de

Wenn es noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass die Vegas Golden Knights taktisch extrem breit aufgestellt sind, war das 4:3 nach Verlängerung in Spiel 3 der Serie der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Western Conference gegen die San Jose Sharks ein Musterbeispiel dafür. In einem weiteren spektakulären und torreichen Spiel setzte sich das Expansion Team im SAP Center in San Jose glücklich aber nicht unverdient durch und führt damit in der Best-of-Seven-Serie mit 2:1 Siegen.

Nachdem die vorausgegangene Serie gegen die Los Angeles Kings sich vor allem durch defensive Spiele auszeichnete, in denen insgesamt wenige Tore fielen, sind die bisherigen drei Spiele gegen die Sharks deutlich torreicher ausgefallen. Mit jeweils sieben Toren (7:0, 3:4, 4:3) boten sie bisher viel Spektakel für die Zuschauer.
Eines haben die bisherigen Playoff-Spiele der Knights gemeinsam: Sie spielen in jedem Match bis zur Schlusssekunde um den Sieg. Vegas von den ersten sieben Auftritten in der K.-o.-Runde erst ein einziges Spiel verloren und das in Spiel 2 gegen die Sharks äußerst unglücklich mit 3:4 nach Verlängerung.
In Spiel 3 am Montag in Kalifornien zeigte sich die Truppe von Coach Gerald Gallant vom ersten Rückschlag in der Endrunde zwei Tage zuvor gut erholt und geht nun mit einem psychologischen Vorteil in das wichtige Spiel 4 am Mittwochabend (10 p.m. ET; NBCSN, CBC, TVAS).
Frisches Selbstvertrauen gab es für die Gäste vor allem durch den späten Siegtreffer durch William Karlsson, der in der neunten Minute der Verlängerung einnetzte. Zuvor hatten die Knights eine zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung in der Endphase der regulären Spielzeit verspielt, was die Extraschicht erforderlich machte.

Trotz des siegreichen Ausgangs war der Coach jedoch nicht allzu glücklich über den Verlauf der Partie. "Es ist schon enttäuschend, wenn das Team eine solche Führung im Schlussdrittel noch abgibt. Doch wir haben das angesprochen und werden hoffentlich die Lehren daraus ziehen."
Trotz der torreicher gewordenen Spiele ist Schlussmann Mac-Andre Fleury in Spiel 3 einmal mehr eine verlässliche Größe seines Teams gewesen. Er hielt die Knights mit 39 Saves, darunter ein besonders spektakulärer in der Verlängerung, als er einen Schuss von Logan Couture aus der Luft pflückte, im Spiel.
"Unsere Einstellung ist wirklich toll", meinte Siegtorschütze Karlsson. "Wir brechen auch nicht ein, wenn wir mal eine Führung verspielen, wie jetzt in Spiel 3. Wir kämpfen weiter bis zum Ende. Das ist eine der großen Stärken dieser Truppe."
Ähnliches: [Sharks brauchen besseren Jones\]
Coach Gallant hatte durch einige Kader-Umstellungen für Spiel 3 versucht, die Sinne seiner Schützlinge nach der Heimpleite zuvor zu schärfen. Tomas Tatar rückte erstmals wieder in den Kader, agierte in der dritten Reihe zusammen mit Cody Eakin und David Perron. Ryan Carpenter musste weichen. Doch spielentscheidend waren an diesem Abend die beiden Top-Reihen der Knights. Mit drei Toren in Folge drehten einen frühen Rückstand in eine 3:1-Führung für die Gäste.
"Im zweiten Drittel waren wir richtig gut", lobte Angreifer Jonathan Marchessault. "Wenn wir nicht an unser Limit gehen, bekommen wir rasch Probleme. Spielen wir hingegen länger konstant, so wie in dieser Phase eben auch, dann hätten wir wohl nach der regulären Spielzeit schon gewonnen."

Ein Problem von Las Vegas war in Spiel 3 einmal mehr der verhältnismäßig schwache Start. Darüber hatten die Beteiligten im Vorfeld der Begegnung bereits ausgiebig gesprochen. Geholfen hat es zunächst wenig, wie es schien. Die Sharks starteten ins erste Drittel mit 16:10 Torschüssen, wirkten deutlich präsenter. In diesem Punkt hat das Franchise aus Nevada, bei aller Freude über den Spielausgang und den Serienstart, noch Verbesserungspotential für das möglicherweise schon vorentscheidende Spiel 4 am Mittwoch.
Hol dir die aktuellsten Nachrichten zu den Stanley Cup Playoffs über Twitter auf [@NHLde]
Der erfahrene Center Pierre-Edouard Bellemare sagte im Hinblick auf die nächste Begegnung: "Sie werden zu Beginn mit viel Aggressivität aufwarten. Da müssen wir direkt dagegenhalten. Unser Vorteil ist, dass wir keine Mannschaft sind, die auf ein oder zwei Leute zugeschnitten ist. Wir brauchen alle Spieler, wenn wir erfolgreich sein wollen. Wenn wir von Beginn an alle voll da sind, jeder für den anderen einsteht, bin ich optimistisch, dass wir erneut bestehen."
Coach Gallant sieht sein Team ebenfalls gut gerüstet. "Wenn wir selbstbewusst auftreten, ist es egal ab wir ein Heim- oder ein Auswärtsspiel haben. Die Einstellung muss stimmen. Schon in der Hauptrunde waren wir in Auswärtsspielen sehr erfolgreich. Das soll sich natürlich jetzt in den Playoffs weiter fortsetzen. Bisher läuft es ja recht gut."