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Die Spannung vor dem ersten Kräftemessen zwischen den beiden Teams der Top-Picks aus dem NHL Draft 2015 und 2023 am Dienstag war groß. Wer wäre dazu in der Lage, seinem Team den womöglich entscheidenden Push zu verleihen, Connor McDavid von den Edmonton Oilers oder Connor Bedard von den Chicago Blackhawks?

Nach dem Duell im Rogers Place, bei dem beide Akteure ihre Akzente setzen konnten, jubelte nur einer von beiden. McDavid siegte mit den Oilers am Ende ungefährdet mit 4:1 gegen die Blackhawks und half diesen mit zwei Assists ihren guten Lauf fortzusetzen und auf acht Erfolge hintereinander zu verlängern. Für McDavid war es sein 159. Multi-Assist-Spiel in seiner NHL-Karriere. Damit zog er mit Legende Mark Messier gleich und rangiert in dieser Kategorie gemeinsam mit diesem auf Rang zwei in der Geschichte der Oilers. Wayne Gretzky führt die Liste mit 326 Begegnungen mit deutlichem Vorsprung an.

Der Ehrentreffer für Chicago durch Bedard reichte auf der anderen Seite hingegen nicht, um in Edmonton den negativen Auswärtstrend der Blackhawks zu beenden.

McDavid und Bedard setzen ihre persönlichen Erfolgsserien fort

McDavid verlängerte in diesem Spiel seine persönliche Punkteserie durch zwei Torvorlagen auf zehn Spiele. Er hat in dieser Serie 25 Punkte (sechs Tore, 19 Assists) erzielt. Es ist das 13. Mal, dass McDavid in seiner NHL-Karriere eine zweistellige Anzahl von Spielen bei einer Punkteserie erreicht hat. Er ist damit der fünfte Spieler in der Geschichte der Liga, dem dies 13 Mal gelungen ist, nach Wayne Gretzky (31), Guy Lafleur (15), Mario Lemieux (14) und Marcel Dionne (13).

NJD@EDM: McDavid gelingt sein zehnter Saisontreffer

Bedard traf in seinem ersten Spiel für Chicago gegen McDavid. Mit diesem Tor verlängerte Bedard seine Auswärts-Punkteserie auf zehn Spiele (14 Punkte; neun Tore, fünf Assists), die zweitlängste in der Geschichte der NHL für einen Spieler, der 18 Jahre oder jünger ist, hinter Colorado Avalanche-Center Nathan MacKinnon (16 Spiele, 2013/14).

Blackhawks-Hoffnungsträger räumt Klassenunterschied ein

„Das erste Drittel von uns war nicht schlecht, aber wenn man sich mit ihnen misst, ist es natürlich schwer, auf Dauer mit ihnen mitzuhalten", räumte Bedard enttäuscht ein. „Wir haben ein bisschen was kreiert und ich fand es nicht schlecht, aber es gibt definitiv noch einiges zu verbessern.“ Auf der Suche nach einer Begründung für die Niederlage wurde Bedard rasch fündig. „Sie haben mit McDavid und Leon Draisaitl die beiden besten Spieler der Welt in ihren Reihen. Wir unsererseits hätten es sicherlich heute etwas ruhiger angehen lassen sollen und nicht so viele Chancen überhastet vergeben."

Oilers setzen Aufholjagd erfolgreich fort

Neben den stets im Blickpunkt stehenden Top-Stars der Oilers, McDavid und Draisaitl, lag das Augenmerk der Zuschauer diesmal in erster Linie auf Evan Bouchard, der seine Punkteserie mit zwei Assists auf zwölf Spiele verlängerte. Bouchards Serie ist die zweitlängste eines Verteidigers in der Geschichte der Oilers (Paul Coffey, 28 Spiele, 1985/86). Gefeiert wurde zudem Sam Gagner, der ein Tor und einen Assist beisteuerte.

Torhüter Stuart Skinner parierte 22 Mal für die Oilers (13-12-1), die damit ihre längste Siegesserie seit einem Lauf von neun Spielen zum Abschluss der regulären Saison 2022/23 vorzuweisen haben. „Jedes Mal, wenn man gewinnt, macht es Spaß, und es macht noch mehr Freude, wenn man es auf die richtige Art und Weise tut“, befand Edmonton-Stürmer Zach Hyman nach der Schlusssirene. „Das ist der Schlüssel zum Erfolg, und das ist es, worauf wir immer wieder hingewiesen haben und auch der Grund dafür, warum wir jetzt diesen kleinen Lauf haben.“

Blackhawks bleiben auswärtsschwach

Auf der anderen Seite reichten die 25 Saves von Goalie Petr Mrazek und der Treffer von Bedard nicht, um die Niederlagenserie Chicagos auf fremdem Eis zu durchbrechen. Die Blackhawks, die auf Verteidiger Seth Jones wegen einer Oberkörperverletzung verzichten mussten, stehen nach der siebten Pleite in der Fremde hintereinander bei einer Statistik von 9-18-1 (auswärts 4-11-0) und verlieren die Playoff-Plätze bereits jetzt so langsam aus den Augen. In der Central Division rangieren sie auf einem enttäuschenden achten Platz, dreizehn Zähler hinter den Nashville Predators von Roman Josi, die mit 32 Punkten auf Rang vier liegen.

