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Mit gesteigerter Torgefahr zum NHL Draft 2018

Serron Noel ist in der OHL als Kämpfer bekannt, erregt nun aber auch durch mehr Tore die Aufmerksamkeit der NHL

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

NHL.com/de bereitet Sie im Rhythmus von zwei Wochen mit der NHL Draft Watch 2018 auf die Zukunft vor. Jeden zweiten Dienstag liefern wir Neuigkeiten und Informationen zu den Nachwuchstalenten von heute, die die NHL von morgen prägen könnten.

Heute beschäftigen wir uns mit Serron Noel:

Eine der wichtigsten Organisationen für die Zukunft der NHL, ist wohl das NHL Central Scouting Bureau, das Jahr für Jahr nach potentiellen zukünftigen NHL-Spielern Ausschau hält, diese beobachtet und bewertet. Die Scouts vergeben Noten von A bis C, wobei die Bestnote A für Spieler steht, die gute Chancen haben, in der ersten Runde des kommenden Drafts gewählt zu werden. Im Laufe einer Saison ändern sich die Einschätzungen der einzelnen Athleten natürlich, basierend auf ihren Leistungen in den nordamerikanischen Minor Leagues, den europäischen Ligen und den Nationalmannschaften. Einer der Spieler, die diese Chance in der aktuellen Saison bereits nutzten, ist Serron Noel von den Oshawa Generals aus der Ontario Hockey League.

Der 17-jährige Außenstürmer hat mit seinen 196 cm und 91 kg eine beeindruckende Statur, die er auch sowohl in der Abwehr, als auch in der Offensive einzusetzen weiß. Im Sommer bekam er noch die Note B, entwickelte sich bei den Generals aber trotz einer Verletzung zu einem der Topscorer. Mit 14 Toren und 23 Punkten aus 23 Spielen hat er die drittmeisten Punkte des Teams und die meisten Tore. Dabei entspricht sein Spielstil eigentlich nicht dem eines klassischen Scorers.

"Noel ist ein Power Forward, ein guter Skater, der überraschend schnell auf der Außenbahn ist und sich damit von den Verteidigern absetzt, mit seiner Schnelligkeit im Konter davonzieht", analysiert NHL Central Scouting Director Dave Marr den Kanadier aus Ottawa. "Er arbeitet hart im Forecheck, erzwingt Puckverluste und fährt seine Checks zu Ende."

In der laufenden Saison ergänzte er diese starke körperlich Präsenz um seinen erstklassigen Schuss. Im November hatte er eine Durststrecke von acht Spielen ohne Punkt, zeigte gegen Ende des Monats aber, dass er doch noch immer genau weiß, wo das Tor steht. Er ließ sich in drei Partien vier Tore und acht Punkte gutschreiben und wurde zum Spieler der Woche in der OHL gewählt.

"Es war schön wieder in die Spur zu finden und ein paar Punkte zu ergattern", freute sich auch Noel selbst über die starke Phase. "Ich hatte eine kleine Periode, eine Durststrecke, in der ich keine Punkte gemacht habe. Da freut man sich natürlich darüber, wenn es wieder klappt. Ich habe einfach keinen Weg ins Tor gefunden, habe den Schläger etwas zu verkrampft gehalten. Am Freitag habe ich dann endlich getroffen und bin wieder selbstbewusster geworden."

Seine Stärke ist und bleibt bisher jedoch seine große physische Präsenz auf dem Eis, sowohl im eigenen Drittel, als auch im gegnerischen. Mit seiner harten Spielweise erobert er Pucks, kann die Scheibe auch halten und zieht immer wieder mehr als einen Gegner auf sich, was seinen Mitspielern Zeit und Raum gibt zu punkten. Er übernimmt für einen jungen Spieler ungewöhnlich viel Verantwortung in der Defensive und wirkt sowohl auf dem Eis, als auch im Umgang mit den Medien reifer, als es sein Alter vermuten lassen würde. Seiner Stärken im Spiel ohne den Puck ist er sich auch durchaus bewusst, was er im Interview auch im Hinblick auf den NHL Draft 2018 bestätigte.

"Ich mache mir keinen Druck, was die Punkte und Tore angeht. Ich will mein Spiel einfach neutral halten, kämpfen und arbeiten, mich auf die Abwehr konzentrieren. Und daraus entsteht dann hoffentlich weiterhin die Offensive."

Dabei hat er auch durchaus Talent in der Offensive, welches er bisher vielleicht noch nicht ausreichend genutzt hat und das seine Chancen im Draft früh gezogen zu werden entscheidend verbessern könnte. Mit seiner Schnelligkeit, seiner Stabilität auf den Kufen und vor allem seinem starken Schuss, kann er eine echte Gefahr für jeden Torhüter darstellen, was er nun ja auch bewiesen hat. Trotz seiner hervorragenden Arbeit und Qualität in der Abwehr, würde es ihm vielleicht gut tun, sich in Zukunft etwas mehr auf den Angriff zu fokussieren. Immerhin hat er sie höchste Schussausbeute der gesamten OHL, was ihm auch half seine acht Tore und 21 Punkte aus 63 Spielen in der vergangenen Saison dieses Jahr bereits nach 22 Spielen zu überbieten.

"Vergangene Saison haben mir die Trainer ständig gepredigt, dass ich öfter schießen soll. Ich hatte nicht viele Torschüsse, also versuche ich dieses Jahr einfach mehr Pucks auf das Tor zu bringen."

Ein weiser Rat der Trainer, denn die Teams der NHL suchen in der ersten Runde des Drafts nach Athleten, die Punkten und Spiele entscheiden können, nicht unbedingt nach Arbeitern, die ein Spiel verwalten. Doch wenn Noel sich weiterhin an den Rat der Trainer und die Kritik der Scouts hält und mehr Zug zum Tor zeigt, dann hat er mit der zusätzlichen Qualität in der Abwehr und im körperbetonten Spiel einen Vorteil gegenüber Spielern mit vergleichbaren Scorerqualitäten und kann so eine interessante Option für viele Teams der NHL sein.

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