TBL@CHI: Killorn trifft mit 0,1 Sekunden auf der Uhr

Selbst wenn es an beiden Enden des Eises einmal nicht wunschgemäß läuft, finden die Tampa Bay Lightning dennoch meist einen Weg zum Sieg. So geschehen am Donnerstag, als das Team aus Florida bei den Chicago Blackhawks zunächst mit zwei Toren in Rückstand geriet, im weiteren Verlauf aber noch auf spektakuläre Weise einen 3:2-Erfolg nach Verlängerung einfuhr.

Die Erkenntnis danach: Zwar blieb Torhüter Andrei Vasilevskiy an diesem Abend in Chicago ein viertes Spiel ohne Gegentor hintereinander versagt, seine Shutout-Serie endete nach 228:09 Minuten, doch mit Geduld und dem Selbstvertrauen eines Champions hat das Team trotzdem die Klasse, jederzeit ein Spiel zu drehen, Mit dem sechsten Sieg in Serie stellten die Lightning ihren Saisonbestwert ein. Tampa Bay war bereits vom 30. Januar bis zum 9. Februar sechs Mal hintereinander ungeschlagen geblieben.
Den spektakulären Schlusspunkt im Duell mit den Blackhawks setzte Alex Killorn. Er fälschte 0,1 Sekunden vor Ultimo einen Schuss von Victor Hedman zum Siegtreffer ins Tor ab. Der Jubel der Lightning kannte danach keine Grenzen mehr.
"Ich wollte ihn nicht wirklich mit der Rückhand nehmen, also drehte ich mich um und hörte nur von der Bank: Schieß den Puck. Es war nicht mehr viel Zeit übrig", sagte Hedman. "Killorn hat vorne einen guten Job gemacht und die Scheibe ging rein. Es war ein tolles Tor in letzter Sekunde."
Zu verdanken war dieser Erfolg aber auch Torhüter Vasilevskiy. Er vollbrachte 35 Rettungstaten.
Ryan Carpenter war es, der die Shutout-Serie des gegnerischen Torwarts in der 28. Minute beendete. In Unterzahl setzte er einen Schuss an den Innenpfosten, von wo aus der Puck den Weg in die Maschen fand.

TBL@CHI: Carpenter überwindet Vasilevskiy

Mit dem neuen Rekordwert von 228:09 Minuten ohne Gegentor übertraf Vasilevskiy die alte klubinterne Bestmarke von John Grahame, der einst 202:46 Minuten lang ohne Gegentreffer blieb. Vasilevskiy hielt sich seit dem 4:2-Erfolg am 22. Februar gegen die Carolina Hurricanes elf Drittel lang schadlos.
Das Tor zum 0:1 aus Sicht der Lightning war zugleich der erste Treffer in dieser Spielzeit, den die Mannschaft bei eigener Überzahl hinnehmen musste.
"Vasilevskiy ist ein wichtiger Teil unseres Teams und man weiß, dass man sich manchmal, auf ihn verlassen muss, wenn wir nicht in Bestform sind", lobte Hedman den Schlussmann nach dem Spiel. "Er war die ganze Saison über schon überragend."
Alex DeBrincat nährte mit seinem Tor zum 2:0 für die Blackhawks in der 35. Minute die Hoffnung auf einen Sieg und das Ende der Negativserie von zuletzt fünf Heimniederlagen in Folge seit 21. Januar 2016 gegen die Lightning. Doch es sollte anders kommen.
Anthony Cirelli stocherte zunächst den Puck nach einem Schuss von Jan Rutta in Unterzahl in der 42. Minute zum 1:2-Anschluss über die Linie. "Das war wichtig für uns", befand der Torschütze rückblickend. "Eigentlich wollten wir nur die Unterzahl überstehen und etwas Schwung mitnehmen, aber so einen Shorty zu erzielen, war klasse und hat uns geholfen."
Steven Stamkos zeichnete kurz darauf für den Ausgleich verantwortlich. Sein Tor zum 2:2 in der 43. Minute sicherte seiner Mannschaft nicht nur die Verlängerung, es war zugleich die Grundlage für ein spektakuläres Ende im weiten Rund des United Centers.
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"Die Erwartungen an unser Team sind enorm", sagte Kapitän Stamkos. "Selbst wenn wir gewinnen, neigt man manchmal dazu, ein wenig pingelig zu sein und zu versuchen, einige Dinge zu finden, die wir verbessern sollten. An sich ist das ja keine schlechte Sache. Wir haben es heute am Anfang leider ein bisschen schleifen lassen."
Am Freitag bekommen beide Teams an gleicher Stelle die Chance es besser zu machen (8 p.m. ET; NHL.tv; Sa. 2 Uhr MEZ). Die Lightning werden versuchen, von Anfang an voll konzentriert zu sein und die Blackhawks werden alles dafür tun, um diesmal nicht in sprichwörtlich letzter Sekunde als Verlierer vom Eis zu gehen.