sven andrighetto

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In dieser Ausgabe: Vorschau auf die Playoffs der Schweizer National League

Am Dienstag starten in der National League die Playoffs um die Schweizer Meisterschaft. Bis auf eine Ausnahme stehen alle Paarungen fürs Viertelfinale fest. Offen ist lediglich noch der Gegner des EV Zug. Der souveräne Gewinner der regulären Saison bekommt es mit dem Sieger der Pre-Playoff-Serie zwischen dem HC Davos und dem SC Bern zu tun. Das entscheidende Match zwischen diesen beiden Kontrahenten geht am Sonntagabend über die Bühne.
Alle anderen Playoff-Vertreter kennen ihren Gegner. Der HC Lugano trifft auf den SC Rapperswil-Jona Lakers. Der Lausanne HC muss sich mit den ZSC Lions aus Zürich auseinandersetzen und der HC Fribourg-Gottéron spielt gegen den Genève-Servette HC.
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Fribourg-Gottéron erreichte mit Platz drei die beste Hauptrunden-Platzierung seit sieben Jahren. "Unser Ziel war es, in die Top 6 zu kommen, um nicht die Pre-Playoffs spielen zu müssen. Das haben wir sogar übertroffen. Von daher sind wir bis jetzt sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf und der Leistung der Mannschaft", sagte Fribourgs Torwarttrainer David Aebischer im Gespräch mit NHL.com/de. Der langjährige NHL-Profi und Stanley Cup Champion von 2001 kümmert sich seit 2015 um die Goalies beim fünffachen Schweizer Vize-Meister.
Mit dem dritten Rang sicherte sich Fribourg-Gottéron das Heimrecht zu Beginn der Best-of-7-Serie gegen Genève-Servette. "Es ist natürlich ein kleiner Vorteil, wenn man zu Hause beginnen kann. Umso größer wird er, wenn es zu Spiel 7 kommt. Da keine Zuschauer erlaubt sind, wirkt sich das diese Saison aber sicherlich nicht so stark aus, wie unter normalen Umständen", meinte Aebischer. Auf die bevorstehende Aufgabe im Viertelfinale freut er sich. "Wir sind sehr motiviert. Genf ist eine gute und sehr ausgeglichene Mannschaft. Sie hat einen guten Torwart und gute Offensivverteidiger und mit Linus Omark einen exzellenten Spielmacher. Es ist sicher ein Gegner, der uns herausfordern wird. Aber wir freuen uns auf diese Challenge."
Hochspannung verspricht die Viertelfinal-Serie zwischen Lausanne und den ZSC Lions. Die Zürcher lagen lange Zeit an zweiter Stelle der Tabelle, rutschen aber noch ab und verspielten am Ende sogar das Heimrecht zum Playoff-Auftakt. "Das ist schon ein wenig überraschend, dass die beiden Mannschaften gleich in der ersten Runde aufeinandertreffen. Auch das wird sicherlich ein harter Fight. Wir werden sehen, was passiert", sagte Aebischer über dieses reizvolle Duell. "Bei Zürich spielt sehr wahrscheinlich Ludovic Waeber, der lange zweiter Torwart bei uns war. Ich freue mich für ihn, dass er diese Herausforderung annehmen kann und werde ihn genau beobachten."

Die Zürcher haben darüber hinaus mit Sven Andrighetto den erfolgreichsten Torschützen und drittbesten Scorer der regulären Saison in ihren Reihen. In 52 Einsätzen schoss der Stürmer 27 Tore und sammelte 55 Punkte. Andrighetto spielte einige Jahre in der NHL für die Montreal Canadiens und die Colorado Avalanche, bevor er nach einem einjährigen Aufenthalt bei Avangard Omsk zu Beginn der Saison 2020/21 zu den ZSC Lions wechselte.
Erfolgreichster Scorer im Team von Lausanne war Denis Malgin, der ebenso über NHL-Erfahrung verfügt. Er ist von den Toronto Maple Leafs an das Team aus der Westschweiz ausgeliehen. Der Angreifer brachte es in 45 Spielen auf 42 Punkte (19 Tore, 23 Assists).
Aebischer lobt die beiden Offensivkräfte in den höchsten Tönen. "Sven Andrighetto ist ein sehr guter Schlittschuhläufer. Seinen Speed und seine Klasse hat er in dieser Saison auch gegen uns gezeigt. Er ist ein Spieler, der ein Match und eine gesamte Serie entscheiden kann", betonte er. "Das Gleiche gilt für Denis Malgin, dessen Punkteschnitt nicht ganz so hoch lag wie der von Andrighetto. Aber auch Malgin bringt viel Qualität und Geschwindigkeit in seine Linie."
Top-Favorit auf den Meistertitel ist nach Ansicht von Aebischer der EV Zug, der die Hauptrunde dominierte. "Das Team verfügt über einige herausragende Einzelspieler, wie Leonardo Genoni im Tor, Raphael Diaz hinten, Gregory Hofmann und Jan Kovar vorne", erläuterte er. "Es ist eine unheimlich starke Mannschaft. Das hatte sich bereits vor der Saison abgezeichnet. Sie war dann tatsächlich der Überflieger der Liga. Dass sie allerdings so auftrumpfen würde, ist schon eine Überraschung gewesen. Wer Schweizer Meister werden will dieses Jahr, muss auf jeden Fall den EV Zug schlagen, denke ich."

Malgin

Da während der regulären Saison immer wieder Teams der National League wegen des Coronavirus in Quarantäne mussten, begeben sich die Mannschaften für die Playoffs in eine sogenannte Double-Bubble. Sämtliche Spieler und Staff-Mitglieder bewegen sich ausschließlich innerhalb der Eishallen (Sport-Bubble) und im eigenen Zuhause (Home-Bubble). Es bestehen nur dokumentierte Kontakte innerhalb des Teams und mit Angehörigen, die im gleichen Haushalt leben. Unmittelbar vor Playoff-Beginn absolvieren sämtliche Mannschaftsmitglieder einen PCR-Test, während der Playoffs werden sie mindestens einmal wöchentlich getestet. Zusätzlich werden bei Auftreten von Symptomen Schnelltests durchgeführt. Die Schiedsrichter werden ebenfalls regelmäßig getestet.
Sollten die Playoffs abgebrochen werden müssen, ist der EV Zug Meister. Das gilt jedoch nur, wenn die Zuger zum Zeitpunkt des Abbruchs noch in der Endrunde vertreten sind. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es nach 2020 zum zweiten Mal hintereinander keinen Meister und der SC Bern bleibt Titelverteidiger.