Dennis Seidenberg hat als Höhepunkt seiner Karriere im Jahr 2011 als zweiter Deutscher den Stanley Cup gewonnen. Der heutige Entwicklungstrainer der New York Islanders wird in einer monatlichen Kolumne exklusiv für NHL.com/de seine Ansichten zu Teams, Spielern und brennenden Fragen teilen.
Hier die fünfte Ausgabe 25/26, ein Olympia-Spezial:
Lange haben die Spieler und Fans darauf hingefiebert, nun stehen sie unmittelbar bevor: die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026. Das Eishockey-Turnier der Männer mit Beteiligung der NHL-Spieler wird eines der Höhepunkte sein. Schließlich wird diese Goldmedaille traditionell als letzte während der Spiele vergeben.
Die NHL-Spieler treffen am 7. Februar in Mailand ein, das Turnier startet am 11. Februar. Diese kurze Vorbereitungszeit sehe ich nicht als Problem an. Die Teams kennen sich ohnehin größtenteils sehr gut. Die meisten NHL-Spieler haben bereits bei Weltmeisterschaften regelmäßig zusammengespielt. Zudem hatten die „großen“ Nationen Kanada, USA, Schweden und Finnland letztes Jahr das 4 Nations-Turnier, um sich etwas einzuspielen. Alle Spieler können sich relativ schnell an das zu spielende System anpassen. Der Jetlag wird vielleicht für etwas Müdigkeit sorgen, aber ansonsten wird es funktionieren.
Bei Teams wie Deutschland sehe ich aber einen kleinen Vorteil darin, dass der Stamm besser eingespielt ist. Ob es allerdings den individuellen Klassenunterschied einzelner Spieler ausgleichen kann, bleibt abzuwarten. Ohnehin wird der Teamgedanke sehr wichtig sein und über Sieg oder Niederlage mitentscheiden.
Ich denke, Deutschland braucht sich mit seinem Kader und den NHL-Spielern nicht zu verstecken. Das ist anders als früher. Die großen Nationen stehen unter großem Druck, während wir locker aufspielen können. Das birgt Potenzial für Überraschungen. Ich werde das auf jeden Fall verfolgen und mitfiebern.
Das Ziel für die Gruppenphase sollte für Deutschland der zweite Platz sein. Natürlich sind Dänemark und Lettland nicht zu unterschätzen, denn beide sind brandgefährlich. Für eine gute Ausgangsposition zum Erreichen des Viertelfinals wäre es jedoch besser, beide hinter sich zu lassen. Dann wäre es möglich, als bester Zweiter direkt zu qualifizieren oder in der Qualifikationsrunde auf Italien oder Frankreich zu treffen.
Die Torhüter sind bei so einem Turnier extrem wichtig. In der K.-o.-Runde entscheidet ein Spiel und eine starke Torhüter-Leistung kann Gegner zum Verzweifeln bringen. Philipp Grubauer ist in den letzten Wochen wieder in Topform. Er hat das Potenzial, der entscheidende Mann auf dem Eis zu sein. Aber grundsätzlich muss das Team als Einheit auftreten und sich gegenseitig unterstützen. Wenn das gelingt, dann haben die Gegner nicht nur wegen der Offensive mit Leon Draisaitl und Tim Stützle Respekt vor uns und es können Überraschungen passieren.





















