bouchard 12-8

Die Edmonton Oilers halten am Freitag ihre Siegesserie gegen die Minnesota Wild am Laufen, und gewinnen in einem engen Match im Rogers Place mit 4:3. Matchwinner für das momentan heißeste Team der Liga war Evan Bouchard, der zweimal selbst traf und ein weiteres Tor auflegte.

Der Umschwung

Der Erfolg der Oilers gegen die Wild war der sechste Sieg in Serie für die so schwach in die Saison gestarteten Gastgeber. Seit dem Trainerwechsel von Jay Woodcroft zu Kris Knoblauch konnte Edmonton eine 8-3-0-Bilanz vorweisen. In diesem Zeitraum sind sie das fünftbeste Team der Liga. Die Offensive fand zu alter Stärke und netzte 48-Mal ein. Lediglich die Colorado Avalanche konnten, bei einem Spiel mehr, noch einmal öfters treffen als Edmonton.

Auch sonst kamen mit dem Wechsel hinter der Bande die erwarteten Stärken der Oilers wieder häufiger zum Vorschein. Eine Überzahlquote von 31,6 Prozent unter Knoblauch zeigt deutlich, dass das Selbstvertrauen bei Edmonton wieder eingekehrt ist. Selbst in der eigenen Zone, der eigentlichen Achillesferse ist Edmonton plötzlich stabilisiert. 32 Gegentreffer (Rang 10) und 90,2 Prozent Unterzahlquote (6) unterstreichen das.

Eine weitere Siegesserie

Seit dem 24. November haben die Oilers nicht mehr verloren. Mit dem Sieg gegen die Wild konnte Edmonton seinen sechsten Erfolg feiern. Mindestens sechs Siege gelangen den Oilers im Kalenderjahr 2023 drei Mal. Zuletzt konnten die Oilers 1986 innerhalb eines Jahres so viele Siegesserien starten.

Ganz nebenbei ist Edmonton nun die Mannschaft, die die längste aktive Siegesserie in der NHL am Laufen hat.

MIN@EDM: McDavid gleicht im 2. aus

Kantersiege auf der Tagesordnung

Die Erfolgssträhne der Oilers beinhaltete bei sechs Erfolgen nur zwei Begegnungen, die am Ende mit einem Treffer Unterschied entschieden wurden. Dabei ging es einmal gegen die Vegas Golden Knights in den Shootout und gegen die Wild konnten sie den knappen Vorsprung über die Zeit retten.

In den anderen Begegnungen waren die Ergebnisse deutlicher und die Offensive dominierte. Im Schnitt erzielten sie in diesem Zeitraum fünf Tore pro Begegnung, wohingegen sie lediglich 1,83 Scheiben pro Match aus den eigenen Maschen holen mussten.

Mit den Erfolgen gegen die Carolina Hurricanes (6:1), die Anaheim Ducks (8:2) und die Washington Capitals (5:0) konnte Edmonton drei Mal deutliche Siege einfahren und sich den Frust von der Seele schießen.

Es wird enger 

„Wir haben einen Weg gefunden. Ich denke, dass die ersten 40 Minuten, abgesehen von dieser einen Minute im zweiten Drittel, sehr gut waren“, befand Knoblauch nach dem Match. „Wir hatten viele Torchancen, haben gut verteidigt und konnten uns die Führung holen.“

Die angesprochene Minute zu Beginn des zweiten Drittels beinhaltete zwei Treffer der Wild, die damit die Begegnung drehen konnten. Edmonton reagierte im Stile einer selbstbewussten Mannschaft und glich schnell durch Connor McDavid, aus. Auch ein weiterer Rückstand wurde durch zwei Powerplay-Tore überwunden. Leon Draisaitl besorgte den Ausgleich und Bouchard sorgte, nach Draisaitl-Vorlage, für den Siegtreffer.

MIN@EDM: Nugent-Hopkins bedient Draisaitl im PP

In der Endphase drückten die Wild stark und nahmen früh ihren Schlussmann Marc-Andre Fleury vom Eis. „Wir werden morgen etwas über unsere Spielweise bei Fünf-Gegen-Sechs sprechen“, kündigte Knoblauch nach der Chancenflut von Minnesota in den Schlussmomenten an. „Das ist etwas, über das wir uns, seit ich hier bin nicht unterhalten haben.“

Bouchard ist heiß

Mit zwei Toren und einer Vorlage war Bouchard für den Erfolg im engen Match verantwortlich. Er konnte im zehnten Spiel in Serie punkten und steht in dieser Spanne bei 15 Punkten (4 Tore, 11 Assists).

Besonders in Überzahl konnte er überzeugen und er ist aktuell ein wichtiger Faktor bei numerischer Überlegenheit. „Jedes gute Powerplay benötigt gefährliche Spieler, egal wo die sich befinden, ob vor dem Tor, auf den Flanken oder an der blauen Linie“, so Knoblauch. „Es hilft ihn [Bouchard] mit seinem starken Schuss zu haben. In den vergangenen ein bis zwei Wochen haben wir viele Tore gesehen, die aus seinem Abschluss entstanden sind.“

MIN@EDM: Bouchard im PP mit seinem Zweiten

Knoblauch erklärte weiter, dass es sehr hilfreich sei, verschiedene abschlussstarke Akteure in Überzahl auf dem Eis zu haben, da es so für die verteidigende Mannschaft schwerer sei sich auf das Powerplay einzustellen und man immer einen Weg fände gefährlich zu sein.

Bouchard wurde von seinem Coach besonders gelobt, da er den Schuss durchbringen konnte und ihn somit gut platzierte. Er kam auf eine Geschwindigkeit von 156 Kilometer pro Stunde, was „auch nicht schadet“ so Knoblauch. Die Kombination aus Präzision und Power sei selten in der NHL, attestierte der Trainer weiter. Bouchard selbst konnte sich nach dem Spiel nicht zwischen Snap- und Slapshot entscheiden, da er mit beiden einnetzen konnte.

Der Verteidiger selbst unterstrich jedoch, dass es mehr darauf ankäme die richtige Position für den Abschluss zu finden, als besonders viel Kraft in den Schuss zu legen. „Das soll unseren Stürmern eine Chance vor dem Tor geben.“

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