"Mal schauen, was daraus wird", zeigt er sich gespannt. "Ich denke, die zwei wird auf jeden Fall drin sein, wenn er nicht sogar den Lafrenière etwas ärgern kann. Das wäre natürlich eine Überraschung, aber das hat sich der Timmy hart erarbeitet und das gönnt man ihm auch vom ganzen Herzen."
Der beste bisher gezogene Deutsche war beim NHL Draft 2014 Leon Draisaitl, den die Edmonton Oilers auf der dritten Position auswählten. Im NHL Draft 2017 wurde der Schweizer Nico Hischier zum ersten deutschsprachigen Spieler, der von den New Jersey Devils zur Nummer 1 gemacht wurde.
Stützle könnte nicht nur in den Top 3 auftauchen, sondern wie Seider in Detroit landen. Nachdem die Red Wings in dieser NHL-Saison mit nur 39 Punkten abgeschlagen den letzten Platz einnehmen, haben sie die besten Chancen in der Lotterie einen der ersten drei Züge für den Draft zu ergattern.
"Wir haben schon darüber gelegentlich philosophiert", gesteht Seider. "Wir sehen das derzeit noch als Spaß an, aber es ist im Bereich des Möglichen. Aber am Ende ist es ganz egal, wo er landet. Für mich würde es natürlich eine große Freude sein. So ein Spieler in unserer Organisation wäre eine große Bereicherung. Es wäre ein Traum, der da in Erfüllung gehen könnte, wenn wir beide in Detroit zusammen spielen könnten."
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Neben Stützle sind die Stürmer John-Jason Peterka vom EHC Red Bull München auf dem siebten Platz und Lukas Reichel von den Eisbären Berlin auf dem elften Platz der internationalen Feldspieler Kandidaten für die erste Draft-Runde. Gute Aussichten für das deutsche Eishockey, denn zwei, geschweige denn drei deutsche Spieler unter den besten 31 Nachwuchsspielern, das gab es noch nie zuvor in der Geschichte.
"Ich denke man sieht, dass das deutsche Eishockey in den letzten Jahren die richtigen Schritte gemacht hat", betont Seider. "Das dauert bis es richtig Früchte tragen kann. Wir sehen, dass immer mehr Spieler in der AHL oder im kanadischen Juniorenbereich Fuß fassen. Andere bekommen Spielzeit in der DEL. Dieses Jahr ist ein ganz interessanter Draft mit drei Spielern, die in der DEL gespielt haben und zeigen, dass es auch möglich ist, sich in Deutschland auf die beste Liga der Welt vorzubereiten. Von daher bin ich gespannt, was da noch alles dazukommen wird. Es sind noch viele Jungs in den Startlöchern und warten nur auf ihren Einsatz."
Positiv sollte diese Entwicklung auch für die deutsche Nationalmannschaft sein. Der deutsche Eishockey-Bund DEB hat sich mit seinem Projekt Powerplay 2026 zum Ziel gesetzt, ab diesem Zeitpunkt bei internationalen Wettbewerben regelmäßig um Medaillen mitzuspielen. Was vor Jahren bei der Vorstellung noch etwas belächelt wurde, scheint immer mehr zur Realität zu werden.