2024 Stanley Cup Final - Game Five

Der ultimative Showdown im Stanley Cup Finale 2024 geht am Montagabend (8 p.m. EDT; Dienstag, 2 Uhr MESZ; live auf Sky Sport, ProSieben, MySports, NHL.tv) in der Amerant Bank Arena in Sunrise über die Bühne. Die Florida Panthers empfangen die Edmonton Oilers zum alles entscheidenden Spiel 7 dieser Final-Serie (Stand: 3-3). Erst zum 18. Mal seit Einführung des Best-of-7-Formats kommt es zu einem Spiel 7. „Das wird das härteste Spiel dieser Serie werden“, sagt der deutsche Oilers-Stürmer Leon Draisaitl. NHL.com/de zeigt in fünf Slapshots auf, worauf es in Spiel 7 ankommen wird.

Den letzten Schritt gehen: Schreibt Edmonton Geschichte?

Das Momentum liegt nach drei Siegen in Serie ganz eindeutig auf Seiten der Oilers. Sie sind erst das dritte Team in der NHL-Geschichte, das nach einem 0-3-Rückstand im Stanley Cup Finale noch ein Spiel 7 erzwingen konnte und könnte die erste Mannschaft seit 1942 (Toronto Maple Leafs – Detroit Red Wings 4-3) werden, das am Ende noch den Stanley Cup gewinnt. Die Oilers dürfen über all das aber nicht nachdenken, sondern müssen weiter auf ihrer Euphorie-Welle reiten.

„Der Job ist noch nicht erledigt“, betont Edmontons Power Forward Zach Hyman. „Das ist eine tolle Geschichte, aber wir müssen sie jetzt auch zu Ende bringen.“ Draisaitl sieht das ebenso: „Bis jetzt ist das eine Wahnsinnsgeschichte für uns. Aber wir spielen, um zu gewinnen. Es wird auf keinem Fall leicht oder ein Spaziergang werden.“

Die jüngste Vergangenheit spricht für die Oilers: Die vergangenen drei Spiel 7 im Stanley Cup Finale gewann immer das Auswärtsteam (2019: Boston Bruins – St. Louis Blues 1:4; 2011: Vancouver Canucks – Boston Bruins 0:4: 2009: Detroit Red Wings – Pittsburgh Penguins 1:2).

Vorschau: EDM-FLA, Spiel 7

Oilers-Offensive: Konstanz und Secondary Scoring

Auf Edmontons Offensive war in den letzten drei Partien voll Verlass – in jedem dieser drei Spiele erzielten die Oilers mindestens fünf Tore (8:1, 5:3, 5:1) und im Schnitt 6,0 Treffer pro Match. Diese Wandlung ist beeindruckend, gelang dem Angriff in den ersten drei Begegnungen nahezu gar nichts: 2:11 lautet das Torverhältnis in den ersten acht Dritteln des Stanley Cup Finaels, 20:5 heißt es in den letzten zehn Dritteln. Diesen Trend muss Edmonton auch für Spiel 7 beibehalten.

Insbesondere die Tiefe macht die Oilers schwer ausrechenbar: Im Stanley Cup Finale trafen bereits 13 verschiedene Torschützen, sieben davon zweistellig. Dabei hat Edmonton noch eine Menge Potenzial, denn weder Center Draisaitl (0-3-3) noch Offensivverteidiger Evan Bouchard (0-5-5) zählen bis jetzt zum Kreis der Final-Torschützen.

Welcher Goalie stiehlt das letzte Spiel?

Natürlich werden in Spiel 7 auch die beiden Torhüter im Rampenlicht stehen. Beide müssen ihre Nerven im Griff behalten und sich darauf konzentrieren, nur noch ein einziges Spiel in dieser Saison zu bestehen. Das gilt sowohl für den aggressiv gegen den Puck arbeitenden Panthers-Goalie Sergei Bobrovsky also auch den eher ruhigeren Oilers-Keeper Stuart Skinner. Beide Schlussmänner zeigten komplett gegensätzliche Formkurven auf.

In den ersten drei Spielen kam Bobrovsky auf 1,33 Gegentore im Schnitt, 95,3 Prozent Fangquote, einen Shutout und schien für Edmonton schier unbezwingbar zu sein. Dieser Nimbus bröckelte zuletzt nicht nur, er zerbröselte komplett. Denn in den letzten drei Spielen hat Floridas Schlussmann einen Gegentorschnitt von 5,06 und eine Fangquote von 79,3 Prozent zu verzeichnen.

Skinner startete dagegen schwach ins Finale mit 3,13 Gegentoren/Spiel und 86,8 Prozent Fangquote. In den letzten drei Partien fing er sich jedoch und kam auf 1,67 Gegentore/Spiel und 94,2 Prozent Fangquote. Wer also stiehlt das letzte Spiel der Saison 2023/24?

Das erste Tor als Wegbereiter

Freilich garantiert das erste Tor in einem Spiel nicht automatisch den Sieg. Die jüngsten Erfahrungen aber legen genau das nahe. Im Stanley Cup Finale 2024 haben die Oilers eine Bilanz von 3-1, wenn sie als erstes trafen. Bei den drei Siegen in Serie erzielten sie jeweils das erste Tor. Hinzu kommt Edmontons Stärke in Drucksituationen: In Elimination Games haben die Oilers eine 5-0-Bilanz und gingen in jeder dieser fünf Partien mit 1:0 in Führung.

Für die Panthers wird es also darum gehen, erstmals seit Spiel 3 wieder das erste Tor zu erzielen. Dies hat auch einen taktischen Hintergrund: Einerseits kommt Floridas aggressives Forechecking und das zermürbende Spiel mit Hits an den Banden vor allem bei Führungen besonders gut zu tragen. Andererseits funktioniert Edmontons überfallartiges Umschaltspiel umso besser, je mehr Risiko der Gegner eingehen muss. Viel wird in Spiel 7 also davon abhängen, welches Team als erstes auf die Anzeigetafel kommt.

Ein Stanley Cup Finalist kennt keinen Schmerz

Spiel 7 ist die letzte Schlacht einer enorm langen Saison für beide Mannschaften. Florida absolvierte 106 Spiele, Edmonton sogar 107 Spiele inklusive des Showdowns. Klar gibt es auf beiden Seiten müde Akteure, viele von ihnen spielen wohl sogar trotz Verletzungen, die erst nach dem Stanley Cup Finale veröffentlich werden.

Doch Stanley Cup Finalisten kennen keinen Schmerz. Selbst dann nicht, wenn zahlreiche Checks auf sie einprasseln. Alleine im Finale kassierten die Panthers schon 165, die Oilers gar 264 Hits. Hinzu kommen hunderte geblockte Schüsse. In den Stanley Cup Playoffs hat es Florida auf 359, Edmonton auf 419 Blocks gebracht – viele von ihnen teuer mit Schmerzen bezahlt.

In Spiel 7 geht es jetzt noch einmal darum, die Müdigkeit auszublenden und energiegeladen ein letztes Mal aufs Eis zu gehen. „Beide Teams kommen mit einem gewissen inneren Frieden zur Halle, richtig? Sie müssen sich über nichts mehr Gedanken machen. Es geht nur noch um Energie“, brachte es Panthers-Trainer Paul Maurice auf den Punkt.

Verwandte Inhalte