Auston Matthews

Schon vor dem Start der Spielzeit 2021/22 war jedem in der Eishockeywelt klar, dass Auston Matthews von den Toronto Maple Leafs eine Ausnahmeerscheinung ist. Der bisherige Verlauf der Saison hat das noch einmal untermauert. Nach 55 Spielen kann der 24-Jährige auf 44 Tore und 32 Assists verweisen. Kein Spieler der Liga hat bisher mehr Treffer erzielt. Zuletzt lief es bei ihm herausragend. In den vergangenen vier Begegnungen brachte es Matthews auf insgesamt sieben Tore. Gut in Erinnerung ist noch sein Hattrick am 8. März im Spiel gegen die Seattle Kraken (6:4-Sieg). Und auch bei den Scorerpunkten liegt der Center mit 76 Zählern aktuell weit vorne in der Spitzengruppe der NHL.
In der Geschichte der Freiluftspiele wird Matthews an diesem Wochenende das Privileg haben, erst als dritter Spieler in der Ligageschichte als Führender der Torjägerliste in eine solche Veranstaltung zu gehen. Die beiden anderen Akteure, die in dieser besonders unter Beobachtung stehenden Lage in ein solches Freiluftspiel gehen durften waren Alex Ovechkin von den Washington Capitals (3.3.2018) und Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins (1.1.2011 und 25.2.2017).

Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung, die Matthews seit seinen ersten Tagen in der Liga vorzuweisen hat. Die 389 Hauptrunden-Einsätze seit seinem Debüt zu Beginn der Saison 2016/17 waren von vielen Highlights geprägt. Für sein noch immer vergleichsweise junges Alter, hat der im kalifornischen San Ramon geborene Stürmer, der von den Maple Leafs einst im NHL Draft 2016 an Nummer eins ausgewählt wurde, schon viel erlebt und kann auf einen großen Erfahrungsschatz verweisen.
Wenn Matthews mit seinem Team aus Toronto am Sonntag im Rahmen des Tim Hortons NHL Heritage Classic 2022 in Hamilton auf die Buffalo Sabres trifft, dann wird dieses Freiluftspiel für ihn auch keine Premiere sein. Er kam bereits am Neujahrstag 2017 im Rahmen des damaligen Centennial Classic gegen die Detroit Red Wings in einem NHL-Spiel unter freiem Himmel zum Einsatz.
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Der damalige Rookie steuerte beim 5:4-Erfolg nach Verlängerung für seine Farben zwei Tore bei. Unter anderem gelang ihm seinerzeit das Tor zum Sieg in der Overtime. Wertvolle Erfahrungen, auf die Matthews auch in der jetzt anstehenden Herausforderung gegen die Sabres fünf Jahre später bauen möchte, wie er am Samstag nach dem Teamtraining in Hamilton betonte.
"Seit meinem ersten Jahr in der NHL hat sich sehr viel getan", räumte er rückblickend ein "Ich habe seit meiner Zeit als Rookie immer versucht mich stetig weiter zu verbessern. Derzeit läuft es ganz gut bei mir. Natürlich ging es über die vergangenen Jahre hinweg nicht immer nur aufwärts. Es gab gewisse Schwankungen in meinen Leistungen, aber auch in Bezug auf die Entwicklung der Mannschaft. Ich erinnere mich noch an einige Höhen und Tiefen. Das ist im Verlauf einer Karriere aber völlig normal, denke ich", betonte Matthews.
Der Top-Torjäger der Liga versuchte im Pressegespräch den Fokus aber nicht zu sehr auf seine Person legen zu lassen, beschäftigte sich dementsprechend in seinen Antworten auch mit den ungewöhnlichen Rahmenbedingungen vor Ort und der Bedeutung der Veranstaltung für die gesamte Mannschaft. "Bei diesem Spiel wird das Wetter sicherlich zu einem besonderen Faktor werden", meinte Matthews. "Es war heute beim Training ungewöhnlich windig und kalt. Doch trotz dieser

Matthews

Herausforderungen soll das Ganze ja auch Spaß machen. Das habe ich vorhin auch zu den Jungs gesagt. Bei allem Ehrgeiz gilt es, das Ganze auch bestmöglich zu genießen. Ich hatte ja schon das Glück ein solches Spiel bestreiten zu dürfen, aber für manche im Team ist es eben eine Premiere."
Torontos Trainer Sheldon Keefe zeigte sich ebenfalls angetan von der vor ihm liegenden Herausforderung. "Eine solche Veranstaltung ist eine schöne Abwechslung, bevor es dann in die Schlussphase der regulären Saison geht", meinte er. "Es ist toll zu sehen, wie viel Freude die Leute haben, wenn sie eine solche Gelegenheit geboten bekommen."
Direkt angesprochen auf die positive Entwicklung von Matthews, sparte aber auch Keefe dann nicht mit anerkennenden Worten: "Austons Entwicklung ist wirklich beeindruckend. Er ist ein Vorbild und hat sich bei uns stets als Anführer im Kader präsentiert. Matthews hat aktuell viel Selbstvertrauen und kann sicherlich grundsätzlich von seinen vielfältigen Erfahrungen profitieren".
Doch einen besonderen Vorteil für seinen Schützling sah der Coach nicht. "Es wird auch für ihn erst einmal darum gehen, dass er sich möglichst rasch auf die besonderen Bedingungen am Sonntag einstellt. Die Kälte und der Wind sind etwas, an das sich jeder Spieler erst einmal gewöhnen muss. Das Drumherum ist in jedem Freiluftspiel etwas anders. Aber die Tatsache, dass er schon über einen großen Erfahrungsschatz verfügt, sollte in jedem Fall von Vorteil für ihn und unser gesamtes Team sein."
Wie sehr sich die gute Form des Top-Torjägers der Liga und seine Erfahrungen der vergangenen Jahre am Ende auf den Spielverlauf auswirken, das wird sich am Sonntagnachmittag (4 p.m. ET; NHL.tv, Sky Sport 1; 21 Uhr MEZ) auf der ganz großen Eishockey-Bühne im Tim Hortons Field in Hamilton zeigen.