Top-10-Spielszenen der Golden Knights ... bis jetzt

Die NHL hat am 26. Mai den Re-Start des Spielbetriebes mit 24 Mannschaften angekündigt. Sie werden in einem Format mit Vorrunde der Stanley-Cup-Qualifikanten, in Best-of-5-Serien der Stanley-Cup-Qualifikation und Playoffs den Stanley-Cup-Sieger 2020 ermitteln. In einer Serie lotet NHL.com/de die Chancen der beteiligten Teams auf den Titelgewinn aus. In dieser Ausgabe: Fünf Gründe, warum die Vegas Golden Knights den Stanley Cup holen.

Seit ihrem Bestehen schafften es die Vegas Golden Knights, der jüngste der 31 NHL-Klubs, immer in die Playoffs. In ihrer Debüt-Saison 2017/18 gewannen sie überraschend die Pacific Division (51-24-7, 109 Punkte) und drangen bis ins Stanley-Cup-Finale vor (1:4 gegen die Washington Capitals). 2018/19 gelang ihnen als Division-Dritter der Sprung in die Endrunde (43-32-7, 93 Punkte). Doch dann endete der Playoff-Lauf früh wie tragisch in der ersten Runde gegen die San Jose Sharks (3:4) in der Overtime von Spiel 7. Diesen Schmerz haben die Golden Knights nicht vergessen und wollen es 2019/20 wieder besser machen. Die unterbrochene Hauptrunde schloss Vegas erneut als Erster der Pacific Division ab (39-24-8, 86 Punkte) und ist nun in der Round Robin, der Vorrunde der Stanley-Cup-Qualifikanten, gefordert.
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Das vielleicht beste Goalie-Tandem in der NHL
Das Rückgrat bei den Golden Knights ist das Torhüter-Gespann. Marc-Andre Fleury (35) war in den letzten Jahren der ultimative Sieggarant und Publikumsliebling in "Sin City". Doch sein Status als unangefochtene Nummer 1 wackelt: Fleury spielte eine reguläre Saison mit Höhen und Tiefen. In 48 Starts feierte er 27 Siege bei fünf Shutouts, einem Gegentorschnitt von 2,77 sowie einer Fangquote von 90,5 Prozent. Eine solide Statistik, wenn auch keine überragende.
Am 24. Februar, kurz vor der Trade-Deadline, rüstete Vegas dann noch einmal zwischen den Pfosten auf: Mit Robin Lehner (28) wechselte kein geringerer als der Jennings-Trophy-Gewinner von 2019 in das Spielerparadies. Der Schwede kam mit der Empfehlung einer Fangquote von 91,8 Prozent von den Chicago Blackhawks und wusste für den neuen Klub sofort zu überzeugen: Lehner gewann im Golden-Knights-Trikot alle drei Starts, feierte einen Shutout und kann mit einem Gegentorschnitt von 1,67 sowie einer Fangquote von 94,0 Prozent überragende Zahlen vorweisen.
Plötzlich hat Vegas ein Luxusproblem: Fleury oder Lehner - wer wird starten? Gut möglich, dass Trainer Peter DeBoer in der Round Robin, rotieren lässt, um seine Nummer 1 für die Playoffs zu finden. Mit diesem Gespann jedenfalls haben die Golden Knights wohl das beste Goalie-Tandem in der NHL.

