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Auf die Frage nach dem besten deutschen Eishockeyspieler aller Zeiten kann es schon jetzt nur eine Antwort geben: Leon Draisaitl. Das bewies der Kölner jetzt, indem er Marco Sturms Rekord für die meisten Tore eines Deutschen in der NHL-Geschichte mit seinem 243. Treffer überbot. Und das alles im Alter von erst 26 Jahren und in seinem achten NHL-Jahr, wozu Sturm eine ganze NHL-Karriere von 15 Jahren zwischen 1997 und 2012 für die San Jose Sharks (1997-2006), Boston Bruins (2006-2010), Los Angeles Kings und Washington Capitals (je 2010/11) sowie Vancouver Canucks und Florida Panthers (je 2011/12) benötigte.

Doch nicht nur unter den deutschen NHL-Spielern gehört der Center zur Elite, auch in der Franchise-Geschichte der Edmonton Oilers hat er einen Platz unter den besten Spielern, die jemals für das Team antraten. Das ist besonders in Edmonton beeindruckend, immerhin trugen einige der größten Spieler aller Zeiten dieses Trikot. Wayne Gretzky, Jari Kurri, Mark Messier und Paul Coffey sind nur einige Beispiele in einer Reihe von legendären Namen, die für die Oilers aktiv waren.

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Draisaitl wurden die Scorerqualitäten als Sohn des langjährigen DEL- und Nationalspielers Peter Draisaitl bereits in die Wiege gelegt. Nach seiner Zeit im Nachwuchs in Köln und bei den Adlern Mannheim wagte er zur Saison 2012/13 den Schritt über den Atlantik zu den Prince Albert Raiders in der Western Hockey League. Dort machte er in zwei Spielzeiten mit 163 Punkten (59 Tore, 104 Assists) auf sich aufmerksam, weshalb die Oilers ihn in der ersten Runde des NHL Draft 2014 an dritter Stelle wählten.

SJS@EDM: Draisaitl trifft zweimal gegen Sharks

Während er in seiner ersten Saison für die Oilers wegen einer Rückstufung ins Juniorenteam nur auf 32 Spiele kam und dabei zwei Tore und sieben Assists erzielte, hatte er in der folgenden Spielzeit 2016/17 seinen Durchbruch. In dieser Saison leiteten er und Connor McDavid einen prägenden Wandel in Edmonton ein. Zuvor hatten die Oilers die Stanley Cup Playoffs zehn Mal in Folge verpasst. Draisaitls 51 Punkte (19 Tore, 32 Assists) in seiner ersten vollen NHL-Saison verhalfen der Mannschaft zu einem Platz in den Playoffs.
Mittlerweile sind McDavid und Draisaitl als zwei der besten Spieler der Welt bekannt und dank ihnen werden die Oilers wieder als Playoff-Kandidaten ernst genommen. Sie erreichten die Postseason unter der Führung ihrer beiden Ausnahmespieler in drei von fünf Saisons.
Draisaitl gewann 2020 die Art Ross Trophy als Topscorer der NHL, die Hart Memorial Trophy für den wertvollsten Spieler der Saison und wurde von der NHLPA zum Gewinner des Ted Lindsay Awards als herausragendster Spieler der Saison gewählt. Diese Saison ist er erneut ein aussichtsreicher Kandidat für diese Auszeichnungen und die Rocket Richard Trophy als bester Torschütze der Saison. Noch vor Jahren schien undenkbar, dass ein Deutscher diese Auszeichnungen würde jemals gewinnen können. Völlig zurecht wurde Draisaitl im Jahr 2020 als erster Eishockeyspieler überhaupt in Deutschland zum Sportler des Jahres gewählt.
In der ewigen Torschützenliste der Oilers konnte sich Draisaitl bereits jetzt einen beeindruckenden Platz erspielen. Nur fünf Spieler, Wayne Gretzky (583), Jari Kurri (474), Glenn Anderson (417), Mark Messier (392) und Ryan Smyth (296) erzielten mehr Tore für Edmonton. Unter allen Spielern, die jemals mehr als 500 Spiele für Edmonton bestritten, überbieten nur Gretzky (0,84), Kurri (0,63), Anderson (0,49) und Messier (0,46) Draisaitls Durchschnitt von 0,44 Toren pro Spiel.

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Diese Platzierungen dürfte Draisaitl noch verbessern, denn in seinem Alter liegen noch einige Jahre seiner Karriere vor ihm und Spitzenspieler wie er können selbst im hohen Sportleralter noch überragende Zahlen liefern, wie etwa Alex Ovechkin von den Washington Capitals beweist. Im Alter von 36 Jahren liefert dieser bereits seine zwölfte NHL-Saison mit mindestens 40 Toren ab und rückte auf Platz drei der ewigen NHL-Torjägerliste vor. Mit 770 Treffern ist der Russe mittlerweile der erfolgreichste europäische Torjäger aller Zeiten in der NHL vor dem Tschechen Jaromir Jagr (765).
Dass Draisaitl bereits jetzt nicht nur die Rekorde für die meisten Assists, Punkte und nun auch Tore eines deutschen Spielers hält, sondern bei einer Organisation wie den Oilers in einer Reihe mit den Franchise-Legenden steht, spricht Bände über seine Qualität. Wer in dieser exklusiven Gesellschaft zu den besten Spielern zählt, gehört in jeder Auswahl zur Elite. Seine unaufhörliche Rekordjagd macht Lust auf mehr und wirft die Fragen auf, zu was er noch alles in der Lage ist und welche Eishockey-Legenden er noch in diversen Kategorien überholen kann. Die Frage nach dem besten deutschen Eishockeyspieler aller Zeiten ist indes schon mal geklärt.