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Die Montreal Canadiens stehen gewaltig unter Druck. Nach der dritten Niederlage hintereinander in der Best-of-7-Serie der Stanley Cup First Round gegen die Toronto Maple Leafs müssen sie ab sofort alle Partien gewinnen, wenn sie das Aus verhindern wollen. Die 0:4-Heimniederlage am Dienstag in Spiel 4 im Bell Centre machte das Dilemma der Canadiens in den laufenden Stanley Cup Playoffs zum wiederholten Male deutlich. Ihrer Offensive fehlt es an Durchschlagskraft.

In den vier Duellen gegen Toronto erzielte das Team lediglich vier Tore, die Hälfte davon beim 2:1-Sieg in Spiel 1. Bei den Pleiten in Spiel 2 und Spiel 3 reichte es jeweils nur zu einem Treffer (1:5, 1:2). Mit Paul Byron, Josh Anderson, Nick Suzuki und Jesperi Kotkaniemi trugen sich vier unterschiedliche Akteure in die Torschützenliste ein.
Obwohl sich die Canadiens beim jüngsten Aufeinandertreffen mit den Maple Leafs so schussfreudig wie noch nie in der Serie präsentierten, brachten sie die Scheibe nicht im gegnerischen Kasten unter. Alle 32 Torschüsse wurden eine sichere Beute von Torontos Schlussmann Jack Campbell.

TOR@MTL, Sp4: Campbell zeigt 32 Saves im 4:0-Sieg

Entsprechend konsterniert zeigte sich Montreals Angreifer Joel Armia im Anschluss an die Begegnung. "Wir haben einige Chancen kreiert, konnten sie aber nicht nutzen. Genau darauf müssen wir den Fokus richten und dafür sorgen, dass wir die Pucks ins Netz befördern", sagte er. Armia führt die teaminterne Scorerwertung in den Playoffs gemeinsam mit Tyler Toffoli an, obwohl beide bloß zwei Assists vorzuweisen haben.
Nach Ansicht von Verteidiger Jeff Petry kommen viele Schüsse aus zu großer Entfernung, um den Torhüter der Maple Leafs in Verlegenheit zu bringen. "Campbell zieht die Pucks förmlich an und lässt keine Nachschüsse zu. Wir müssen versuchen, ihm die Sicht zu nehmen und dadurch Rebounds zu erzwingen. Wir brauchen auch mal ein dreckiges Tor, das uns ins Rollen bringt", erläuterte er.
Trainer Dominique Ducharme ist klar, dass er schnell ein Rezept gegen die Ladehemmung seiner Mannschaft finden muss. "Wir werden alle Details durchgehen, sei es im Spiel 5 gegen 5 oder im Powerplay", ließ er verlauten. Obwohl seine Mannen am Dienstag kein Tor zustande brachten, war er mit der Offensivleistung nicht völlig unzufrieden. "Vor allem in Überzahl haben wir uns gute Möglichkeiten erarbeitet. Wir nutzen sie halt nicht. Das gilt es zu ändern", so der Coach.

TOR@MTL, Sp4: Thornton fälscht Puck in Überzahl heim

Trotz des 1:3-Rückstands in der Serie geben sich die Canadiens kämpferisch. "Es ist noch längst nicht vorbei. Wir müssen das heutige Spiel so schnell wie möglich vergessen und beim nächsten Mal hart arbeiten. Die Stimmung in unserer Kabine ist nach wie vor gut", meinte Armia.
Sein Stürmerkollege Phillip Danault stimmte ihm zu. "Natürlich sind wir enttäuscht und frustriert. Aber das ist Hockey und gehört zu den Playoffs dazu. Jetzt gilt es nach vorne zu schauen und Spiel für Spiel in den Blick zu nehmen. Wir sind voll motiviert. Was müssen mit Leidenschaft in Toronto auftreten und mit einem Erfolg im Gepäck nach Hause zurückkehren", sagte er.
Petry hat den Glauben an ein gutes Ende der Serie ebenso wenig verloren. "Wir alle haben in diesem Jahr schon eine Menge durchgemacht, egal ob Verletzungen oder schwierige Abschnitte während der Saison. Immer haben wir einen Ausweg gefunden. Die momentane Lage ist da nicht anders. Wir müssen zusammenrücken, fest an uns glauben und alles in die Waagschale werfen", betonte der Blueliner.
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Der verantwortliche Mann an der Bande wird solche Worte gerne vernehmen, weil sie ihm verdeutlichen, dass er nicht extra an die Ehre seiner Spieler zu appellieren bracht. Das hatte er allerdings auch nicht anders erwartet. "Wer in unserer Situation nicht kämpft, wäre eh am falschen Platz. Wir wollen mit einem Sieg aus Toronto heimkommen und danach Spiel 6 vor unseren Fans bestreiten", sagte Ducharme.
Spiel 5 der Stanley Cup First Round zwischen den Canadiens und den Maple Leafs wird am Donnerstag (7 p.m. ET; NHL.TV; Fr. 1 Uhr MESZ) in der Scotiabank Arena von Toronto ausgetragen. Möglicherweise kehrt dabei Canadiens-Center Jake Evans ins Aufgebot zurück. Er hatte sich im Auftaktmatch verletzt und fehlte daraufhin in den vergangenen drei Partien.