JVRCouturier

Die Philadelphia Flyers haben nach zwei sieglosen Spielen (0-1-1) wieder gewonnen: Auswärts bei offensivstarken Washington Capitals setzten sich die Flyers am Super-Bowl-Sonntag spektakulär mit 7:4 durch. Dabei präsentierte sich Philadelphia unglaublich effizient und kämpft in der MassMutual East Division um den Spitzenplatz.

Couturier trifft doppelt bei Comeback
Wie ernst die Flyers das Spiel in Washington nahmen, zeigte schon die Aufstellung: Mit Starter Carter Hart und Verteidiger Philippe Myers gaben zwei Wackelkandidaten (Status day-to-day mit unbekannten Verletzungen) genauso grünes Licht wie Nummer-1-Center Sean Couturier, der die vorherigen zehn Spiele wegen einer Rippenverletzung verpasst hatte und erst tags zuvor wieder ins Training eingestiegen war.
"Es gibt keinen Zweifel, dass Couturier den Unterschied machen kann und er wollte spielen", sagte Trainer Alain Vigneault, der während des Spiels immer wieder seine Sturmreihen umstellte und dabei auch Couturier häufig verschob. "Ich wollte ihn nach und nach bringen und sehen, wie es sich für ihn anfühlt. Am Ende habe ich ihn dann öfter eingesetzt."
Couturier startete als Mittelstürmer in der vierten Reihe und erhielt im weiteren Verlauf immer bessere Flügelspieler an die Seite gestellt. Der 28-jährige US-Amerikaner dankte es mit einem Drei-Punkte-Match (zwei Tore, ein Assist) und war so eine der Hauptfiguren des Teams. "Ich habe mir das ganze Spiel über, von Anfang bis Ende großartig gefühlt", so Couturier.
Laughton erzielt seinen ersten NHL-Hattrick
Die Show aber stahl ihm ein anderer Center: Scott Laughton. Dem 26-jährigen Kanadier gelang im 334. NHL-Spiel sein erster Hattrick. "Es hat ein wenig gedauert", sagte Laughton. "Ich weiß gar nicht mehr, wann mir der letzte Hattrick gelang. Es könnte in meinem letzten Jahr in Junioren-Bereich in der Saison 2013/14 gewesen sein."
Gleich dreimal brachte sich Laughton vor dem gegnerischen Tor gekonnt in Stellung und traf mit diesem Instinkt dreimal aus der Nahdistanz (19., 23., 58.). "Es war ein gutes Gefühl, einen Betrag geleistet zu haben", zeigte sich der Stürmer mit Recht zufrieden.

"JVR" gewinnt das Bruder-Duell
Neben Laughton und Couturier erlebten drei weitere Flyers-Spieler ein Multi-Punkt-Spiel: Joel Farabee legte gleich dreimal auf (0-3-3), der Österreicher Michael Raffl kam auf zwei Assists (0-2-2) und James van Riemsdyk (1-1-2) gelang beim Bruderduell mit Washingtons Verteidiger Trevor van Riemsdyk der wohl schönste Philadelphia-Treffer an diesem Abend: "JVR" brach über den linken Flügel durch und nagelte die aufgestellte Scheibe mit der Präzision eines Chirurgen in den rechten Winkel (37.).
Es war ein perfektes Beispiel für die gnadenlose Effizienz der Flyers an diesem Abend: Gerade einmal 23 Torschüsse münzte Philadelphia in sieben Tore um. Diese Kaltschnäuzigkeit machte am Ende den Unterschied gegen enorm offensivstarke Capitals (37 Schüsse). Gerieten die Flyers im ersten (8:15 Schüsse) und zweiten Drittel (6:15 Schüsse) noch enorm unter Druck, lieferten sie im Schlussabschnitt eine sattelfeste Vorstellung in der Defensive ab (9:7 Schüsse). Darüber hinaus kassierte Philadelphia im gesamten Spiel nur zwei Strafminuten.

Kampf um den Spitzenplatz in der MassMutual East
Mit diesem Auftritt jedenfalls unterstrichen die Flyers (8-3-2) ihre großen Ambitionen in dieser Saison. Punktemäßig zogen sie in der MassMutual East Division mit Spitzenreiter Boston Bruins (8-1-2) gleich. Am Dienstag (6 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 0 Uhr MEZ;) möchte Philadelphia den nächsten Angriff des Verfolgers aus Washington abwehren, wenn in der Capital One Arena das zweite von insgesamt acht Aufeinandertreffen in der regulären Saison ansteht.
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Steigerungspotenzial haben die Flyers noch im Powerplay, das am Sonntag überhaupt nicht funktionierte (0/4), und in dem die Capitals sogar zu guten Chancen kamen.
Fraglich ist der Einsatz von Verteidiger Travis Sanheim (Covid-19-Protokoll) am Dienstag. Gut möglich, dass Vigneault seine Reihen erneut aufbricht und neu komponiert. Couturier empfahl sich für mehr, Laughton tankte Selbstvertrauen und auch Raffl lieferte ab. Der Villacher erhielt 13:40 Minuten Eiszeit (davon 0:11 in Unterzahl) und verbuchte neben seinen zwei Assists auch eine Plus-Minus-Bilanz +4 und damit den besten Wert zusammen mit Couturier.