Deutschland hat einen Superstar in der NHL! Dieses Prädikat darf Leon Draisaitl spätestens seit der letzten Saison für sich beanspruchen. Als erster Deutscher überhaupt knackte der gebürtige Kölner die Schallmauer von 100 Scorerpunkten und wurde mit 105 Punkten viertbester Scorer der regulären Saison. Zudem stellte der 23-Jährige mit 50 Treffern auch noch einen neuen deutschen Tore-Rekord auf und landete in der NHL-Torjägerliste haarscharf hinter Maurice-Richard-Trophy-Gewinner Alex Ovechkin (Washington Capitals, 51 Treffer). Wie sein Vorbild, Basketballer Dirk Nowitzki, könnte Draisaitl das deutsche Aushängeschild für eine ganze Sportart werden.
*** ***Ähnliches: [Draisaitls Ankunft in der Elite der Torjäger]
Auf dem Eis nämlich, reißt der "Deutschland Dangler" das Spiel stets an sich. Als genialer Spielmacher mit überragendem Passspiel machte sich Draisaitl schon in der Jugend und später auch in der NHL einen Namen. Neu sind seine Qualitäten als eiskalter Scharfschütze, die sein Profil perfektionieren. Beeindruckend: Zwischen dem 13. Februar und 11. März 2019 punktete der Linksschütze in 14 Spielen hintereinander (zehn Tore, 13 Assists).
Längst wird der Stürmer in allen wichtigen Situationen aufs Eis geschickt, ist sowohl im Powerplay als auch in Unterzahl ein gefragter Mann. Durchschnittlich 22:35 Minuten Eiszeit pro Spiel bedeuteten den zweithöchsten Wert unter allen NHL-Stürmern. Mehr hat nur sein Teamkollege Connor McDavid vorzuweisen (22:50 Minuten Eiszeit pro Partie), der mit 116 Punkten zweitbester NHL-Scorer wurde (41 Tore, 75 Assists).
Bilanz 2018/19: 35-38-9, 14. Platz in Western Conference
Playoffs 2019:Nicht qualifiziert
Trainer:Dave Tippett, 1. Saison
Zugänge:Josh Archibald, Philip Broberg, Markus Granlund, Gaetan Haas, Tomas Jurco, James Neal, Joakim Nygard, Mike Smith
Abgänge:Kevin Gravel, Milan Lucic, Ty Rattie, Tobias Rieder, Andrej Sekera, Anthony Stolarz
Zwei Superstars, aber…
Sowohl Draisaitl als auch McDavid in einer Mannschaft zu haben, dürfte der Traum eines jeden Fans, Trainers und General Managers sein. Die Kunst besteht allerdings darin, ein funktionierendes Team um die beiden Ausnahme-Könner zu bauen. Eine Mission, die zuletzt zwei Jahre in Folge fehlschlug - die Oilers verpassten jeweils die Playoffs.