Der Playoff-Hunger der Edmonton Oilers ist groß, doch bleiben die Kanadier auch in der Spielzeit 2019/20 eine Wundertüte. Über den Sommer hat sich der Kader jedenfalls kaum verbessert. Es droht die 14. Endrunden-freie Saison in 15 Jahren.
Schlüsselspieler als große Stärke: Draisaitl und McDavid müssen führen
Mit Connor McDavid und Leon Draisaitl haben die Oilers zwei ultimative Superstars in ihren Reihen. Beide knackten in der Vorsaison die Schallmauer von 100 Scorerpunkten: McDavid schloss mit 116 Punkten (41 Tore, 75 Assists) als zweitbester NHL-Scorer, Draisaitl mit 105 Punkten (50 Tore, 55 Assist) als zweitbester Torjäger ab. Beide Stürmer können Spiele im Alleingang entscheiden. McDavid ist der momentan wohl schnellster Spieler der Welt und punktete in den letzten drei Spielzeiten immer dreistellig. Draisaitl gilt als smarter Spielmacher mit exzellentem Pass, der nun auch seine Scharfschützen-Qualitäten auf ein neues Niveau gehoben hat.
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Schwächen: Fehlende Tiefe
Kurioserweise sind es unter anderem auch McDavid und Draisaitl selbst, die den Handlungsspielraum der Oilers einschränken: Mit 12,5 bzw. 8,5 Millionen US-Dollar Jahresgage nehmen diese zwei Spieler schon 21 Millionen vom Gehaltsspielraum ein. Hinzu kommen hochpreisige Verteidiger, die diesen Wert bislang noch nicht auf dem Eis zurückzahlen konnten: Mit Oscar Klefbom (4,167 Millionen), Adam Larsson (4,167 Millionen), Kris Russell (4,0 Millionen) und Darnell Nurse (3,2 Millionen) "blockieren" vier Verteidiger weitere 15,534 Millionen Dollar Capspace.
Dadurch fehlt es im Oilers-Kader vor allem an Tiefe: Nur McDavid (116), Draisaitl (105) und Ryan Nugent-Hopkins (69) erzielten mehr als 42 Scorerpunkte - dahinter klafft eine große Lücke. Gar nur sieben Spieler verbuchten mehr als 20 Punkte. Mangelndes Secondary Scoring zeigte auch die interne Torjägerliste: Nur vier Spieler - Draisaitl (50), McDavid (41), Nugent-Hopkins (28) und Alex Chiasson (22) - erzielten mehr als 15 Tore. Lediglich sechs Akteure trafen zweistellig. Ein eindeutiges Warnsignal. Edmonton schaffte es nicht, ein schlagkräftiges Team, um die beiden Superstars herumzubauen. Es fehlte an gutem Goaltending, einer stabilen Defensive und Tiefe in der Offensive.