Kurz vor Weihnachten sind die New York Rangers drauf und dran, sich selbst schöne Geschenke zu machen. Der 6:3-Erfolg bei den Philadelphia Flyers war bereits der sechste Sieg in Serie. Das hilft den Rangers selbstverständlich in der Tabelle der Metropolitan Division. Dass ihre Serie weitergeht, war fast schon vor der Partie in der Stadt der brüderlichen Liebe klar. Denn die Flyers haben sich in den vergangenen Spielen zu einem der Lieblingsgegner der New Yorker herauskristallisiert.
Rangers weiter in Erfolgsspur
Beim 6:3-Auswärtserfolg gegen die Philadelphia Flyers bestätigt das Team aus Manhattan seine Stärken
NYR 6, PHI 3
Dabei deutete Anfang Dezember noch nicht so viel darauf hin, dass es bei der Mannschaft von Trainer Gerard Gallant so gut laufen würde. Die Rangers begannen den Monat mit zwei Heimniederlagen - 2:3 nach Penaltyschießen gegen die Ottawa Senators und 2:5 gegen die Chicago Blackhawks. Erst seit dem 6:4 zu Hause gegen die St. Louis Blues läuft es richtig gut.
Sechs Siege in Serie - das ist für die Rangers zunächst mal die längste Erfolgsserie in dieser Saison. Gleichzeitig ist es mit die drittlängste Siegesserie seit der Saison 2015/16. Seit dieser Zeit haben die Rangers fünfmal eine Serie von sechs oder mehr Siegen aufs Eis gezaubert. Und in der Kabine der Rangers wünscht man sich höchstwahrscheinlich, dass man noch viel öfter gegen die Flyers antritt. Denn durch das 6:3 hat New York nun seit sieben Spielen gegen diesen Kontrahenten immer mindestens einen Punkt geholt (6-0-1). In den jüngsten zwölf Spielen gingen die Rangers zehnmal mit etwas Zählbarem vom Eis (10-2-2), wenn es gegen die Flyers ging.
Dabei verwundert es nicht, dass die Rangers außerhalb des Madison Square Garden zwei weitere Punkte geholt haben. Denn auswärts tut sich die Mannschaft in dieser Spielzeit bislang deutlich leichter als zu Hause. 21 Zähler (10-4-1) haben sie bereits in der Fremde eingefahren. In zehn der letzten zwölf Auswärtsspiele gab's mindestens einen Zähler für die Rangers (9-2-1). Im Madison Square Garden ist die Bilanz mit 7-6-4 (18 Punkte) noch nicht so berauschend.
Ein Schlüssel zum Sieg in den jüngsten Partien war für die Rangers das gute Unterzahlspiel. In den letzten vier Partien, inklusive des Auftritts in Philadelphia, kassierten sie kein Tor, wenn sie mit mindestens einem Mann weniger auf dem Eis standen. Die Flyers versuchten es viermal, bissen sich aber an Jaroslav Halak und seinen Vorderleuten die Zähne aus. Auch in dieser Kategorie ist es kein Wunder, dass es bei den Rangers auf fremdem Eis gut läuft. Ihr Penalty Killing außerhalb des Madison Square Garden ist mit 87,8 Prozent Erfolgsquote das beste in der NHL (36 von 41). Halak, der Igor Shesterkin vertrat, überzeugte am Ende mit 29 Saves.
Lieblingsgegner und auch noch auswärts - das waren somit auch die perfekten Vorzeichen für Artemi Panarin, seine kleine Torflaute zu beenden. Der Russe hatte zuletzt Ende November bei der 3:5-Heimniederlage gegen die New Jersey Devils getroffen. Neun Spiele musste er auf seinen siebten Saisontreffer warten. Und den leitete er auch noch selbst ein. Barclay Goodrow bediente seinen Kollegen mit einem tollen Pass, und Panarin zeigte, dass er seine Torjägerqualitäten nicht eingebüßt hat. Es war nach knapp 17 Minuten im ersten Drittel das 1:1. James van Riemsdyk hatte die Gastgeber nach gut sieben Minuten in Führung gebracht.
NYR@PHI: Miller mit einem Breakaway-Tor im 2.
