Die New York Islanders gelten seit Jahren als ein Team, das eher defensiv orientiert ist: stabile Abwehr, weniger prominent besetzte Offensive – und dennoch immer wieder beachtliche Erfolge. Am Sonntag haben sie das einmal mehr unter Beweis gestellt, und das auf die wohl beeindruckendste Art und Weise. Nach einem Shootout setzten sich die New Yorker in der heimischen UBS Arena gegen die Seattle Kraken von Philipp Grubauer mit 1:0 durch und feierten damit ihren siebten Sieg aus den vergangenen neun Spielen.

Palmieri entscheidet das Penaltyschießen

Torhüter David Rittich verbuchte dabei 19 Paraden, und Kyle Palmieri schoss im vierten Durchgang des Penaltyschießens das Tor zum Sieg der Islanders. Palmieri bezwang in der entscheidenden Szene Gästetorwart Joey Daccord, der an diesem Tag wieder den Vorzug vor Grubauer erhalten hatte, mit einer Vorhand-Rückhand-Bewegung auf der Fanghandseite.

„Beide Torhüter haben gut gespielt“, erklärte Palmieri hinterher. „Beide haben einige großartige Paraden gezeigt. Man sieht nicht oft, dass es bis zum Shootout kommt. Das ist also das Verdienst beider Torhüter. Rittich hat uns eine Chance gegeben, und wir hatten das Glück, im Shootout für ihn erfolgreich zu sein.“

Rittich glänzt beim ersten Shutout der Saison

Es war Rittichs erster Shutout in der Saison 2025/26 und sein achter in der NHL sowie Daccords zweiter in dieser Spielzeit und siebter seiner Karriere. „Wir haben wirklich gut gespielt“, fand auch Rittich. „Sie hatten 19 Schüsse, das sagt viel darüber aus, wie viel Arbeit die Jungs vor mir geleistet haben. Viele geblockte Schüsse, viel Einsatz in der Verteidigung, um die Spieler zu decken – Powerplays, solche Sachen. Wir spielen wirklich gutes Eishockey. Jetzt wollen wir einfach so weitermachen, den Moment genießen und hart arbeiten, um einen weiteren Sieg zu holen.“

SEA@NYI: Rittich ist mit 19 Paraden zur Stelle

Historischer Erfolg und Lob von Coach Roy

Die Islanders (13-8-2), die am Samstag noch mit 1:2 gegen die St. Louis Blues verloren hatten, haben aus den vergangenen neun Auftritten nun eine Bilanz von 7-2-0 vorzuweisen und rangieren mit 28 Zählern aus 23 Spielen auf Rang zwei in der Metropolitan Division. Zudem gelang dem Team zum dritten Mal in der Geschichte der Organisation ein Shutout in einem Shootout-Sieg. Zuvor war ihnen das nur am 7. Februar 2012 und am 24. November 2014 jeweils gegen die Philadelphia Flyers gelungen.

„Ich fand, dass wir auf beiden Seiten des Eises sehr gut waren“, lobte New Yorks Trainer Patrick Roy seine Schützlinge. „Wir haben ihnen nicht viele Chancen gegeben, und wenn wir doch welche zugelassen haben, war Rittich hervorragend. Ich fand, dass es eine großartige Teamleistung war, trotz des harten Spielplans und allem. Wir haben vor dem Spiel darüber gesprochen. Wir wollen nicht zwei Spiele in Folge verlieren, und es war wichtig, eine so solide Leistung wie diese zu zeigen.“

Kraken belohnen sich nicht – trotz starker Defensivarbeit

Auf der anderen Seite reichten die 34 Saves von Daccord den Kraken (11-5-6) am Ende nicht zum Sieg. Sie mussten sich mit einem Zähler aus diesem Duell begnügen. Seattle beendete seine Auswärtsserie von vier Spielen somit mit einer Bilanz von 2-1-1. „Natürlich gab es auf diesem Roadtrip zu Beginn einige Dinge, die uns nicht gefallen haben, aber ich denke, wir haben uns danach ziemlich gut angepasst“, sagte Stürmer Frederick Gaudreau über die Auswärtsserie. „Wir haben in den letzten beiden Spielen viel Charakter gezeigt, als wir im dritten Drittel zurückkamen, und auch heute wieder, hintereinander, blieben alle dran, alle blieben konzentriert. Jeder wollte es, das konnte man sehen. Das sind keine einfachen Spiele, aber wir haben einen Weg gefunden, im Spiel zu bleiben. Wir haben einen Punkt daraus geholt. Es war also eine gute Reise.“

SEA@NYI: Islanders treffen in der vierten Runde des Shootouts

Rittich streckte in der 11. Minute des ersten Drittels erfolgreich sein rechtes Bein aus und vereitelte einen aussichtsreichen Konter von Matty Beniers. Daccord rutschte an den oberen Rand des Torraums, um einen Schuss aus nächster Nähe von Anders Lee in der 18. Minute zu parieren, nachdem Mathew Barzal ihn allein im Slot gefunden hatte.

Daccord wehrte in der 34. Minute außerdem einen Schuss von Barzal an den Pfosten ab, nachdem dieser von Bo Horvat sehenswert in Szene gesetzt worden war. Nach zwei Dritteln hatten die Islanders die Kraken mit 20:10 Schüssen übertrumpft, aber noch keinen Weg gefunden, den Teamkameraden Grubauers zu überwinden.

Rittich stoppte seinerseits Jaden Schwartz’ aussichtsreichen Handgelenksschuss in der 59. Minute und lenkte den Puck mit seiner rechten Schulter ab.

„Wir haben keine Tore geschossen. Wir haben keinen Weg gefunden, daraus Kapital zu schlagen“, kritisierte Kraken-Trainer Lane Lambert. „Das haben sie natürlich auch nicht. Ich fand unseren Torwart wirklich gut. Ich fand, dass auch ihr Torwart einige gute Paraden gezeigt hat. Aber es ist gerade einfach ein allgemeines Problem: die Anzahl der Schüsse oder vielmehr deren Mangel. Und ich weiß, dass wir wieder zu viele Schüsse vergeben haben, also müssen wir irgendwann eine Lösung dafür finden.“

Islanders festigen ihre starke Ausgangsposition

Den Islanders wird es am Ende recht gewesen sein. Sie festigten durch diese starke Defensivleistung mit ihrem glücklichen Ende ihre aussichtsreiche Position im Rennen um einen der Plätze in den kommenden Stanley Cup Playoffs.

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