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Keine andere Position wurde auf dem Free-Agent-Mark so heiß diskutiert wie die des Torhüters. Zahlreiche große Namen wechselten bereits am ersten Tag der Free Agency das Trikot und spielen ab der Saison 2020/21 für ein neues Team. Die Klubs erhoffen sich von der Ankunft der neuen Goalies auch neuen Erfolg. NHL.com/de hat sich die wichtigsten Torwart-Wechsel näher angeschaut.

Braden Holtby - Vancouver Canucks
Mit Holtby landete der wohl prominenteste Name unter den vereinslosen Torhütern bei den Vancouver Canucks. Der Stanley Cup Champion von 2018 mit den Washington Capitals hatte in der Saison 2019/20 sein bislang schwächstes NHL-Jahr. Er hatte eine Fangquote von 89,7 Prozent (erstmals unter 90 Prozent) und wurde zeitweise von Ilya Samsonov verdrängt. In den Playoffs spielte aufgrund einer Samsonov-Verletzung dann wieder Holtby (90,6 Prozent Fangquote), doch in der US-Hauptstadt plante man nicht mehr mit dem 31-jährigen Kanadier.
Nachdem sein Vertrag ausgelaufen war, wurde er frei für alle anderen Klubs. Die Entscheidung fiel auf Vancouver. "Es gab zwei Dinge, die mir wichtig waren: Ich wollte an einen Ort kommen, an dem ich eine gute Chance habe zu gewinnen. Und es sollte auch für meine Familie passen. Weiter im Westen zu leben war ein reizvoller Gedanke für uns", erklärte Holtby.
Der 1,88 Meter große Linksfänger unterschrieb einen Zweijahresvertrag über 8,6 Millionen US-Dollar Gesamtvolumen (4,3 Millionen pro Jahr). Die Canucks bekommen einen ruhigen Torwart mit einer Menge Playoff-Erfahrung. Holtby kam in 97 Playoff-Spielen zum Einsatz (92,6 Prozent Fangquote) und führte sein Team 2018 als Capitals-Starter zum Sieg im Stanley Cup. Vancouver, das einen sehr jungen Kern an Leistungsträgern hat, kann einen erfahrenen Charakter wie Holtby gut gebrauchen. Er bringt es auf 468 NHL-Spiele (91,6 Prozent Fangquote). "Wir sind froh, dass wir mit Braden einen erfahrenen und etablierten Torhüter zu unserem Kader hinzufügen konnten", freute sich Canucks-GM Jim Benning. "Braden ist ein Stanley Cup Champion, bringt Führungsqualitäten mit und hat gezeigt, dass er in großen Spielen bestehen kann. Er wird ein wichtiger Teil unseres Teams sein."
In Vancouver tritt Holtby in die Fußstapfen von Jacob Markstrom und wird mit Thatcher Demko (24) ein Goalie-Tandem bilden.
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Jacob Markstrom - Calgary Flames
Markstrom konnte sich nicht auf einen neuen Vertrag mit den Canucks einigen und schloss sich deshalb den Calgary Flames an. Der 30-jährige Schwede unterschrieb einen Sechsjahresvertrag, der mit 36 Millionen US-Dollar (sechs Millionen p.a.) dotiert ist.
"Es war ein langer Tag mit vielen Telefonaten. Ich habe mir ein paar Teams angehört", beschrieb Markstrom seine Erlebnisse am 9. Oktober. "Am Ende des Tages habe ich gefühlt, dass Calgary am besten zum mir passt. Ich glaube, dass dort etwas richtig Großes entsteht und kann es nicht erwarten, ein Teil davon zu sein. Ich habe das Gefühl, dass ich mich weiterentwickeln kann und möchte das im Flames-Trikot tun."
Markstrom war in den letzten fünf Jahren einer der stabilsten Keeper der Liga und landete zwischen 2015/16 und 2019/20 immer zwischen 91,0 und 91,8 Prozent Fangquote. Diese Konstanz auf der Torwart-Position kann Calgary gut gebrauchen.
"Goalies entwickeln sich in verschiedenen Phasen. Ich glaube, dass wir ihn jetzt in der Blüte seiner Karriere bekommen", freut sich Flames-GM Brad Treliving auf seinen neuen Keeper. "Wir erwarten, dass er ein richtig guter Torhüter für uns sein wird."
Bei den Flames tritt Markstrom in den Konkurrenzkampf mit dem Tschechen David Rittich (28). "Dass wir Jacob verpflichtet haben, ist keine Kritik an David. Wir hatten einfach das Gefühl, dass Nummer-1-Torhüter nicht allzu häufig auf den Markt kommen. Wir wollten sehen, ob wir uns einig werden und haben das geschafft."
Markstrom absolvierte in den Playoffs 2020 die ersten 14 Endrunden-Spiele seiner Karriere. 92,2 Prozent Fangquote machen Lust auf mehr.

