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International Ice ist die wöchentliche Serie von NHL.com/de mit Themen, die über das aktuelle Geschehen in der NHL hinausgehen und den Blick schwerpunktmäßig auf Spieler, Klubs und Nationalteams in Europa richten.
In dieser Ausgabe: Zwei skandinavische Teams im Duell um den CHL-Titel

Luleå Hockey und Tappara Tampere kämpfen am Samstag (16:20 Uhr; Sport1) im Endspiel der Champions Hockey League (CHL) um die Krone des europäische Klub-Eishockeys. Es ist das Duell zwischen dem Premierensieger dieses Turniers und dem Vorjahresfinalisten. Luleå holte sich den Titel bei der Erstauflage 2014/15. Tappara zog 2021/22 in der Schlussrunde nach zwei Partien gegen Rögle BK aus Ängelholm den Kürzeren.
Das Team aus dem Norden von Schweden geht als leichter Favorit ins entscheidende Match. Mit einer Bilanz von zehn Siegen und zwei Unentschieden in zwölf Spielen ist Luleå in der laufenden CHL-Spielzeit noch ungeschlagen. Auf dem Weg ins Finale setzte sich die Mannschaft unter anderem im Halbfinale gegen den vierfachen CHL-Champion Frölunda HC aus Göteborg durch.
Der Showdown um den CHL-Pokal findet dieses Jahr in der Coop Norrbotten Arena von Luleå statt. Die Schweden erhielten das Heimrecht, weil sie im Laufe der CHL-Saison 2022/23 mit 31 Punkte mehr Zähler sammelten als ihr Konkurrent aus Finnland mit 28.
Nach Ansicht von Luleås Verteidiger Julius Honka ist trotz des Heimvorteils alles offen. "Es ist toll, vor heimischem Publikum zu spielen. Aber ich würde dem nicht allzu viel Bedeutung beimessen, da es ja nur eine Begegnung ist. In der kann sich die bessere Mannschaft immer durchsetzen", sagte der Blueliner, der einige Zeit in der NHL für die Dallas Stars aktiv war.

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Vom Kontrahenten aus seinem finnischen Heimatland spricht Honka mit höchstem Respekt. "Sie haben eine tolle Mannschaft, eine der besten in Europa. Wir werden uns entsprechend vorbereiten. Ich habe grundsätzlich ein gutes Gefühl, weil wir jetzt schon so weit gekommen sind, doch ein wenig aufgeregt bin ich natürlich trotzdem. Wir haben in dieser Saison noch nicht gegen Tappara gespielt, es wird also interessant werden", erläuterte er.
Vorsicht vor dem finnischen Rekordmeister ist auf jeden Fall angebracht. Tampere gewann fünf von sechs Auswärtsspielen in dieser CHL-Saison und konnte sich darüber hinaus im Viertelfinale bei Rögle für die Finalniederlage aus dem Vorjahr revanchieren. Im Halbfinale schaltete Tappara den amtierenden Schweizer Meister EV Zug aus.
Das Prunkstück von Tampere ist die Defensive um Torhüter Christian Heljanko. Vier Shutouts bei elf Einsätzen, ein Gegentorschnitt von 1,27 pro Spiel und eine Fangquote von 95,21 Prozent stehen für ihn zu Buche. Eine weitere Topleistung des Goalies in Luleå dürfte Tamperes Titelchancen deutlich erhöhen.
Hinzu kommt, dass die Finnen nach ihrer Finalniederlage im zurückliegenden Jahr bis in die Haarspitzen motiviert sind, endlich den Pokal der europäischen Königsklasse in die Höhe zu stemmen. "Wir haben noch eine Rechnung offen", betonte Verteidiger Valtteri Kemiläinen. "Es gibt eine Gruppe von Spielern, die in der letzten Saison auf der Verliererseite stand, sodass der Hunger auf einen Sieg nun noch größer ist."
Den Goldmedaillengewinner mit Finnland bei den Olympischen Spielen von 2022 stört es nicht, dass Tappara auswärts antreten muss. "Es ist auf jeden Fall besser, als wenn das Spiel auf neutralem Eis stattfindet. Das macht die ganze Sache viel interessanter. Wir werden alles dafür tun, um im Finale in der bestmöglichen Form zu sein", ließ Kemiläinen verlauten.

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Sollte Tappara als Sieger vom Eis gehen, wären sie erst der zweite finnische Titelträger in der CHL nach JYP Jyväskylä in der Saison 2017/18. Ansonsten gab es mit Frölunda, Rögle und Luleå ausschließlich schwedische Champions in den sieben bisherigen Ausgaben dieses Wettbewerbs.
In der kommenden Spielzeit 2023/24 geht die CHL in einem neuen Format über die Bühne. Statt 32 nehmen nur noch 24 Klubs teil. Für die Auslosung der Spiele in der regulären Saison (vormals Gruppenphase) werden die Teams in vier Töpfe zu je sechs Mannschaften aufgeteilt. Es gibt eine Setzliste, die sich nach den Erfolgen der Qualifizierten in ihren nationalen Spielklassen sowie der Position der Liga im CHL-Ranking richtet.
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Jede Mannschaft bekommt sechs verschiedene Gegner zugelost, gegen die jeweils eine Begegnung auszutragen ist. Insgesamt bestreiten die CHL-Teilnehmer drei Heim- und drei Auswärtsspiele. Die Ergebnisse aller Partien fließen in eine Gesamttabelle (Platz 1 bis 24) ein. Die besten 16 qualifizieren sich für die Playoffs.
Wie im aktuellen Format beginnt die Endrunde mit dem Achtelfinale. Dort und in allen weiteren Runden außer dem Finale werden zwei Matches gespielt. Das Gesamtergebnis aus Hin- und Rückspiel entscheidet über das Weiterkommen. Eine Playoff-Auslosung ist nicht mehr notwendig, da sich die jeweilige Paarung aus der Gesamttabelle ergibt (1. gegen 16., 2. gegen 15. etc.).