StarsPrimary922

Die Dallas Stars und Tampa Bay Lightning befinden sich in einer Situation, von der alle Eishockeyspieler träumen, die aber nur wenige je erleben. Sie stehen sich im Stanley Cup Finale gegenüber und kämpfen um den Heiligen Gral des Eishockeys, den Stanley Cup. Nach zwei Spielen sahen die Teams und Fans ein Hin und Her, jedes Team gewann ein Spiel. Für die Stars ist diese Lage nach zwei Spielen nur allzu bekannt und als sie sich zuletzt damit konfrontiert sahen, gingen sie am Ende siegreich daraus hervor.

17 Tage vor dem bevorstehenden Spiel 3 am Mittwoch begann für die Stars das Western Conference Finale, zwei Tage später stand es in der Serie gegen die Vegas Golden Knights 1:1. Wie die Lightning im Finale, galten die Golden Knights im Conference Finale als die Favoriten in der Serie. Wie im Finale gewannen die Stars Spiel 1 gegen Vegas, verloren aber Spiel 2. Wie im Finale, zeigte sich gegen Vegas eine Anomalie in der Statistik der Stars. Ihre erste Reihe war in den ersten beiden Spielen ohne ein einziges Tor geblieben. Kommt nun im Finale, wie zuvor gegen die Golden Knights die Wendung dank genau dieser ersten Reihe?
Das Spitzentrio der Stars, bestehend aus Kapitän Jamie Benn, Center Tyler Seguin und Veteran Alexander Radulov, wartet erneut auf den ersten Treffer. Zugegeben, gegen die Golden Knights erzielten die Stars in den ersten beiden Spielen nur ein Tor, das Benn immerhin vorbereitete. Ähnlich sieht es jetzt erneut aus, wenn auch mit mehr Toren. Gegen die Lightning traf Dallas sechs Mal, Radulov verbuchte drei Assists und Seguin und Benn gingen bisher leer aus. Seguin, der sonst als Torjäger bekannt ist, wartet seit Spiel 3 der zweiten Runde gegen die Colorado Avalanche am 26. August auf sein drittes Tor der Playoffs.

DAL@TBL, Sp2: Janmark vollendet Zuspiel von Klingberg

"Seguin hatte im letzten Spiel schon gute Szenen, davon muss nur eine reingehen", erklärte Trainer Rick Bowness am Dienstag. "Er arbeitet hart, er braucht nur ein bisschen Glück. Er hat Bullys gewonnen und andere Beiträge geleistet, die uns hierher gebracht haben, aber ein Torjäger will Tore schießen. Diesen Druck fühlen sie. Wir können ihn nur immer wieder daran erinnern, dass er diese vielen kleinen Dinge tun muss, die uns helfen, irgendwann landet der Puck im Tor."
In der regulären Saison führte Seguin die Scorerliste der Stars noch mit 50 Punkten (17 Tore, 33 Assists) an, gefolgt von Benn mit 39 Zählern (19 Tore, 20 Assists). Radulov landete mit 34 Punkten (15 Tore, 19 Assists) auf Platz vier.
Im Conference Finale waren die drei am Ende der entscheidende Faktor für den Wendepunkt der Serie in Spiel 3. Bei einem 3:2-Sieg nach Verlängerung lieferten sie zwei Tore und zwei Assists, Benn erzielte das Tor zur 2:1-Führung auf Vorlage von Seguin und steuerte später einen Assist zum Siegtor bei, das Radulov in der Verlängerung lieferte. Es war der erste von drei Siegen in Folge, die Dallas ins Finale brachten.
Dass die erste Reihe bisher kein Tor erzielte, heißt keinesfalls, dass sie kein wichtiger Faktor im Spiel der Stars waren und das nicht nur aufgrund der drei Assists von Radulov. Während der gesamten Playoffs hörte man Lobgesänge auf die Führungsqualitäten der drei, besonders Benn. Der Kapitän trat stets mit vollem Einsatz an, fuhr harte Checks, blockte Schüsse, gewann Zweikämpfe und machte Stimmung. Radulov und Seguin taten es ihm gleich.

DAL@TBL, Sp2: Pavelski trifft in Überzahl

"Seine körperbetonte Spielweise und sein Fokus machen ihn zu einem besonderen Anführer", schwärmte Bowness erneut von seinem Kapitän. "Er ist ein unangenehmer Gegenspieler, er läuft viel, punktet, er gewinnt Bullys, ist großartig im Powerplay, er bringt alles mit sich, was man von seinem Kapitän braucht. Das brauchen wir von Jamie und er liefert das auf beeindruckende Weise."
Die erste Reihe muss früher oder später Tore liefern, sonst stehen die Chancen gegen ein so starkes Team wie die Lightning schlecht. Doch der Kampfgeist und Einsatzwille, den Benn, Radulov und Seguin zeigen, brachte den Knoten schon in der vorherigen Serie zum Platzen, also warum nicht auch jetzt? Dass die drei dazu in der Lage sind, haben sie bereits bewiesen, und am Mittwoch haben sie in Spiel 3 (8 p.m. ET, Do. 2 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN, Teleclub Sport) die Chance, erneut die entscheidende Wende herbeizuführen.