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Kriegen die Oilers mit Draisaitl die Kurve?

Der deutsche Stürmer der Edmonton Oilers knüpft wieder an seine Leistungen des Vorjahres an

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die Edmonton Oilers waren mit hehren Zielen in die Saison gestartet, nachdem sie die vergangene Spielzeit als Tabellenzweiter der Pacific Division sowie als viertbeste Mannschaft der Western Conference abgeschlossen hatten und in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs nur knapp an den Anaheim Ducks scheiterten.

Momentan, nach 14 absolvierten Partien, belegen sie jedoch nur den vorletzten Platz im Westen. Positiv stimmen dürfte die Verantwortlichen des fünffachen Stanley Cup Champions vergangener Tage, dass Leon Draisaitl seine Augenverletzung, die ihn Mitte Oktober dazu zwang vier Spiele zu pausieren, völlig auskuriert hat - denn eines ist sicher, wenn der deutsche Stürmer punktet, dann gibt es häufiger ein Happy End für die Westkanadier.

Tatort Barclays Center, Brooklyn: Die Oilers traten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bei den heimstarken New York Islanders an, die in der laufenden Saison vor eigener Kulisse noch kein Spiel in der regulären Spielzeit verloren haben (5-0-2). Auch in dieser Partie konnten die Islanders punkten, doch ihre Gäste nahmen gleich zwei Zähler mit. Ein Kunststück, das zuvor nur den St. Louis Blues mit einem 3:2-Sieg nach Shootout geglückt war.

Auf ein Penaltyschießen wie die Blues, mussten sich die Oilers nicht verlassen, denn sie haben einen gut aufgelegten Draisaitl in ihren Reihen. Nachdem 38 Sekunden in der 3-gegen-3-Overtime absolviert waren, legte der 22-jährige Center bei einem schnell vorgetragenen Gegenangriff wunderschön aus der Drehung mit der Rückhand die Scheibe seinem Teamkapitän Connor McDavid auf, der sich nicht zweimal bitten ließ und den Siegtreffer zum 2:1 Endstand besorgte.

Video: EDM@NYI: Draisaitl trifft durch die Schoner

Draisaitl zeigte sich auch für das erste Tor der Gäste verantwortlich. Er reagierte am schnellsten als Milan Lucic an der eigenen blauen Linie Jason Chimera den Puck abluchsen konnte, nahm die Verfolgung der schwarzen Hartgummischeibe auf und schoss sie durch die Schoner seines in Diensten der Islanders stehenden Nationalmannschaftskollegen Thomas Greiss.

In den vergangenen zwölf Tagen hatten die Oilers ein Arbeitspensum von sechs Spielen zu bewältigen. Draisaitl erzielte hierbei drei Tore und war an weiteren fünf mit der Vorarbeit beteiligt. 4-3-0 lautet Edmontons Bilanz aus den Spielen, in denen der Name des gebürtigen Kölners als Scorer auf dem Spielberichtsbogen Erwähnung fand. Von den vier Saisonpartien, an denen ihr Stürmerstar nicht mitwirken konnte, gewannen die Oilers nur eines (1-3-0).

Mit einem Draisaitl, der an die Leistungen des vergangenen Jahres anknüpfen kann - mit 77 Punkten (29 Tore, 48 Assists) nahm er den achten Platz in der ligaweiten Scorerwertung ein - ist für die Oilers noch alles möglich. Vor dem Auftritt bei den Islanders, dem Auftakt einer vier Spiele umfassenden Auswärtstour, appellierte Lucic gegenüber eines Reporters des Edmonton Journals an sich und die Teamkollegen: "Nun liegt es an uns aus dem Loch zu kommen, das wir uns selbst geschaufelt haben. Es müssen Taten folgen. Die Zeit der Entschuldigungen ist vorbei. Wir Spieler müssen die Verantwortung übernehmen, wieder spielen wie im vergangenen Jahr und wie wir es können. Nur so wird es uns gelingen das Ruder herumzureißen."

Video: EDM@NYI:McDavid, Draisaitl in Koproduktion zum OT-Tor

Draisaitl geht schon einmal mit gutem Beispiel voran! Warum sollte es den Oilers nicht demnächst gelingen, zum ersten Mal in der laufenden Saison zwei 'Zweier' in Folge einzufahren. Ihren nächsten Versuch können sie am Donnerstagabend im Prudential Center von Newark unternehmen, wo sie von den New Jersey Devils empfangen werden. Vor fünf Tagen, beim letzten Aufeinandertreffen mit den Devils, konnte sich Draisaitl als Torschütze auszeichnen und die Partie endete 6:3 für die Westkanadier. Wen wundert's?

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