Doch der Titelverteidiger ist nicht automatisch der Favorit auf den Titel in der aktuellen Saison. Den Pittsburgh Penguins gelang 2017 die Titelverteidigung. Zuvor war das letztmals 1998 den Detroit Red Wings gelungen. Serien wie Anfang der 1980er-Jahre, als die New York Islanders und die Edmonton Oilers jeweils viermal den Cup holten, sind in der modernen NHL nicht mehr vorstellbar. Die Islanders sicherten sich den Titel sogar viermal in Serie. Das ist in der NHL im dritten Jahrtausend fast unvorstellbar.
Die Zeiten, in denen ein Team das Geschehen in der Liga über Jahre hinweg nach Belieben dominiert, sind Geschichte. Und selbst wenn eine Mannschaft in einer Saison von Rekord zu Rekord eilt, ist das in den Playoffs noch lange keine Garantie dafür, dass diese Truppe am Ende auch den ganz großen Preis mit nach Hause nimmt. Bestes Beispiel sind dafür die Tampa Bay Lightning, die in der Spielzeit 18/19 in der Vorrunde alles in Grund und Boden spielten. In der K.o.-Phase ging ihnen aber die Puste aus und sie unterlagen in der ersten Runde der Playoffs den Columbus Blue Jackets sensationell mit 0:4. Den anderen Divisionsmeistern erging es nicht anders und erstmals scheiterten alle vier gleich in der Auftaktrunde.
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Der Salary Cap hat sich als Segen für die NHL entpuppt. An den einzelnen Standorten müssen die General Manager mit den gleichen finanziellen Rahmenbedingungen auskommen. Die Zeiten, in denen die Mannschaften aus den wirtschaftlich potenteren Märkten wie die New York Rangers ihren Standortvorteil nutzten und ein Team von Superstars bilden konnten, gibt es nicht mehr. Und selbst wenn man zum Beispiel zwei absolute Weltklasseakteure in seinen Reihen hat, wie aktuell die Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl und Connor McDavid, ist das noch lange keine Garantie, dass man zumindest das Finale um den Stanley Cup erreicht. Im Gegenteil. In der vergangenen Saison sind die Oilers noch nicht mal in die Playoffs gekommen.
Wie eng es in der Liga derzeit zugeht, beweisen die Zahlen nach 638 NHL-Partien (3. Januar). Nur fünf Punkte haben da die fünf besten Scorer der Liga getrennt. Das Rennen um die Art Ross Trophy als bester Scorer wird wohl erst auf der Zielgeraden entschieden. Damit einher geht, dass es auch mehrere Kandidaten gibt, wenn die Vergabe der Hart Trophy für den wertvollsten Spieler ansteht. 631 Spieler hatten sich in die Torschützenliste eingetragen. Das waren 76,9 Prozent aller 821 Akteure. Nur in der vergangenen Spielzeit waren es mit 640 noch mehr. 31 Spieler haben einen Hattrick erzielt. Vieren gelang dieses Kunststück sogar zweimal (Noel Acciari, David Pastrnak, Connor McDavid und James Neal).