Die Höhepunkte von Jacob Markstrom

Henrik Lundqvist - Washington Capitals
Nach 15 Jahren bei den New York Rangers endet eine Ära: Lundqvist ist nicht mehr Torwart am Broadway. Via Buyout wurde der 38-jährige Schwede aus seinem Vertrag gekauft - und unterzeichnete bei den Washington Capitals einen neuen Kontrakt über ein Jahr und 1,5 Millionen US-Dollar.
"Bei den Capitals konnte ich jedes Kästchen auf meiner Liste abhaken. Sie haben eine Mannschaft, die weiß, wie man gewinnt, ein großartiges Trainerteam und ich habe die Aussicht, ein paar Spiele machen zu dürfen. Das waren die Hauptfaktoren für mich", erklärte Lundqvist seine Entscheidung pro Washington.
Bei den Capitals bildet Lundqvist ein Gespann mit Ilya Samsonov (24). "Hank", wie der Gentleman unter den Goalies auch genannt wird, will den Konkurrenzkampf schüren: "Wie genau meine Rolle aussehen wird, entscheiden die Trainer. Ich weiß, dass ich eine Chance habe zu spielen, wenn ich meine Sache gut mache. Ich verstehe aber auch, dass Washington mit Samsonov einen jungen, großartigen Torwart hat. Er hat letztes Jahr richtig gut gespielt. Ich bin für alles bereit."
Die Capitals freuen sich auf einen charakterstarken, hungrigen und vor allem erfahrenen Goalie. 887 NHL-Spiele in der Vita von "King Henrik", weitere 130 in den Playoffs. Genau dort soll Lundqvists Routine weiterhelfen, denn Klub und Spieler haben gemeinsam viel vor: "Ich sehe mich selbst mit dem Stanley Cup und ich will es mit Washington schaffen. Genau das wird meine Motivation sein", betonte Lundqvist.

