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Drei deutsche Spieler unter den Top 34: Das hat es nie zuvor bei einem NHL Draft gegeben. Aus diesem Grund wird die virtuelle Ausgabe der Talente-Ziehung vom 6. und 7. Oktober 2020 in die Geschichte der Liga und des deutschen Eishockeys eingehen. Mit Tim Stützle (Nr. 3, Ottawa Senators), Lukas Reichel (Nr.17, Chicago Blackhawks) und John-Jason Peterka (Nr. 34, Buffalo Sabres) machten drei Spieler einer Goldenen Generation einen großen Schritt in Richtung NHL. Zur der zählen auch die beiden Erstrunden-Draftpicks aus den vergangenen zwei Jahren, Moritz Seider (Nr. 6/2019, Detroit Red Wings) und Dominik Bokk (Nr. 25/2018, St. Louis Blues).

Die fünf jungen Spieler kennen und verstehen sich gut. Viel Zeit verbrachten sie zusammen in der U20-Nationalmannschaft. Dort schafften sie dieses Jahr bei der Weltmeisterschaft den Klassenerhalt in der Top-Gruppe. Wenn alles optimal läuft, werden sie bald in der NHL von sich reden machen.
Tim Stützle war von Anfang an als einer der ersten drei Draftpicks in diesem Jahr gehandelt worden. Am Ende entschieden sich die Senators für den Linksaußen, der in der vergangenen Saison für die Adler Mannheim auflief und zum Rookie des Jahres in der DEL ernannt wurde. Mit seiner Wahl an Gesamtposition 3 ist er zusammen mit Leon Draisaitl (2014, Edmonton Oilers) der an höchster Stelle gedraftete deutsche Spieler aller Zeiten in der NHL.
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Er sei unheimlich stolz darauf, dass er von einem Klub aus dem Mutterland des Eishockeys ausgewählt worden sei, sagte Stützle. Auf die bevorstehenden Aufgaben freue er sich ungemein. Der Angreifer ließ keinen Zweifel daran, dass er möglichst direkt in die NHL durchstarten will. "Ich habe jetzt den ersten Schritt gemacht. Nun will ich es so schnell wie möglich ins Team schaffen und jeden Tag meine beste Leistung zeigen." Die Fachleute trauen Stützle unisono zu, dass ihm schon zur neuen Saison der Sprung in den NHL-Kader gelingt.
Bei seinem absoluten Lieblingsklub ist Lukas Reichel gelandet. Er ist seit langer Zeit bekennender Fan der Blackhawks und deren Torjäger Patrick Kane. "Die Bullys gegen ihn waren wirklich etwas Besonderes", sagte der linke Flügelstürmer in Erinnerung an das Duell mit den Eisbären Berlin bei der NHL Global Series Challenge 2019 gegen das Starensemble aus Chicago.
"Ich kann's noch gar nicht glauben", meinte er einige Stunden nach dem Draft. "Ich hätte nie gedacht, dass ich an 17. Stelle gedraftet werde, noch dazu von meinem Lieblingsteam." Grundsätzlich sei er sofort bereit für die große Bühne NHL. Doch überstürzen wolle er nichts. Deshalb nehme er sich auch noch ein, zwei Jahre Zeit, falls dies erforderlich sei.

Chicago Blackhawks wählen Lukas Reichel als Nr. 17

Etwas gedulden musste sich zunächst John-Jason Peterka, der im Vorfeld des Drafts ebenfalls als Erstrunden-Pick gehandelt worden war. Doch aufgrund der enormen Leistungsdichte der Talente in diesem Jahr fiel der Name des Rechtsaußen vom EHC Red Bull München erst zu Beginn des zweiten Durchgangs. Die Buffalo Sabres sicherten sich die Rechte an ihm. Sie fädelten extra einen Trade mit den San Jose Sharks ein, um Peterka noch zu bekommen. Eigentlich währen die Sabres erst an Position 38 am Zug gewesen.
"Ich freue mich auf diese Chance", betonte Peterka. "Es ist ein gutes Gefühl, dass sie mir so viel Vertrauen entgegenbringen und mich unbedingt haben wollten." Er sei stolz darauf, mit zwei weiteren Deutschen so früh gedraftet worden zu sein. Und auch einen gewissen Ehrgeiz ließ der Angreifer erkennen: "Es kommt darauf an, wie ich mich entwickle, aber mein Ziel ist, so schnell wie möglich in der NHL zu spielen und mit den Sabres den Stanley Cup zu gewinnen."
Alles andere als ein Platz im NHL-Kader der Red Wings zur neuen Saison wäre für Moritz Seider eine Enttäuschung. Seit Wochen arbeitet er intensiv auf dieses Ziel hin. "Im ersten Spiel der regulären Saison von Detroit will ich auf dem Eis stehen und danach hoffentlich meine erste komplette Saison in der NHL bestreiten", machte er deutlich.
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Bereits im Vorjahr hinterließ der Verteidiger, als frischgebackener Deutscher Meister mit den Adler nach Nordamerika gekommen, in der Vorbereitung einen guten Eindruck. Seider wurde jedoch überraschend im letzten Cut ins Farmteam zu den Grand Rapids Griffins geschickt, wo er die gesamte AHL-Saison bis zum Abbruch verbrachte.
Dominik Bokk hofft ebenfalls, dass er in der kommenden Saison sein Debüt in der NHL feiern wird. Nach drei Jahren in Schweden will er auf jeden Fall den Sprung nach Nordamerika wagen. "Die Camps werden sehr wichtig. Dort muss ich mich ordentlich präsentieren. Dann bekomme ich hoffentlich meine Chance bei den Hurricanes." Carolina ist seit September 2019 der Arbeitgeber von Bokk. Der Klub aus Raleigh erwarb ihn als Bestandteil eines Trades mit den Blues.
Falls es nicht auf Anhieb mit einem Platz im NHL-Team klappt, nimmt er nach eigenen Worten gerne den Umweg übers Farmteam in Kauf. "Wenn man sich dort gut schlägt, ist es einfacher in die NHL zu kommen, als wenn man in Europa spielt", gab sich Bokk pragmatisch.