege in fünf Spielen auf dem Konto der Mannschaft. Damit kletterten sie in der Tabelle mit 47 Punkten (22-19-3) von außerhalb der Playoff-Ränge wieder auf die zweite Wildcard der Western Conference. Mit weiteren doppelten Punktgewinnen könnten sie nicht nur die Colorado Avalanche überholen, die einen Zähler vor ihnen liegen, sondern sogar die Dallas Stars von Platz drei in der Central Divisioon vertreiben (23-19-4, 50 Punkte).

 

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Ein Niederreiter in Hochform wäre ein wichtiger Baustein für die Fortsetzung einer Erfolgsserie der Wild, da vor allem ihr Manko beim Torabschluss lag. In ihren letzten vier Spielen trafen sie nur sechs Mal. Der 26-jährige Churer war in den vergangenen Jahren stets als zuverlässiger Torjäger in Minnesota bekannt, eine Qualität, die er diese Saison noch nicht gezeigt hatte. Nach 44 Spielen steht er bei acht Toren und 13 Assists, was für ihn eine eher enttäuschende Ausbeute darstellt. In 496 Partien seiner NHL-Karriere kam er auf 229 Punkte (111 Tore, 118 Assists). Nach seinem Wechsel von den New York Islanders zu den Minnesota Wild zur Saison 2011/12 blühte er regelrecht auf. In der Saison 2013/14 übertraf er mit 14 Toren und 22 Assists bereits die Erwartungen und es folgten drei Spielzeiten in Folge, in denen er mindestens 20 Tore erzielte. Außer ihm traf nur Jason Zucker in jedem dieser Jahre ebenfalls wenigstens 20 Mal für die Wild.

In der vergangenen Saison verpasste Niederreiter diese Marke zwar knapp mit 18 Toren, allerdings fehlte er verletzungsbedingt auch in 19 Spielen. Seit er 2013 zu den Wild kam, sammelten nur vier Spieler mehr Punkte als Niederreiter und Zach Parise ist der einzige, der dessen 109 Tore übertraf.

Video: WPG@MIN: Zucker schießt das Zweite bei einem Konter

Sollte Niederreiter aus seinem Überzahltreffer den Schwung mitnehmen können und eine Serie wie bereits im Dezember starten, wären für ihn 20 Tore auch in der laufenden Spielzeit wieder machbar. Auch aufgrund seines jährlichen Gehalts von 5,25 Millionen US-Dollar werden genau solche Leistungen von ihm erwartet.

Niederreiter wird am Montag die Gelegenheit bekommen seinen Torinstinkt zu bestätigen, wenn die Wild bei den Philadelphia Flyers zu Gast sind. Die Flyers gewannen nur eine ihrer letzten zehn Partien (1-7-2) und stellen mit 160 Gegentoren die drittschlechteste Defensive der Liga. Bereits einen Tag danach geben sich die Los Angeles Kings in St. Paul die Ehre. 

Die Wild treffen auf die Tabellenletzten der beiden Conferences, das ist doch eine gute Gelegenheit für Niederreiter die Statistik zu verschönern.

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