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Was bringt die Zukunft für Erik Karlsson?

Nach einer enttäuschenden Runde der Ottawa Senators steht der Teamkapitän aktuell vor einer ungeklärten Zukunft

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Diese Spielzeit hatten sich die Ottawa Senators ursprünglich einmal vollkommen anders vorgestellt. Nach dem Erreichen des Eastern Conference-Finales im Jahre 2016/17 gegen die Pittsburgh Penguins, den späteren Stanley Cup-Sieger, wollte das Team in diesem Jahr den Weg nach oben fortsetzen. 

Es kam jedoch ganz anders. Das frühzeitige Aus steht schon länger unumstößlich fest. Eine bittere Enttäuschung auch für einen der besten Verteidiger der gesamten Liga: Erik Karlsson.

 

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Der Schwede trat die letzten Auswärtsreise seiner Mannschaft in Richtung Buffalo gar nicht mehr an. Er durfte sich, nach erfolgter Rücksprache mit den Offiziellen, ausgiebig seiner Familie widmen, nachdem seine Frau vor kurzem eine Fehlgeburt erlitten hatte. Es wurde dem eindeutigen Vorrang eingeräumt.

Das letzte Heimspiel der Senators, das am Montag gegen die Winnipeg Jets mit einer 5:6-Niederlage zu Ende ging, könnte also der letzte Saisoneinsatz für Karlsson gewesen sein. Theoretisch ist ein Einsatz in den letzten beiden Partien zwar denkbar, doch allgemein wird davon ausgegangen, dass der Teamkapitän nicht mehr nachreisen wird. Die Teilnahme wurde ihm vom Trainer Guy Boucher freigestellt, so dass die Entscheidung darüber beim routinierten Verteidiger selber liegt.

Die Spekulationen mehren sich allerdings, dass das Spiel am Montag nicht nur Karlssons letzter Saisoneinsatz für die 'Sens', sondern sogar sein insgesamt letzter Einsatz für das Franchise gewesen sein könnte. Seine längerfristige Zukunft gilt aktuell als völlig offen.

Als sich Karlsson nach der Schlusssirene gegen Winnipeg den Spiel-Puck schnappte und ihn recht auffällig einsteckte, befeuerte es das Gerede in diese Richtung.

Video: OTT-WPG: Karlsson nimmt den Puck mit nach Hause

"Ich weiß gar nicht genau, warum ich das gemacht habe", versuchte er gegenüber den anwesenden Medienvertretern diese Aktion hinterher nicht allzu wichtig erscheinen zu lassen. "Die Scheibe lag einfach da. Ich habe gar nicht groß darüber nachgedacht. Aber natürlich waren da viele Kameras, und jetzt ist es halt ein Thema."

"Ich bin zwar ein sozialer Typ, aber ich versuche mich nicht allzu viel mit diesen Dingen zu beschäftigen, was die Spekulationen über meine Zukunft in den Medien betrifft. Auch während des Spiels habe ich die Tatsache, dass das unser letztes Heimspiel der Saison war, weitestgehend zu verdrängen versucht."

Noch haben die Senators zwar ihre abschließenden Auftritte in Pittsburgh und Boston zu absolvieren, doch das einzige Thema rund um das Team ist derzeit die inoffiziell ungeklärte Zukunft des Kapitäns.

"Über diese Dinge ging es doch schon zum Ende der Wechselfrist Ende Februar", beklagte Matt Duchene. "Seine Zukunft wird sich klären. Ich finde es nicht so spektakulär, dass er sich diesen Puck eingesteckt hat. Ihr Medienvertreter macht da eine große Sache draus. Ich finde das ehrlich gesagt gar nichts Besonderes."

Tatsächlich war Karlssons Zukunft bereits bis zum 26. Februar in der Öffentlichkeit ein großes Thema. Damals kam letztendlich kein Deal zustande, der den Weltklasse-Verteidiger aus Ottawa wegbefördert hätte. General Manager Pierre Dorion entschied sich gegen die dem Vernehmen nach zahlreich eingegangenen Angebote. Er wollte den etablierten Franchiseplayer lieber weiterhin in seinem Team sehen.

Video: OTT@WSH: Karlsson mit 500. Punkt aus spitzem Winkel

Diese Ansicht könnte sich allerdings bei einem passenden Angebot ändern. Andererseits wäre es für Karlsson eine sehr reizvolle Aufgabe, das Franchise wieder auf den Erfolgsweg zurückzuführen. Denn was das Team grundsätzlich zu leisten im Stande ist, das hat die Mannschaft vor gerade einmal einem Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 

Ein Leistungsabfall nach einer herausragenden Spielzeit ist schließlich in der NHL nichts Ungewöhnliches. Die Senators sind nicht das erste Team, das nach einer Teilnahme an einem Conference Finale der Stanley Cup Playoffs im folgenden Jahr die KO-Runde verpassten und danach wieder zu neuen Erfolgen kamen. 
Warum also sollte den Sens nicht Vergleichbares ab Herbst gelingen?

Karlssons Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2019. Die Organisation würde ihn gerne jetzt schon langfristig verlängern und will dem Publikumsliebling ein gutes Angebot unterbreiten. Sollte der Deal am Ende jedoch nicht zustande kommen, dann wird ein Wechsel für diesen Sommer durchaus realistischer.

Die Lokalzeitung 'Ottawa Sun' berichtete jüngst von einem angedachten Achtjahresvertrag für den Teamkapitän, der ihm zwischen 80 und 100 Millionen US$ einbringen würde.

Seinen großen sportlichen Wert stellt selbst nach dieser katastrophalen Spielzeit niemand in Frage. Karlsson hat in den 71 Begegnungen dieser Saison immerhin 62 Punkte (9 Tore, 53 Assists) auf dem persönlichen Konto verbucht. Es ist damit bereits das sechste Jahr hintereinander, in der Karlsson die 60-Punkte-Marke durchbrechen konnte. Trotz der insgesamt enttäuschenden Ausbeute für die Mannschaft.

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