lehner

Offensive Wucht und prominente Top-6
Zudem glänzt Vegas mit einer Menge Durchschlagskraft in der Offensive. Vor allem die ersten zwei Sturmreihen strahlen eine Menge Torgefahr aus. Top-Torjäger und -Scorer Max Pacioretty (32-34-66) bildete schon im Vorjahr eine Paradereihe mit Paul Stastny (17-21-38) und Mark Stone (21-42-63). Auch das in der Debütsaison so glanzvolle Trio mit Jonathan Marchessault (22-25-47), William Karlsson (15-31-46) und Reilly Smith (27-27-54) ist eingespielt. Da Stone vor der Corona-Pause verletzt war, musste DeBoer seine Top-Reihen aufbrechen und probierte auch andere Zusammenstellungen aus. So oder so hat der Coach eine riesige Auswahl an Feuerkraft, zumal auch hinter den Top-6 noch Offensivwaffen wie Alex Tuch (8-9-17) oder der junge Nicolas Roy (5-5-10) zur Verfügung stehen.
Die Golden-Knights-Offensive zeichnet sich nicht nur durch Scoring-Touch aus, sondern auch durch eine Menge Wucht: Spieler wie Stone (1,93 Meter groß, 100 Kilogramm schwer) Tuch (1,93 m, 100 kg), Roy (1,93 m, 94 kg), Ryan Reaves (1,85 m, 102 kg), William Carrier (1,88 m, 96 kg) oder Tomas Nosek (1,91 m, 95 kg) bringen eine enorm physische Komponente hinzu, die vor allem in den von Körperlichkeit bestimmten Playoffs wichtig sein wird.

VGK@CGY: Pacioretty trifft bei Überzahl

Zermürbende Taktik: Offensiv, aggressiv, körperlich
Genau darauf ist auch die Taktik der Golden Knights ausgelegt: Vegas versucht, seine Gegner mit aggressivem Forechecking schon in der gegnerischen Zone zu zermürben. In der Regel gehen alle drei Stürmer ins Forechecking und machen enormen Druck auf den puckführenden Spieler. Somit bleibt für den Gegner meist nur wenig Zeit, um die Scheibe loszuwerden. Entsprechend oft werden Puckverluste im Aufbau erzwungen. Die vielen guten Schützen sind so schon nah am Tor und kommen aus gefährlichen Positionen zum Abschluss.
Ein Plus ist auch die Schnelligkeit der Stürmer, die Vegas für sein schnelles Umschaltspiel braucht. Diese Taktik hatte sich seit Anbeginn der Golden Knights bewährt. DeBoer hat die Hockey-DNA, die sein Vorgänger Gerard Gallant eingepflanzt hatte, kaum verändert.
The trend is your friend: Aufschwung unter DeBoer
DeBoer selbst ist einer der Gründe für berechtigte Stanley-Cup-Hoffnungen in Sin City. Der 51-jährige Kanadier wurde am 15. Januar 2020 angeheuert, nachdem er bei den San Jose Sharks gefeuert worden war. Unter DeBoer holten die Golden Knights aus 22 Spielen 15 Siege (15-5-2, ligaweit die viertbeste Bilanz), sicherten sich also 72,7 Prozent der möglichen Punkte und sprangen von einem Wildcard-Platz zurück an die Spitze der Pacific Division.
Der Trend der letzten Wochen vor der Corona-Pause spricht ohnehin klar für Vegas: Seit dem 13. Februar gewannen die Grau-Goldenen elf von 13 Spielen (11-2-0) und sind mit einer Punktgewinnquote von 84,6 Prozent ligaweit die erfolgreichste NHL-Mannschaft in diesem Zeitraum.
Dass DeBoer einen schnellen positiven Effekt bewirken kann, zeigte er schon zuvor in San Jose: Als er zur Saison 2015/16 übernahm, führte er die Sharks direkt ins Stanley-Cup-Finale und er sollte auch in den nächsten drei Jahren immer die Playoffs erreichen. DeBoer hat in den letzen Jahren also eine Menge Playoff-Erfahrung sammeln können, die er nun an seine Spieler weitergeben kann.
Martinez erhöht die Qualität in der Verteidigung
Weil Vegas auch als Team gut verteidigt und die Stürmer enorm nach hinten mithelfen, stand die Defensiv lange auch ohne große Namen solide. Trotzdem sahen die Golden Knights Optimierungsbedarf in der Verteidigung und rüsteten vor den Playoffs noch einmal auf: Mit Alec Martinez (32) kam ein gestandener Verteidiger von den Los Angeles Kings.
Die Golden Knights erhöhten also die Qualität in der Abwehr noch einmal und können mit Shea Theodore (24), Brayden McNabb (29) sowie Nate Schmidt (28) auf eine überzeugende Top-4-Verteidigung zurückgreifen.