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Europäische Spieler entscheiden das Winter Classic

Kein Tor der siegreichen Dallas Stars fiel ohne europäischen Einfluss, ein weiteres Indiz für die Bedeutung des alten Kontinents

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Freier Autor

Duchene mit dem Ersten im PP

NSH@DAL: Duchene trifft vom Kreis im Powerplay

Matt Duchene feuert bei 2-Mann-Überzahl einen Handgelenkschuss zur 1:0-Führung der Predators im 1. Drittel rein.

  • 00:43 •

Das neue Jahr begann in der NHL mit einem wahren Feuerwerk für Eishockeyfans weltweit. Das NHL Winter Classic lockte nicht nur Massen an Zuschauern in die Stadien, sondern auch vor den Fernseher oder Computer. Besonders in Europa freuten sich Eishockeybegeisterte auf ein Spektakel zur besten Sendezeit. Umso mehr entzückt es die Fans, wenn sich die lokalen Helden in den Vordergrund spielen können. Während bei 2020 Winter Classic die Beteiligung aus deutscher Sicht nicht vorhanden war, konnte zumindest Roman Josi die Flagge der Schweiz hochhalten.

Für Josi verlief das Winter Classic nur zu Beginn nach Plan. Im ersten Drittel bereitete der Verteidiger zwei Powerplay-Tore zur 2:0-Führung für die Predators vor. Der Berner läutete damit ein Eishockeymatch ein, in dem besonders die Spieler Aufmerksamkeit erregen sollten, deren Pass keine kanadische oder amerikanisch Flagge ziert. Während Dallas den Zwei-Tore-Rückstand drehte und am Ende mit 4:2 als Sieger das Eis verlies, spielten sich Alexander Radulov, John Klingberg, Roope Hintz, Andrej Sekera, Radek Faksa und Mattias Janmark in den Vordergrund. 

Video: NSH@DAL: Fabbro zum PPG per Onetimer vom Kreis

Bei den sechs Toren des Winter Classic wurden insgesamt 18 Zähler vergeben. Zwölf der Eintragungen auf dem Spielberichtsbogen gingen auf die Konten europäischer Spieler. Besonders fleißig waren die schwedischen Akteure. Während Filip Forsberg für die Predators zumindest eine Vorlage lieferte, konnten Klingberg und Janmark für Dallas jeweils doppelt punkten. Klingberg legte zwei Powerplay-Tore auf. Eine dieser Vorlagen verwandelte Janmark, der zusätzlich noch einen Assist beim 4:2 gutgeschrieben bekam. Besonders für die Stars glänzten die internationalen Akteure. Keiner der Dallas-Treffer fiel ohne Beteiligung eines europäischen Akteurs. Mit Jamie Benn, Jason Dickinson und Blake Comeau konnten lediglich drei nordamerikanische Spieler der Stars jeweils einen Punkt sammeln. Comeau leitete mit seinem Treffer zum 2:1, kurz vor Ende des zweiten Drittels, zwar die Aufholjagd ein, am Ende waren es aber Janmark, Radulov und Sekera, die das Comeback vollendeten.

Die Bühne beim diesjährigen Winter Classic gehörte den internationalen Stars. Janmark glich nach weniger als einer Minute im dritten Abschnitt aus. Radulov nutzte eine Überzahlsituation um den Siegtreffer zu erzielen und Sekera gelang sein erstes Saisontor in einem der wichtigsten Matches der Spielzeit. Für den erfahrenen Verteidiger war es ebenso der erste Treffer in Diensten der Stars. Roope Hintz freute sich für den Routinier und die Mannschaft: "Das wichtigste ist der Sieg für das Team. Es ist gut, dass Sekera sein erstes Tor im Trikot der Stars gemacht hat."

Die Scoring-Liste hätte noch weiter mit internationalen Namen besetzt sein können, hätte Stars-Stürmer Denis Gurianov seinen Penaltyschuss verwandelt. So blieb es bei einem russischen Punkt durch Radulov. Neben den fünf schwedischen Zählern durften sich noch die Schweiz (2), Finnland (2), Tschechien (1) und die Slowakei (1) über Punktesammler aus ihren Ländern freuen.

Video: NSH@DAL: Gurianov zielt bei Penalty am Tor vorbei

Selbstverständlich ist es nicht, dass die Spieler aus Europa bei einem solchen Event auftrumpfen. Während viele Ligen mittlerweile mit Outdoor-Spielen an das Winter Classic angelehnte Events durchführen, gibt es noch immer Ligen, in denen nur in Arenen gespielt wird. Für Radek Faksa war es eine neue Erfahrung als Profi ohne Dach über dem Kopf aufzulaufen: "In Tschechien haben wir keine Freiluftspiele. Es war also mein erstes Mal. Es war wahrscheinliche eine Erfahrung, die ich in meinem Leben nicht mehr vergessen werde. Unbeschreiblich." Die Atmosphäre beeindruckte auch Mattias Janmark. "Es war fantastisch. Unglaublich. Es ist schwer hier Erwartungen zu haben, aber es war besser als alles was ich mir vorstellen konnte", gab er nach dem Spiel als Antwort auf eine Frage zur Stimmung. Roman Josi als erfahrener Nordamerikalegionär brachte es auf den Punkt. "Es ist für uns europäische Spieler etwas Großes hierher zu kommen und hier zu spielen, in dieser Liga, in Spiele wie diesem. Es ist etwas sehr Spezielles", war sich der Schweizer bewusst.

Das der europäische Einfluss in der NHL immer größer wird war schon länger ersichtlich, doch gerade solche Großereignisse zeigen noch deutlicher wie wichtig die internationalen Akteure in ihren Teams mittlerweile sind. "Es gibt hier viele gute (europäische) Spieler und das ist ein gutes Zeichen dafür, dass weitere folgen werden," sagte Janmark angesprochen auf die Wichtigkeit der Europäer. Auch sein Landsmann John Klingberg stimmte ihm zu. "Es ist toll so viele Schweden in der Liga zu sehen und sie alle haben wichtige Rollen in ihren Teams."

"Irgendwer in Europa leistet gute Arbeit mit den jungen Spielern, die jetzt nach oben kommen. Es ist schön das zu sehen", lobte Routinier Sekera die Entwicklungen in Europa. Mit 33 Jahren und 14 Spielzeiten in der NHL kennt der Slowake noch Zeiten, in denen die nordamerikanische Dominanz deutlich ausgeprägter war. Das Winter Classic zeigt, dass in Zukunft mit den Spielern vom alten Kontinent zu rechnen ist. 

Doch am Ende wird es sowohl den Stars, als auch den Predators egal sein, wer an diesem Abend getroffen hat, denn das wichtige waren die Punkte für den Sieger. So sieht es auch Stars-Stürmer Andrew Cogliano. "Es ist Zeit geworden, dass sie was zeigen," witzelte Cogliano auf die Frage nach dem Einfluss der Europäer im Winter Classic. "Es ist gut. Wir sind in einer Situation, in der wir jeden Abend Spieler brauchen, die über sich hinauswachsen. Es spricht für die Geschwindigkeit des Spiels, dass ich gar nicht weiß, wer gepunktet hat. Das ist ein gutes Zeichen. Es geht nur um die Tore und das Spiel."

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