TBL@CAR, Sp1: Goodrow trifft unerwartet zur Führung

Barclay Goodrow agierte wie ein echter Torjäger. Der Center der Lightning nahm am Sonntag in Spiel 1 der Stanley Cup Second Round gegen die Carolina Hurricanes den Puck auf, zog an Verteidiger Brady Skjei vorbei und erzielte aus einem spitzen Winkel den Siegtreffer zum 2:1.

Goodrow zählt nicht unbedingt zu den großen Namen im Team des amtierenden Stanley Cup Champions. Verletzungsbedingt konnte er erst das zweite Spiel der diesjährigen Stanley Cup Playoffs absolvieren. Trainer Jon Cooper weiß jedoch, wie wichtig der oft unterschätzte Angreifer für seine Mannschaft ist: "Man kann nicht immer nur Ferraris haben. Manchmal braucht man einen guten, altmodischen Jeep mit Allradantrieb, um durch den Schlamm zu kommen", hatte er vor dem Match über ihn gesagt.
Als Goodrow im Nachgang von Spiel 1 in der PNC Arena auf dieses Zitat angesprochen wurde, lieferte er die passende Antwort: "Ich würde sagen, Jeeps sind zuverlässige Autos. Ich weiß, dass ihr Wiederverkaufswert ziemlich gut ist. Sie halten allen Bedingungen stand. Ich würde den Wagen nehmen."
In Bezug auf sein Tor gab er die Komplimente an seinen Mitspieler weiter: "Blake (Coleman - d. Red.) hatte eine gute Aktion an der Bande, um den Puck zu gewinnen. Die Scheibe kam zu mir und ich sah, dass Yanni (Gourde) aufs Tor zusteuerte. Ich wollte den Puck einfach vors Netz bringen und Yanni dadurch einen Rebound ermöglichen. Aber irgendwie ging er dann ins Tor."

TBL@CAR, Sp1: Point fälscht Hedmans Schuss ins Tor ab

Goodrow macht in der Regel nicht als Schütze von wichtigen Treffern von sich reden. "Normalerweise ist er derjenige, der die spielentscheidenden Tore verhindert", beschreibt Coach Cooper die Rolle des emsigen Arbeiters. Damit hatte er in der vergangenen Saison seinen Anteil daran, dass die Lightning den Stanley Cup holten.
Verteidiger Victor Hedman lobte seinen Teamkollegen: "Man kann wirklich sagen, dass er ein toller Spieler ist. Bereits im vorigen Jahr war er in der Bubble großartig. Wir können ihm in jeder Situation vertrauen. Er ist ein echter Kämpfer."
Besonders bemerkenswert: Drei der vier Playoff-Tore, die Goodrow in seiner Karriere bislang erzielte, waren der Game-Winner.
Es sind genau solche Spiele wie am Sonntag, mit denen sich ein Akteur für höherdotierte Verträge empfehlen kann. Nach dieser Saison wird sein Vertrag enden. Als Unrestricted Free Agent kann er sich das beste Angebot aussuchen und dürfte dann deutlich mehr verdienen als die 925 000 US-Dollar, die er momentan kassiert. Cooper freut sich jedenfalls, dass der Spielmacher seine Qualitäten erneut unter Beweis gestellt hat: "Es ist schön, dass er endlich einmal so im Rampenlicht steht, wie er es verdient."
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Goodrow wird nun mit Tampa Bay alles daransetzen, auch Spiel 2 am Dienstag (7:30 p.m. ET; NHL.TV; Mi. 1:30 Uhr MESZ) in Raleigh erfolgreich zu bestreiten. Das erste Aufeinandertreffen hat gezeigt, was für ein starker Gegner die Hurricanes sind. Mit 38 zu 30 Torschüssen hatte Carolina ein Chancenplus, scheiterte allerdings immer wieder an Torwart Andrei Vasilevskiy, der sich mit 37 Saves als sicherer Rückhalt erwies. Lediglich einmal musste er hinter sich greifen, als Jake Bean in der 42. Minute im Powerplay das zwischenzeitliche 1:1 erzielte. Zuvor hatte Brayden Point im zweiten Drittel den Führungstreffer für Tampa Bay erzielt.
Hurricanes-Trainer Rod Brind'Amour sieht seine Mannschaft trotz der Niederlage auf dem richtigen Weg: "Unser Abschluss kann in einigen Dingen besser sein. Ansonsten war es eigentlich ein ziemlich gutes Spiel von uns." Die Gastgeber müssen im nächsten Spiel außerdem einen Weg finden, um den "Jeep von Tampa Bay" besser in den Griff zu bekommen.