072423 DE top faceoff split

Gute Faceoff-Spieler weiß jedes NHL-Team gerne in seinen Reihen. Warum? Gewinnt ein Spieler das Anspiel, befindet sich das Team direkt in Puckbesitz und kann agieren statt reagieren. Eine gute Bully-Statistik ist deshalb gleichermaßen wichtig für die Defensive und die Offensive und spielt eine Rolle in den Special Teams. NHL.com/de hat sich die Faceoff-Experten mit über 1000 gespielten Bullys in der Saison 2022/23 genau angeschaut und eine Top-5-Bewertung aufgestellt. Dass Elite-Center wie Bo Horvat, Anze Kopitar, Leon Draisaitl oder Aleksander Barkov nicht in diesem Ranking vertreten sind, zeigt die Qualität der besten fünf Spezialisten, die alle aus Kanada kommen…

5. Jean-Gabriel Pageau (New York Islanders)
Ein konstanter Faceoff-Spieler war Jean-Gabriel Pageau von den New York Islanders. Der 30-jährige Kanadier gewann in dieser Saison 57,3 Prozent seiner Anspiele (5. ligaweit unter allen Spielern mit mindestens 1000 gespielten Faceoffs) und hatte in allen drei Zonen (60 Prozent in der offensiven, 59 Prozent in der neutralen und 54,6 Prozent in der defensiven Zone). Insbesondere bei Gleichzahl (58,9 Prozent) und im Powerplay (57,5 Prozent) war der Rechtsschütze ein wertvoller Bullyspieler bei den Islanders.

NYI@SJS: Pageau setzt sich zum Unterzahltor durch

4. Chandler Stephenson (Vegas Golden Knights)
Ein oftmals unterschätzter Center ist Chandler Stephenson von den Vegas Golden Knights. Dabei ist nicht nur im Faceoffkreis voll auf den 29-jährigen Kanadier Verlass: Der Linksschütze gewann 58,1 Prozent seiner Bullys (4.) und wurde nicht ohne Grund als Mittelstürmer im Powerplay der Golden Knights eingesetzt, denn er gewann starke 64,1 Prozent seiner Anspiele im Powerplay (5.) und 61,2 Prozent in der Offensivzone (3.). Stephenson war also ein Experte für Offensivbullys und war mit einer Faceoff-Quote von 53,4 Prozent in den Stanley Cup Playoffs ein wichtiges Puzzlestück für Vegas beim Gewinn des Stanley Cup.

Chandler Stephenson schießt das Overtime-Siegtor

3. Claude Giroux (Ottawa Senators)
Claude Giroux von den Ottawa Senators ist nicht nur ein genialer Spielmacher, sondern auch ein erfahrener Bully-Spezialist. Der 35-jährige Kanadier gewann 58,3 Prozent seiner Anspiele (T-2.). Am Faceoff-Punkt konnte sich Giroux immer mit seinem deutschen Reihenkollegen Tim Stutzle abwechseln, denn Giroux hatte als Rechtsschütze Vorteile im linken, Stützle als Linksschütze Vorteile im rechten Kreis. Insbesondere bei Offensivbullys glänzte Giroux mit seinen Stärken: Mit Erfolgsquoten von mindestens 60 Prozent dominierte er bei Gleichzahl (60 Prozent, 2.), im Powerplay (61,6 Prozent, 10.) und in der Offensivzone (60,2 Prozent, 6.).

2. John Tavares (Toronto Maple Leafs)
Rang zwei geht an John Tavares von den Toronto Maple Leafs. Der 32-jährige Kanadier gewann ebenfalls 58,3 Prozent seiner Faceoffs, die bessere Einstufung im Vergleich zu Giroux aber gab es aufgrund seiner Bully-Bestwerte bei Unterzahl (66,7 Prozent, T-1., gleichauf mit Mitspieler Auston Matthews und Dylan Strome von den Washington Capitals) und in der neutralen Zone (64,1 Prozent, 1.). Hinzu kommen 56,8 Prozent Erfolgsquote bei Bullys in der Defensivzone (5.). Umso überraschender war es, dass Tavares in Unterzahl kaum zum Einsatz kam. Stabil und verlässlich blieb der linksschießende Maple-Leafs-Mittelstürmer aber in allen Zonen (auch 56,3 Prozent in der Offensivzone) und Situationen (60,8 Prozent im Powerplay, 13.; 57,5 Prozent bei Gleichzahl).

TOR@FLA: Tavares entscheidet das Spiel in OT

1. Patrice Bergeron (Boston Bruins)
Unstrittig auf dem ersten Platz landet Patrice Bergeron. Der Center der Boston Bruins spielte die zweitmeisten Faceoffs in der gesamten NHL (hinter Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins) und war dabei kaum zu schlagen: Der 37-jährige Kanadier gewann prozentual die meisten Anspiele aller NHL-Spieler (61,1 Prozent, 1.) und stellte zudem Bully-Bestwerte bei Gleichzahl (62,1 Prozent), in der Offensivzone (63 Prozent) und in der Defensivzone (61,8 Prozent) auf. Wirkliche Schwächen am Bullypunkt sucht man beim Rechtsschützen vergeblich, denn in allen Kategorien hatte er positive und überzeugende Bilanzen, so zum Beispiel auch im Powerplay (62,5 Prozent, 8.), in Unterzahl (53,7 Prozent, 9.) und in der neutralen Zone (54,9 Prozent, 14.).

BOS@NSH: Bergeron trifft in Überzahl