Für Tim Stützle hätte es keinen passenderen Abschluss vor der anstehenden Olympia-Pause in der NHL geben können. Der Deutsche erzielte am Donnerstag beim 2:1-Sieg seiner Ottawa Senators gegen die Philadelphia Flyers in der Xfinity Mobile Arena den Treffer zum Endstand – nach 47 Sekunden in der fälligen Verlängerung.

Der Angreifer verlängerte damit seine laufende Torserie in der Liga auf fünf Begegnungen, was für Stützle einen neuen Karrierebestwert darstellt. Zugleich kann der Stürmer auf zehn Punkte (sechs Tore, vier Assists) aus den vergangenen sieben Einsätzen verweisen.

Mit seinem insgesamt 143. NHL-Tor überholte er Shawn McEachern und rückte auf Platz neun der Senators-Historie vor. Mit seinem achten Treffer in der Verlängerung zog er zudem an Mike Fisher vorbei und liegt on dieser Kategorie nun auf Rang zwei der Franchise-Bestenliste – hinter Brady Tkachuk (12).

Historische Marke und Rückenwind für Ottawa

Mit nun 61 Saisonpunkten (28 Tore, 33 Vorlagen) rangiert Stützle in der Geschichte der Senators vor Beginn einer Olympischen Ligapause auf Rang drei – hinter den Klublegenden Daniel Alfredsson (34-39-73 in der Saison 2005/06) und Dany Heatley (34-37-71 ebenfalls 2005/06). Stützles Siegtreffer in Philadelphia sorgte darüber hinaus dafür, dass Ottawa mit fünf Erfolgen aus den vergangenen sechs Spielen zuversichtlich und selbstbewusst in die Pause gehen kann.

Der entscheidende Moment in der Verlängerung

Stützle erzielte den Siegtreffer, als er einen Pass von Tkachuk annahm, im Slot an Flyers-Verteidiger Travis Sanheim vorbeilief und mit einem Rückhandschuss Flyers-Goalie Dan Vladar überwand. Tkachuk kommt durch diesen Assist nun auf 13 Punkte (fünf Tore, acht Vorlagen) während einer neun Spiele andauernden Punkteserie gegen die Flyers.

„Sie hatten eine 2-gegen-1-Situation, haben aber kein Tor erzielt, dann habe ich gesehen, wie der Puck um die Ecke kam“, schilderte Stützle die Szene nach dem Spiel. „‚Chucky‘ hat mir den Puck zugespielt, und dann war es ein guter Abschluss.“

„Der Kerl ist ein Elite-Spieler in seinem Metier“, lobte Senators-Stürmer Nick Cousins seinen Teamkollegen. „Ich schätze ihn jetzt definitiv mehr, da ich ihn jeden Tag sehe – beim Training und so weiter. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, ihn zu haben. Wenn er in Topform ist, überträgt sich das auf den Rest der Mannschaft. Er spielt derzeit großartig für uns.“

OTT@PHI: Stützle markiert den Siegtreffer

Defensive Stabilität und späte Hoffnung der Flyers

Cousins erzielte Ottawas ersten Treffer (28-22-7), während Torhüter James Reimer 15 Schüsse der Hausherren parierte. Reimer stand von Beginn an im Tor, da Stammkeeper Linus Ullmark nach dem morgendlichen Training krankheitsbedingt ausfiel.

„Das war ein großartiger Sieg“, freute sich Senators-Trainer Travis Green. „Ein tolles Spiel. Schade, dass sie spät noch ein Tor erzielt haben, aber das muss man ihnen zugestehen. Wir haben viel richtig gemacht, nur 14 oder 15 Schüsse zugelassen und viel Zeit in ihrer Zone verbracht.“

Auf der Gegenseite reichte den Gastgebern der Treffer von Jamie Drysdale nicht aus. Die Flyers (25-20-11) verloren zum zwölften Mal in 15 Spielen (3-8-4) und haben zudem acht Begegnungen in Folge verloren, die über die reguläre Spielzeit hinausgingen. Vladar parierte 25 Schüsse, konnte die Niederlage jedoch auch nicht verhindern. „Zu diesem Zeitpunkt des Jahres kämpft jeder um Punkte“, meinte der enttäuschte Drysdale. „Es ist schön, einen Zähler zu bekommen, aber zwei wären noch besser gewesen.“

Cousins hatte Ottawa in der 30. Minute mit 1:0 in Führung gebracht. Shane Pinto scheiterte zunächst an Vladar, ehe Cousins energisch in den Torraum nachsetzte und den Abpraller verwertete. „Das war einfach eine großartige Leistung meiner Mitspieler“, lenkte Cousins bescheiden ab. „Sie haben die Puckduelle gewonnen, den Puck gehalten, und ich bin einfach um den Slot herumgelaufen. ‚Pints‘ hat einen wirklich cleveren Spielzug gemacht, indem er den Puck einfach dorthin geworfen hat. Einfacher geht es kaum.“

Ottawas Stürmer Tim Stützle im Interview zu Olympia

Philadelphia gelang erst 74 Sekunden vor dem Ende des dritten Drittels der Ausgleich zum 1:1. Nachdem Vladar für einen zusätzlichen Angreifer vom Eis gegangen war, nahm Drysdale einen Querpass von Bobby Brink an und traf von der linken Seite des Anspielkreises – rettete seinem Team damit zumindest die Verlängerung und einen Punkt. „Es war ein enges Spiel auf beiden Seiten“, sagte Flyers-Kapitän Sean Couturier. „Ich fand nicht, dass viel los war. Wir sind drangeblieben und haben am Ende ein wichtiges Tor erzielt.“

In der Verlängerung hatten die Flyers noch eine letzte Chance auf den Sieg, als Reimer Travis Konecny bei einem 2-gegen-1-Konter nach 38 Sekunden stoppte. Insgesamt hatte Philadelphia jedoch große Mühe, Chancen zu kreieren. In den ersten 15:35 Minuten des ersten Drittels brachten die Flyers keinen einzigen Torschuss zustande, in den ersten beiden Dritteln waren es insgesamt lediglich acht.

„Wir haben defensiv wirklich gut gespielt“, hielt Ottawas Kapitän Tkachuk fest. „Viele Spieler haben Schüsse geblockt. Wir haben ihnen einfach nicht viel zugestanden.“

„Sie blocken viele Schüsse, sie stehen vor dem Puck“, erkannte auch Philadelphias Verteidiger Nick Seeler die starke Defensivleistung der Senators an, die Stützle in der Verlängerung mit seinem Siegtreffer krönte.

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