Auf die Siegerstraße bogen die Rangers dank K'Andre Miller ein. Dem Verteidiger gelang nach gut neun Minuten das Tor des Tages. Zuerst stibitzte er Travis Sanheim an der eigenen blauen Linie den Puck und zog alleine auf das Tor der Flyers zu. Sanheim brachte Miller zu Fall, doch der stand wieder auf und ließ Carter Hart im Kasten der Flyers keine Chance. Da musste selbst Flyers-Coach John Tortorella bei der Wiederholung zweimal hinschauen.
Für diese Leistung gab's ein Sonderlob von Verteidigerkollege Jacob Trouba. Miller habe seine Stärke dann, wenn er ins Laufen komme. "Er hat offensichtlich alles, was man braucht, die Größe, die Stärke, die Reichweite. Ich denke, er wird unterschätzt. Er hat viele Aktionen mit seinem Stock." Trouba selbst hatte allerdings auch Grund zum Jubeln. Ihm gelang im letzten Drittel sein erstes Saisontor. Da hatte Hart allerdings seinen Kasten schon zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers verlassen.
Miller selbst hatte seinen zweiten Saisontreffer gar nicht so richtig realisiert: "Das ist alles so schnell passiert, dass ich das irgendwie gar nicht richtig mitbekommen habe. Und das Nächste, was ich weiß, ist, dass ich gejubelt habe." Miller beendete den Abend mit zwei Scorerpunkten, da er auch noch eine Vorlage bei Troubas Tor gutgeschrieben bekam. Damit hat er in fünf der letzten sechs Spiele gepunktet (zwei Tore, fünf Assists). Seine sieben Scorerpunkte seit dem 5. Dezember sind mit der zweitbeste Wert in diesem Zeitraum unter den NHL-Verteidigern. Auf Platz zwei ist Miller auch bei den Steals. Gegen die Flyers kamen zwei dazu, was ihn auf 28 in dieser Saison bringt.
Goodrow sorgte wenig später nach Millers Treffer mit dem 3:1 für die Gäste für etwas Spielraum. Die Vorlage zu diesem Treffer lieferte Panarin, der damit in sieben der letzten acht Spiele mindestens einen Scorerpunkt verbuchte und in vier der letzten sieben Spiele mindestens jeweils zweimal auf dem Spielberichtsbogen in der Scorerliste auftauchte.
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Scott Laughton hielt die Gastgeber kurz vor dem Ende des zweiten Drittels mit dem 2:3 aus ihrer Sicht in Schlagdistanz. Jimmy Vesey sorgte im dritten Abschnitt für das 4:2. Nach dem Treffer von Morgan Frost gelang Trouba die Entscheidung. Den Schlusspunkt setzte Kaapo Kakko, der seinen siebten Saisontreffer gutgeschrieben bekam, obwohl der Puck gar nicht ins Tor ging. Da er aber alleine auf dem Weg zum leeren Tor war und dabei regelwidrig von Tony DeAngelo behindert wurde, entschieden die Schiedsrichter auf technisches Tor.
"Ich denke, wenn es bei jedem gut läuft, haben wir einfach dieses gute Gefühl. Und dann macht es auch Spaß, in die Arena zu kommen", beschrieb Miller. Man bekomme einfach diese gewisse Energie und gehe mit einer guten Einstellung ins Spiel.
Durch die jüngste Siegesserie haben die New York Rangers in der Tabelle der Metropolitan Division Boden gut gemacht in Richtung Tabellenspitze. 39 Zähler haben die Rangers jetzt und sind damit nur noch fünf Zähler hinter Tabellenführer New Jersey auf Platz vier. Und die Serie muss noch nicht zu Ende sein. Denn für die Rangers stehen noch zwei weitere Auswärtsspiele an - am Sonntag (7.30 PM ET; ESPN, SN360, SNE, SNO, SNP; Mo. 1:30 Uhr MEZ) gegen die Chicago Blackhawks und am Dienstag (7 PM ET; MSG, SN, TVAS, ATTSN-PT; Mi. 1:00 Uhr MEZ) gegen die Pittsburgh Penguins.

















