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Bärtschi lässt das Lichtschwert aufblitzen

Der Schweizer Stürmer der Canucks geht am Star Wars Themenabend in Vancouver mit gutem Beispiel voran

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Jedi-Ritter, Droiden und gleich mehrere Prinzessinnen Leia waren am Donnerstag beim Star Wars Themenabend der Vancouver Canucks auf den Rängen der Rogers Arena in der kanadischen Metropole am Pazifik gesichtet worden. Auf dem Eis zückte zweimal Sven Bärtschi sein Lichtschwert. Seine hochenergetische Klinge verläuft jedoch nicht gerade sondern ist nach rechts gebogen und besteht aus einer Fiberglas-Carbon-Mischung anstatt gebündelter Energie.

Die Einschläge hatten es in sich. Zu Beginn des zweiten Durchgangs lässt Bärtschi Arizona Coyotes Verteidiger Jakob Chychrun alt aussehen, indem er ihm den Puck durch die Beine schiebt und anschließend das schwarze Hartgummigeschoss hinter Gästeschlussmann Darcy Kuemper neben dem linken Pfosten zum 1:1 versenkt.

Ein zweites und drittes Mal gerieten die Canucks gegen den Conference-Zwölften aus Arizona in Rückstand, doch der Schweizer hatte 4 1/2 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit noch ausreichend Brennkraft in der Kelle. Rechts neben dem Tor stehend reagierte er schneller als Arizonas Stürmer Mario Kempe, bekam den Schläger noch rechtzeitig aufs Eis und stocherte die Scheibe zum 3:3-Ausgleich rein.

Mit Bärtschis zweitem Tor in dieser Partie sicherten sich jene Canucks einen Punktgewinn, die zuvor zweimal hintereinander und drei ihrer letzten vier Auftritte zu Null verloren hatten.

Video: ARI@VAN: Bärtschi schießt sein zweites Tor im Spiel

Die Canucks durften sich bei dem Berner bedanken, dass durch seine pure Energie ihre 142-minütige Torflaute ein Ende fand. Als Held dieser Episode wurde Bärtschi als bester Spieler ausgezeichnet. Das Happy End blieb der Mannschaft von Trainer Travis Green jedoch versagt, nachdem in der fünften Minute der Verlängerung Richard Panik doch noch das 4:3-Siegtor für die Coyotes gelungen war.

"Wir hätten den Sieg mitnehmen können. Wir lauerten darauf und hatten im dritten Drittel die Chance zu gewinnen. Sehr schade, dass wir den Kürzeren gezogen haben", bedauerte der Mann des Abends den Spielausgang.

Die Macht war dennoch mit Bärtschi!

 

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Über zwei Monate, vom 24. Oktober bis zum 29. Dezember hatte Bärtschi aufgrund einer Gehirnerschütterung pausieren müssen. Der Linksaußen nähert sich nun, zu einem für die Canucks enorm wichtigen Zeitpunkt, seiner Bestform.

Am 3. Januar stand den Canucks der Schock ins Gesicht geschrieben als ihr torgefährlichster Mann, Elias Pettersson, den Gastauftritt bei den Montreal Canadiens aufgrund einer Verletzung am rechten Knie vorzeitig beenden musste. Doch Bärtschi übernahm die Verantwortung und geht als gutes Beispiel voran.

Es war von Anfang an klar, dass Pettersson nicht vollständig zu ersetzen sein wird. Nicht von ungefähr ist der 20-jährige Rookie mit 22 Toren und 20 Assists in 38 Spielen der heißeste Kandidat auf den Gewinn der Calder Trophy. Vancouvers Ausnahmetalent, das Schläger und Puck beherrscht, wie ein Luke Skywalker den Umgang mit der Macht, ist der Star des Teams. Sein Fehlen ist nur durch noch mehr Arbeit eines jeden Einzelnen zu kompensieren. 

Bärtschi verleiht hingegen dem Angriffsspiel der Westkanadier einen zusätzlichen Schub, den sie dringend brauchen, nachdem ein Brock Boeser seit fünf, ein Bo Horvat gar seit acht Spielen nicht mehr getroffen hat.

Video: ARI@VAN: Baertschi umspielt Verteidiger und trifft

Mitreißen konnte Bärtschi, der gegen die Coyotes sechsmal den Abschluss suchte, bereits Rookie Adam Gaudette. Auf dessen Konto ging der 2:2-Ausgleichstreffer in der Schlussminute des Mittelabschnitts. Es war erst das dritte NHL-Tor des 22-jährigen Centers in seinem 32. Saisonspiel.

"Ich habe mehr Selbstvertrauen, wenn ich auf dem Eis stehe. Es war großartig dabei sein zu dürfen und hoffentlich geht das so weiter", freute sich der rare Torschütze, der erst am Anfang seiner Laufbahn steht. Gaudette kann noch einiges von Bärtschi lernen, dessen NHL-Karriere damals bei den Calgary Flames ebenfalls nicht geradlinig begann.

Den Canucks fehlt es wahrlich nicht an Sturmtalenten. Um Siege so rauschend zu feiern wie einst die Jedi-Ritter mit ihren Freunden auf dem Waldmond am Ende der Episode VI, wird aber noch einige Zeit im Galaktischen Standardkalender vorüberziehen.

Ein doppelter Punktgewinn wäre den Canucks zunächst einmal recht. Ihre nächste Gelegenheit diesen einzufahren, haben sie am kommenden Sonntagnachmittag, wenn sich die Florida Panthers an der kanadischen Pazifikküste die Ehre geben (7 p.m. ET).

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