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Die Los Angeles Kings gaben am Sonntag den Spielverderber für die Pittsburgh Penguins. Beim 2:1-Sieg in der PPG Paints Arena ruinierten die Gäste aus Kalifornien den Hausherren spät aber nachhaltig die Stimmung. Nachdem vor dem Spiel Penguins-Legende Jaromir Jagr geehrt wurde, indem sein Trikot feierlich unter das Hallendach gezogen wurde, seine legendäre Rückennummer 68 in Pittsburgh daher zukünftig nicht mehr vergeben werden wird, stahlen die Kings am Ende die Show. Los Angeles drehte das Spiel im dritten Spielabschnitt durch zwei Tore von Adrian Kempe und hatte am Ende das Lachen auf seiner Seite.

Kempe dreht das Spiel spät

Kempe erzielte den 1:1-Ausgleich in der 54. Minute mit einem One-Timer vom Punkt nach einem Pass von Drew Doughty. Anschließend markierte er bei einem Konter vom rechten Bullykreis aus seinen 19. Saisontreffer, welcher die 2:1-Führung (57.) bedeutete. „Wir sind immer drangeblieben und waren geduldig", freute sich Kempe nach dem Spielende. „Wir haben da draußen einfach füreinander gekämpft. Am Ende haben wir die zwei Tore gemacht. Es war ein ziemlich ausgeglichenes Spiel, aber wir haben wieder solide gespielt und haben die zwei verdienten Punkte geholt, die wir vor ein paar Wochen vielleicht noch nicht bekommen hätten."

LAK@PIT: Kempe sorgt in Unterzahl für die Führung

Neben dem Doppelpacker verdiente sich Torhüter Cam Talbot bei den Kaliforniern Bestnoten. Er zeigte 29 Paraden für die Kings (27-16-10), die drei Siege in Folge eingefahren und fünf ihrer letzten sechs Spiele gewonnen haben, darunter ein 5:4-Sieg nach Verlängerung gegen die Boston Bruins am Samstag. Für Talbot selber war es der erste Sieg seit dem 23. Dezember. In der Zwischenzeit hatte er eine Bilanz von 0-7-3.

Crosbys Führungstreffer reicht den Penguins nicht

Auf der Gegenseite reichte den Penguins ein Treffer von Sidney Crosby nicht, um an diesem besonderen Abend in Pittsburgh etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Torhüter Tristan Jarry konnte mit 31 Rettungstaten die Niederlage seiner Mannschaft nicht verhindern. Die Saisonbilanz des Teams beläuft sich jetzt auf 24-21-7. Vier der vergangenen fünf Spiele gingen für die Penguins verloren.

„Wir haben mehr Zeit in unserer Endzone verbracht, als uns lieb war", lautete das bittere Fazit von Pittsburghs Trainer Mike Sullivan. „Aber ich denke, dass wir die meiste Zeit ziemlich gut verteidigt haben. Wir hätten das Spiel gerne ein wenig mehr kontrolliert. Das ist ein wichtiger Aspekt, wenn man mit einer Führung im Rücken spielt, wenn man auf der Hut sein muss, wenn man mit den Teams mithalten kann. Ich denke, das hätten wir als Gruppe heute besser hinbekommen können.“

LAK@PIT: Crosby haut ihn rein

Dabei begann das Spiel nach der Jagr-Zeremonie aus Sicht der Gastgeber wunschgemäß. Crosby brachte Pittsburgh fünf Sekunden nach einem Powerplay kurz vor dem Ende des ersten Drittels mit 1:0 in Führung (19.), als er einen Pass von Erik Karlsson aufnahm und vom rechten Bullykreis aus einnetzte. Es war sein 31. Tor in dieser Saison und das dritte in den letzten beiden Spielen. Karlsson (185 Tore, 614 Assists) ist damit nur noch einen Punkt von 800 Zählern in der NHL entfernt. „Es ist schwer, in dieser Liga zu gewinnen, wenn man nur ein Tor erzielt", meinte Karlsson. „‘Jars' hat wieder großartig für uns gespielt und uns eine Chance gegeben. ... Wir hätten gerne ein paar mehr Pucks im Netz versenkt, aber das war heute nicht der Fall. Im dritten Drittel hatten wir nicht wirklich eine Antwort auf ihre Tore. Als sie dann den Ausgleichstreffer erzielten, hat uns das ein wenig aus der Spur geworfen."

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„Wir haben es ihnen schwer gemacht, einen einfachen Schuss auf das Tor zu bekommen“, lautete auf der anderen Seite das zufriedene Fazit von Kings-Trainer Jim Hiller.

Jagr vor dem Spiel geehrt

Vor dem Spiel stand mit Stürmerlegende Jagr noch ein ganz anderer Hauptdarsteller im Mittelpunkt des Interesses. In einer rund 40-minütigen Zeremonie ehrten die anwesenden Fans und die beteiligten Mannschaften die NHL-Legende. Umgeben auch von vielen ehemaligen Teamkollegen, Trainern und dem Management wurde Jagr als dritter Spieler der Penguins nach Mario Lemieux (66) und Michel Briere (21) geehrt, indem seine Rückennummer bei der Franchise zukünftig nicht mehr vergeben wird. Symbolisch wurde dazu sein Trikot unter das Hallendach gezogen, wie es in der Liga gute Tradition ist. Anschließend machte der so Geehrte sich mit Pittsburgh vor dem Spiel auf dem Eis warm, bevor er das Spiel von einer Suite aus verfolgte.

„Es ist immer etwas Besonderes, wenn man bei einer solchen Zeremonie dabei sein kann, aber insbesondere Jaromir ist eine Legende in diesem Spiel", zeigte sich Crosby, der aktuelle Kapitän der Penguins, bewegt. „Nachdem ich es heute erleben durfte, fühlen wir uns alle sehr geehrt, ein Teil davon zu sein." In elf Spielzeiten mit den Penguins (von 1990 bis 2001) gewann Jagr zweimal den Stanley Cup (1991, 1992) und er verbuchte die viertmeisten Punkte (1.079 Zähler; 439 Tore, 640 Assists) in der Geschichte der Penguins, hinter Lemieux (1.723), Crosby (1.557) und Evgeni Malkin (1.270).

„Du weißt schon im Vorfeld, dass es ein großes Spektakel geben wird", resümierte Kings-Goalie Talbot diesen besonderen Abend. „Dann gelingt ihnen der erste Treffer und es ist Sid. Die Menge flippt aus und sie zeigen Jagr auf der Pressetribüne. Da weiß man, dass die Fans sofort Feuer und Flamme sein werden. Ich denke, wir haben es gut geschafft, sie danach zum Schweigen zu bringen. Wir haben ihnen nicht viel Grund zum Jubeln gegeben."

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