Die Höhepunkte von Henrik Lundqvist

Corey Crawford - New Jersey Devils
Eine Ära ging auch bei den Chicago Blackhawks zu Ende, denn künftig steht der langjährige Torwart Corey Crawford nicht mehr zur Verfügung. Der 35-jährige Franko-Kanadier einigte sich stattdessen mit den New Jersey Devils auf einen mit 7,8 Millionen US-Dollar dotierten Zweijahresvertrag (3,9 Millionen p.a.).
"Wir freuen uns darauf, Corey in unsere Organisation zu holen. Er ist ein Gewinnertyp und zweifacher Stanley Cup Champion", sagte Devils-GM Tom Fitzgerald. "Wir sehen ihn als Führungspersönlichkeit, die eine starke Präsenz in den jungen Kern unserer Mannschaft bringen wird. Seine Kämpfernatur und Arbeitseinstellung werden auf das gesamte Team abfärben. Es ist auch für ihn die Möglichkeit einer neuen Herausforderung in seiner Karriere."
In dieser gewann Crawford 2013 und 2015 den Stanley Cup. Der 1,88 Meter große Linksfänger kann auf 488 NHL-Spiele und 96 Playoff-Einsätze zurückblicken. Zuletzt wurde der Schlussmann jedoch immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. "Aber wenn ich gesund bin, dann will ich auch spielen. Mit war bei der Unterschrift die Zeit, die ich auf dem Eis stehen und etwas beitragen kann, wichtig", betonte Crawford.
New Jersey, das zuletzt nicht zufrieden mit der Leistung seiner Torhüter war, hofft, den lange ersehnten, stabilen Rückhalt gefunden zu haben, der die Achse an Führungsspielern erweitern wird.
Cam Talbot - Minnesota Wild
Die Minnesota Wild setzen ihr Vertrauen in Cam Talbot. Der 33-jährige Kanadier, der zuletzt für die Calgary Flames aktiv war, unterschrieb für drei Jahre und elf Millionen US-Dollar (3,67 Mio. p.a.) im State of Hockey. Hinter dem 1,93 Meter großen Linksfänger lag ein starkes Jahr bei den Flames (91,9 Prozent Fangquote in der regulären Saison, 92,4 Prozent in der Endrunde).
"Ich glaube, die Leute hatten mich nach meiner Saison in Edmonton schon abgeschrieben, aber ich habe mich in Calgary zurückgearbeitet und bewiesen, dass ich es noch kann", so Talbot. Ich freue mich darauf, wieder der Alte zu sein und ein paar Spiele spielen zu dürfen. Wenn ich viel gespielt habe, war ich immer am besten."
In Minnesota dürfte der Neuzugang auf viele Einsätze kommen, immerhin haben die Wild Devan Dubnyk zu den San Jose Sharks getradet und planen nun mit Talbot. "Er ist unsere Nummer 1", unterstrich Wild-GM Bill Guerin. "Das ist seine Rolle, deshalb ist er hier. Wir glauben, dass das sehr gut passt und er viel Erfolg haben wird. Es war eine leichte Entscheidung für uns."
Minnesota hofft, das Torhüter-Niveau durch die Akquise von Talbot auf ein neues Niveau gehoben zu haben. Als Backup steht der gleichaltrige Alex Stalock (33) zur Verfügung.

DAL@CGY, Sp3: Talbot mit 35-Save-Abend für die Flames

Anton Khudobin - Dallas Stars
Keinen Wechsel, sondern eine Vertragsverlängerung verkündeten die Dallas Stars bei der Personalie Anton Khudobin.
"Ja, ich wollte hierbleiben", sagte der 34-jährige in Kasachstan geborene Russe. "Mir hat hier alles gefallen, es fühlt sich wie ein Zuhause an."
Trotzdem brauchte es viel Zeit, bis ein neuer, zehn Millionen US-Dollar schwerer Dreijahresvertrag ausgehandelt war (3,33 Mio. p.a.). "Ich wollte nirgendwo anders hin, aber wir haben den Vertrag bis zum letzten Moment nicht finalisieren können. Es gab Gespräche, aber ich bin kein Agent. Ich selbst habe mit keinem telefoniert. Mein Agent hat mir gesagt, vielleicht dies, vielleicht das. Ich habe ihm daraufhin geantwortet: Dallas, spreche mit Dallas. Redet noch einmal. Dann hat er mich angerufen und gesagt, dass der Vertrag steht."
Khudobin war einer der Senkrechtstarter der Playoffs 2020: Weil der eigentliche Starter Ben Bishop verletzt ausfiel, sprang der 1,81 Meter große Linksfänger ein, überzeugte mit 91,7 Prozent Fangquote und drang mit den Texanern bis ins Stanley Cup Finale vor. Schon in der Hauptrunde hatte er mit 93 Prozent einen starken Eindruck hinterlassen.
"Anton hat in den letzten beiden Jahren überragend gespielt und der ganzen Hockey-Welt gezeigt, was er kann und was für eine unerreichte Arbeitseinstellung er hat", attestierte Stars-GM Jim Nill. "Unser Goaltending zählte zu den Top 3 in der Liga. Wir haben Qualitätsspieler, an die ihre Teamkollegen glauben und wir hatten damit viel Erfolg. Wir sind glücklich darüber, dass wir zwei Nummer-1-Torhüter haben."