„Es stinkt mir und es tut richtig weh, so häufig zu verlieren. Bei einer 1:4-Niederlage sieht es so aus, als ob wir vom Gegner wirklich dominiert worden wären", zeigte sich Chicagos Stürmer Jason Dickinson sehr frustriert. „Ich hatte heute wirklich nicht das Gefühl, dass wir hier chancenlos gewesen wären“, ergänzte er.

Chicagos Traumstart hielt nur kurz

Bedard brachte die Blackhawks nach 3:21 Minuten früh in Führung. Dabei war er mit einem Handgelenkschuss vom linken Bullykreis aus nach einem Pass von Alex Vlasic erfolgreich.

Für Bedard war es bereits das fünfte Mal in dieser Saison, dass ihm der erste Treffer in einer Begegnung gelang. Damit liegt er in dieser Kategorie gemeinsam mit Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins und JJ Peterka von den Buffalo Sabres an der Spitze der NHL.

CHI@EDM: Bedard glänzt beim dem ersten Tor des Spiels

Lob für seine ersten Auftritte in der Liga bekam Bedard hinterher vom Gegner: „Es sind sicherlich ganz besondere Umstände, wenn man so sehr unter Beobachtung steht wie er“, befand Gagner. „Der Start, den er hatte, war unglaublich. Ich denke, dass er die Erwartungen sogar noch übertroffen hat, nachdem die Leute darüber gesprochen haben, was er als 18-Jähriger erreichen würde. Es ist eine Freude ihm zuzusehen, und es macht immer Spaß, gegen solche Jungs zu spielen. Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell, hart und präzise er schießen kann. Das ist wirklich beeindruckend.“

„Er hat sich gut bewegt, es war ein sehr schöner Schuss. Gebt dem Jungen seine Anerkennung", zeigte sich Skinner anerkennend. Dies fiel ihm im Nachhinein sicherlich dadurch ein Stück weit leichter, da seine Oilers den frühen Rückstand rasch egalisieren konnten. Ryan Nugent-Hopkins erzielte in der zehnten Minute den 1:1-Ausgleich. Er nahm dabei einen Pass von McDavid vom linken Flügel auf und lenkte den Schuss über Mrazek, wodurch McDavid und Bouchard ihre Punkteserien weiter ausbauen konnten. Bouchard hat in seiner zwölf Spiele andauernden Punkteserie 18 Zähler (fünf Tore, 13 Assists) herausgespielt. Gagner brachte Edmonton noch vor Drittelende mit 2:1 (19.) in Führung.

Draisaitl mit dem Glück im Bunde

Draisaitl erhöhte in der 34. Minute mit seinem zwölften Saisontreffer auf 3:1 für die Hausherren, als sein Versuch, vom rechten Flügel aus querzulegen, den Chicagoer Verteidiger Nikita Zaitsev vor dem Tor traf und die Scheibe an Mrazek vorbei in die Maschen flog. „Draisaitl ist ein großartiger Spieler, und er bekommt manchmal halt solche Situationen", gab sich Blackhawks-Trainer Luke Richardson leicht resigniert, als er hinterher auf die Szene angesprochen wurde. „Wenn Zaitsev ihn nicht zu stoppen versucht, entwickelt sich vielleicht dadurch eine Möglichkeit für einen anderen Spieler, also musste er leider seinen Schläger da hinlegen. Das hat Petr überrascht und er hatte keine Chance mehr.“ Draisaitl hat eine Drei-Spiele-Punkte-Serie (vier Punkte; zwei Tore, zwei Assists) vorzuweisen.

CHI@EDM: Draisaitls Querpass wird ins Tor abgefälscht

Die Oilers hatten im zweiten Drittel mit 14:5 ein klares Übergewicht bei den Torschüssen und drängten die Gäste auf dem Eis über weite Phasen in die Defensive, so dass die Zwei-Tore-Führung nach 40 Minuten verdient war.

Kritik vom siegreichen Oilers-Trainer

„Ich glaube nicht, dass wir im ersten Drittel defensiv solide waren", gab Edmontons Trainer Kris Knoblauch kritisch zu. „Im zweiten und dritten Drittel waren wir meiner Meinung nach dann sehr stabil. Es war einfach eines dieser Spiele, in denen wir anfangs noch nicht ganz bereit waren.“ Hyman traf 43 Sekunden nach Beginn des finalen Spielabschnitts im Powerplay, als er eine Vorlage von McDavid erfolgreich zum Endstand verwertete.

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