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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2023/24 unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme besteht aus einer Analyse der wichtigsten personellen Veränderungen, der Schlüsselspieler, den Stärken und Schwächen, der Playoff-Chancen und einem gesonderten Spielerporträt.

In dieser Ausgabe: Jonathan Huberdeau von den Calgary Flames

Im diesem Sommer wird keine Pause gemacht. Der Blick ist fest auf die kommende Saison 2023/24 gerichtet und jeden Tag wird hart dafür gearbeitet. Das Ziel ist es bereit für die ersten Spiele zu sein und das Maximum aus dem eigenen Körper zu holen. So läuft die spielfreie Zeit zumindest für Stürmer Jonathan Huberdeau von den Calgary Flames. Für ihn steht der Sommer nach einer enttäuschenden Saison 2022/23 diesmal unter dem Motto Wiedergutmachung.

"Er hat viel Stolz und will gut spielen, daran besteht für mich kein Zweifel", so General Manager Craig Conroy. "Wahrscheinlich bereitet er sich längst auf die nächste Saison vor. Als Spieler weiß man, ob man eine gute oder eine schlechte Saison hatte und man schiebt die Schuld auf niemand anderen. Man weiß, was Sache ist und man will es in der nächsten Saison allen beweisen."

OTT@CGY: Huberdeau mit einem Treffer

Huberdeau kam im Juli 2022 in einem spektakulären Transfer für Matthew Tkachuk von den Florida Panthers nach Calgary. Er sollte der neue Motor in der Offensive der Flames werden. In den vier Jahren zuvor hatte er 346 Punkte (103 Tore, 243 Assists) in 286 Spielen gesammelt. Das konnten in diesem Zeitraum nur Patrick Kane, Leon Draisaitl und Connor McDavid übertreffen. Die bisherige Krönung war die Spielzeit direkt vor dem Transfer, als er 115 Punkte (30 Tore, 85 Assists) verbuchte.

Die abgelaufene Saison war jedoch sowohl für Huberdeau, als auch für die Flames eher ernüchternd. Der neue Starstürmer kam auf magere 55 Punkte (15 Tore, 40 Assists) und das Team verpasste die Stanley Cup Playoffs in der Western Conference mit 93 Punkten (38-27-17) um zwei Zähler. Daher legte sich Huberdeau nach dem Ende der Saison nicht lange auf die faule Haut, sondern begann sofort an sich zu arbeiten.

"Ich will Wiedergutmachung leisten, nach der Saison, die ich hatte", versicherte Huberdeau. "Ich will mir und allen anderen zeigen, dass ich es noch kann. Ich habe das nötige Selbstvertrauen. Wir haben vier oder fünf Monate, um uns vorzubereiten. Ich fühle mich im Moment gut. Es ist August und ich bin bereit dafür, wenn es im September wieder losgeht."

In der Offseason trainiert Huberdeau in seiner Heimat in Quebec fast täglich, arbeitet mit Fitnesstrainern, um körperlich in Bestform zu sein und geht selbst im Juli und August mehrmals pro Woche aufs Eis. Es geht nicht nur darum so fit wie möglich zu sein, sondern auch um die mentale Komponente. Das Wissen, dass der Körper bereit ist, gibt auch im Kopf Sicherheit.

"Dieser Sommer hat mir mein Selbstvertrauen wiedergegeben", bestätigte der Starstürmer. "Ich bin motiviert wieder zurückzugehen und wieder mehr ich selbst und ein Führungsspieler zu sein. Nächstes Jahr will ich später nach Quebec zurückkommen, möglichst nachdem ich den Stanley Cup Cup gewonnen habe."

Das nötige Selbstvertrauen, um die zurückliegende Spielzeit zu vergessen und im Idealfall an seine 115-Punkte-Saison anzuknüpfen, scheint Huberdeau zu haben. Das will er nutzen, um nicht nur selbst wieder zu seiner Topform zu kommen, sondern seine Mitspieler mitzureißen, denn er war zuletzt nicht der einzige Spieler, der hinter den Erwartungen zurückblieb. Stürmer Nazem Kadri etwa, hat ebenfalls höhere Ansprüche als seine 56 Punkte (24 Tore, 32 Assists) und Torwart Jacob Markstrom hatte seine statistisch schlechteste Saison seit 2015. Da will Huberdeau als Anführer anpacken.

"Wir müssen uns gegenseitig pushen, dann werden wir auch gute Leistungen bringen", ist er sich sicher. "Wir brauchen einen guten Start, um in Fahrt zu kommen und mehr Selbstvertrauen zu haben. Das wird wichtig sein."

Eventuell können besonders für Stürmer wie Huberdeau und Kadri die Personalwechsel an der Spitze der Flames Gold wert sein. Nachdem Conroy im Mai den Posten als GM erhielt, ersetzte er Trainer Darryl Sutter durch den bisherigen Assistenztrainer Ryan Huska. Von diesen Neubesetzungen ist auch Huberdeau begeistert.

"Zwei großartige Leute", schwärmte er. "Man spürt einfach ihre Energie. Sie sind sehr positiv eingestellt und wollen gewinnen, das gefällt mir. Wir Spieler müssen unseren Job auf dem Eis machen, aber sie werden uns die Chance geben, zum Erfolg zu kommen. Nach den Gesprächen, die ich diesen Sommer mit ihnen hatte, freue ich mich darauf für sie zu arbeiten."

Huska will mit seinen neuen Assistenztrainern Marc Savard und Dan Lambert eine neue Richtung einschlagen und das geballte Potenzial der Flames in der Offensive entfesseln. Mehr Freiraum und Kreativität im Angriff bei diszipliniertem Stellungsspiel in der Abwehr ist das Ziel. Dabei soll Huberdeau helfen und zu einem leistungsstarken Antrieb für das Team werden, so wie er das bei den Panthers war.

"Es wird mehr Freiheit in der Angriffszone geben. Das hat Ryan gesagt, und darauf freue ich mich", lobte Huberdeau die neue Doktrin. "Ich weiß, dass ich das Spiel machen kann. Man darf nur keine Angst davor haben den Puck zu verlieren. Das wird sicher gut. Ryan ist ein strukturierter Trainer. Daher werden wir wahrscheinlich auch in der Abwehr an ein paar Schrauben drehen. Wir sind ein defensivstarkes Team. Das wird, so glaube ich, grundsätzlich auch so bleiben."