Die New Jersey Devils scheinen zu ihrem Spiel gefunden zu haben, doch könnte dieser Playoff-Push zu spät kommen. Am Mittwochabend im Prudential Center jedenfalls kamen die Devils auf drei Rückstände zurück und besiegten die Toronto Maple Leafs am Ende mit 4:3 nach Penaltyschießen. Darunter eine feine Schweizer Kombination zwischen Timo Meier und Nico Hischier.

Ein später Playoff-Push

Die Hoffnung stirb zuletzt. Erstmals seit Mitte Januar konnte New Jersey eine Siegesserie von drei Spielen starten. Ein 3:1-Auswärtssieg bei den St. Louis Blues markierte den Startpunkt, es folgten wichtige Erfolge gegen zwei Konkurrenten im Verfolgerfeld, ein 5:1 gegen die Florida Panthers sowie das jüngste 4:3 n.P. gegen die Toronto Maple Leafs. Eine große Frage aber bleibt: Kommt dieser Playoff-Push angesichts von nach wie vor neun Punkten Rückstand auf den letzten Wildcard-Platz in der Eastern Conference zu spät?

„In der Tabelle stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Wir wollen aber nicht nachlassen“, betont Stürmer Paul Cotter. „Genau das brauchen wir jetzt. Es zeugt von Mut, dass wir heute gewonnen haben, wir mussten uns gegenviele Widrigkeiten durchsetzen. Davon brauchen wir mehr, wenn wir dahin kommen wollen, wo wir hinmöchten.“

„Darum geht es: Nach einem Sieg kommst du leichter aufs Eis als nach einer Niederlage“, sagt Torwart Jacob Markstrom. „Wir haben auch davor gekämpft, aber die Spiele verloren. Es wird mental schwierig, wenn die Jungs anfangen, zu viel über das Toreschießen nachzudenken. Wir wollten so sehr treffen, dass es immer schlimmer wurde und wir den Schläger immer fester gegriffen haben. Du brauchst einfach einen Sieg und baust darauf auf. In den letzten drei Spielen haben wir es gut gemacht.“

Comeback auf drei Rückstände

Mental war das Spiel gegen die Maple Leafs nicht gerade leicht, denn Toronto ging in allen drei Dritteln durch Matias Maccelli (6.), William Nylander (24.) und Matthew Knies (57.) in Führung. Allerdings konnten Timo Meier (8.) nach feinem Pass seines Schweizer Landsmanns Nico Hischier, Arseny Gritsyuk (27.) und Connor Brown (58.) jeweils ausgleichen.

TOR@NJD: Meier trifft nach einem Hischier-Pass per Direktabnahme zum 1:1

„Wir sind bis zum Ende drangeblieben. Es hat gezeigt, dass wir auch in mental schwierigen Momenten da waren“, hob Devils-Trainer Sheldon Keefe hervor.

Insbesondere, weil New Jersey die letzten neun Heimspiele gegen Toronto verloren hatte, gefiel dem Headcoach die Reaktion seiner Spieler auf der Bank nach dem Rückstand im dritten Drittel.

„Wir haben viel geredet und uns gegenseitig aufgebaut. Darunter waren auch Spieler, die nicht allzu oft das Wort ergreifen“, so Keefe. „Das vorherrschende Gefühl war, dass alles okay ist. Wir hatten das Drittel dominiert und wollten einfach dranbleiben. Es war schön zu sehen, dass wir ausgleichen konnten, wir drangeblieben sind, an unser Spiel geglaubt haben und treffen konnten.“

Cotter, Bratt und Markstrom glänzen im Shootout

Im späteren Shootout versenkte Paul Cotter gleich den ersten Versuch der Devils. In der laufenden Saison konnte er zwei von vier Penaltyschüssen versenken.

„Ich habe meistens zwei, drei Bewegungen und weitere zwei, drei Varianten davon, für den Fall, dass sich die Goalies vorher schlaugemacht haben“, erklärt Cotter. „Vor dem Spiel schauen auch wir auf unsere iPads und sehen uns an, was klappen könnte und was nicht. Ich bin also so gut vorbereitet, wie ich nur kann.“

Das galt offensichtlich auch für Jesper Bratt, der New Jerseys zweiten Versuch verwandelte. Gleichzeitig behielt Markstrom (24 Saves, 88,9 Prozent Fangquote) gegen Torontos Schützen William Nylander und Auston Matthews die Oberhand.

TOR@NJD: Devils schlagen die Maple Leafs im Penaltyschießen

„Es war ein wichtiger Sieg“, atmete Markstrom tief durch. „Wir haben gut gespielt und hatten viel Zeit in der Offensivzone.“

Ob der Torwart gegen seinen Landsmann Nylander genau wusste, was auf ihn zukommt? „Ich werde es nicht verraten“, grinste Markstrom. „Ich will nicht, dass sie wissen, ob ich weiß, was sie vorhaben oder nicht.“

Der 36-jährige Schwede erhielt übrigens auch den zweiten Start in einem Back-to-Back-Spiel, was eigentlich eher ungewöhnlich ist.

„‚Marky‘ hat ein paar Kommentare abgegeben, dass er schon bei den Olympischen Spielen Back-to-Back gespielt und sich dabei gut gefühlt hat. Wir haben also beschlossen, dass das der richtige Weg ist. ‚Marky‘ würde sich niemals beschweren, wenn wir ihn oft bringen“, erklärt Keefe.

„Ich spiele gerne so viel wie möglich“, stimmte Marktstrom zu. „Das macht mir Spaß.“

Ein Derby mit richtungsweisendem Charakter

Mit einem guten Gefühl und drei Siegen in Serie geht New Jersey ins Hudson-River-Derby gegen den großen Rivalen New York Rangers am Samstag (3 p.m. ET; 21 Uhr MEZ).

Die Devils dürften gewarnt sein, denn zwischen ihren Drei-Spiele-Siegesserien hatten sie nur eine 1-7-0-Bilanz. Eine solche Durststrecke darf sich das Team aus Newark nicht mehr erlauben, wenn es mit einer Aufholjagd noch klappen soll.

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